Solar Impulse 2 01.06.2015, 15:21 Uhr

Solarflieger muss Pazifiküberquerung wegen Schlechtwetter unterbrechen

Der Solarflieger „Solar Impulse 2“ muss auf seiner Weltumrundung eine weitere Zwangspause einlegen. Wegen ungünstiger Wettervorhersagen unterbricht Pilot André Borschberg die Etappe von China nach Hawaii in Japan. Das ist zwar ein Rückschlag für das Flugabenteuer, aber für das Schlafdefizit des Piloten eine gute Sache. 

Die Solar Impulse 2 über den Wolken auf dem Weg nach Japan.

Die Solar Impulse 2 über den Wolken auf dem Weg nach Japan.

Foto: Solar Impulse

Die Pazifiküberquerung ist die schwierigste aller Etappen beim Versuch, die Welt in einem Flugzeug, das ausschließlich von Solarenergie angetrieben wird, zu umrunden. 8500 km lang ist die Strecke von Nanjing in China bis nach Hawaii. Pilot André Borschberg sollte sie in einem Flug zurücklegen, der sechs Tage und fünf Nächte dauert. Aber eine Kaltwetterfront vor Hawaii bereitet derzeit Probleme. Voraussichtlich um 13 Uhr Weltzeit, das entspricht 15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit, wird Borschberg auf dem Flughafen von Nagoya in Japan landen.

Nach 40 Stunden Flug wird die Landung in Japan vorbereitet

„Die Wetteraussichten haben sich verschlechtert. Wir haben entschieden, in Nagoya einen Zwischenstopp einzulegen und bessere Bedingungen über dem Pazifik abzuwarten. Dann wollen wir weiter nach Hawaii“, schrieb die Solar Impulse Crew an diesem Montag auf Facebook und Twitter.

Blick auf die japanische Küste aus der Solar Impulse 2.

Blick auf die japanische Küste aus der Solar Impulse 2.

Foto: Solar Impulse

André Borschberg und sein Kollege Bertrand Piccard, die sich als Piloten der einzelnen Etappen abwechseln, sind zwar enttäuscht über die Zwangspause, aber weiterhin optimistisch. Das Wetter könne man eben nicht kontrollieren, schrieb Piccard. Und Borschberg twitterte: „Es weiter zu versuchen, das lernt man in so einem Pionierprojekt.“

Anfang März war die Solar Impulse 2 in Abu Dhabi gestartet und hatte sich in mehreren Etappen über Oman, Indien und Myanmar bis nach China durchgeschlagen – ganz ohne Treibstoff mit reiner Sonnenenergie. Insgesamt zwölf Teilstrecken sollte das 2300 kg leichte Flugzeug für die 35.000 km lange Reise um die Welt benötigen.

Längster Flug eines Solarflugzeuges

Pilot Borschberg kreist vor der Zwischenlandung in Japan in großer Höhe. Das Team ist sehr zufrieden mit der bisherigen Performance des Flugzeuges. „Andrés Flug hat dann 40 Stunden gedauert und dies wird der längste Flug sein, der jemals von einem Solarflugzeug gemacht worden ist, sowohl von der Dauer als auch von der Distanz her“, schreibt das Team.

Start der Solar Impulse 2 in der Nacht zu Montag in Nanjing.

Start der Solar Impulse 2 in der Nacht zu Montag in Nanjing.

Foto: Solar Impulse

Vor allem habe die Solar Impulse 2 während des Fluges von China nach Japan zum ersten Mal einen vollen Tag-und-Nacht-Zyklus erfolgreich hinter sich gebracht. Für das Gelingen des gesamten Abenteuers spielt das eine extrem wichtige Rolle: Während des Fluges tagsüber laden sich die Batterien auf, so dass sie in der Nacht die Energieversorgung übernehmen können. Nur so kann die Si2 den langen Weg über den Pazifik im Nonstop-Flug antreten.

In der Nacht zuvor hatte die Crew sichtlich angespannt verfolgt, wie weit die Batterieleistung zurückgehen würde, bevor mit dem neuen Tag wieder Energie produziert werden konnte. Am Ende der Nacht, kurz vor Sonnenaufgang, waren es schließlich noch 40 Prozent der Maximalleistung.

Zufrieden mit Performance des Flugzeuges

Aber nicht nur das Wetter und die Energieversorgung sind für das Gelingen des ehrgeizigen Projektes wesentlich. Auch der menschliche Faktor darf nicht unterschätzt werden. Immerhin ist der Pilot alleine im Cockpit und kann nur kurze Schlafpausen haben. Wenn es Turbulenzen gibt, so wie zeitweise während der vergangenen Etappe, wird es umso schwieriger sich auszuruhen.

Pilot André Borschberg im Cockpit der Solar Impulse 2 auf dem Flug von Nanjing in China bis nach Hawaii.

Pilot André Borschberg im Cockpit der Solar Impulse 2 auf dem Flug von Nanjing in China bis nach Hawaii.

Foto: Solar Impulse

„Die Flugleitung in Monaco hat André fortwährend bei diesem anspruchsvollen Flug unterstützt, sowohl menschlich als auch technisch“, berichtet das Team auf der Website. Nach etwa 22 Stunden Flugzeit habe Borschberg gemeldet, dass er sich auf einer Skala von 1 bis 5, wobei 1 nicht müde und 5 sehr müde ist, bei einer 2 befinde. „Um im Cockpit schlafen zu können, muss man Vertrauen in das Verhalten des Flugzeuges aufgebaut haben“, sagte Borschberg selbst, der sich ansonsten mit Yogatechniken fit hält.

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