ABSTURZ IN UKRAINE 14.10.2015, 12:17 Uhr

MH17: Ursache geklärt, Schuldfrage offen

Der Grund für den Absturz der Maschine MH17 in der Ukraine im Juli 2014 scheint nun eindeutig klar: Eine Buk-Rakete traf das Flugzeug. Doch wer das Geschoss abfeuerte, bleibt für die Angehörigen der Opfer immer noch unklar.

Die niederländische Behörde “Dutch Safety Board” hat gestern ihren Abschlussbericht zum MH17-Absturz (DSB) im Juli 2014 vorgelegt. Dabei kamen 298 Menschen ums Leben. 

Die niederländische Behörde “Dutch Safety Board” hat gestern ihren Abschlussbericht zum MH17-Absturz (DSB) im Juli 2014 vorgelegt. Dabei kamen 298 Menschen ums Leben. 

Foto: Robin Van Lonkhuijsen/dpa

Es ist so gekommen, wie man es erwarten konnte: Die Ermittler des niederländischen Untersuchungsrates konnten eindeutig feststellen, dass MH17 am 17. Juli 2014 abgeschossen wurde. 298 Menschen – vor allem Niederländer – starben, nachdem eine Buk-Rakete aus russischer Produktion die Maschine traf. Aus russischer Produktion, ja. Aber wer sie abfeuerte, bleibt unklar. Denn unbestritten ist, dass die russische Rakete auch aus ukrainischen Militärbeständen stammen könnte.

Und so bleiben die Positionen fest. Moskau beharrt darauf, dass ukrainische Soldaten das Flugzeug beschossen hätten, und Kiew behauptet mit Unterstützung des Westens das Gegenteil. Klare Beweise kann bislang offenbar keine der beiden Seiten vorlegen. Sicher ist jedenfalls, dass MH17 über umkämpftes Gebiet flog. Deshalb muss sich die ukrainische Luftsicherung jetzt den Vorwurf anhören, dass sie den entsprechenden Luftraum längst hätte sperren sollen.

Warten auf Gewissheit

Die Frage ist nun, ob die Schuldfrage jemals eindeutig zu klären sein wird. Die niederländische Untersuchungskommission hatte nicht den Auftrag, das zu tun – für sie ging es um rein technische Fragen. Die strafrechtliche Aufklärung läuft und wird noch dauern.

Blick auf das Cockpit im rekonstruierten Flugzeugrumpf der Maschine MH 17.

Blick auf das Cockpit im rekonstruierten Flugzeugrumpf der Maschine MH 17.

Foto: Robin Van Lonkhuijsen/dpa

Die Angehörigen der Opfer, von denen vier aus Deutschland kamen, müssen also weiter auf Gewissheit warten. Ein wenig Trost mag ihnen die Erkenntnis gespendet haben, dass wohl niemand an Bord lange leiden musste. Das jedenfalls ergibt sich aus dem Bericht der Ermittler.

Keine Hinweise auf Aktionen von Passagieren

Der Kommission zufolge ist die Rakete in unmittelbarer Nähe des Cockpits von MH17 explodiert. Dadurch seien tausende Kleinteile losgelöst worden, die den vorderen Teil der Maschine zerstörten.Die Crew im Cockpit muss demnach sofort tot gewesen sein.

Aber auch die Passagiere waren nach wenigen Sekunden zumindest bewusstlos, schließen die Experten aus dem Vorgang. Angehörige, die vor der Veröffentlichung direkt informiert worden waren, berichteten dies jedenfalls im niederländischen Fernsehen. Die Ermittler hätten keinerlei Hinweise darauf gefunden, dass jemand den Absturz noch bewusst erlebt hätte, etwa nicht versendete Nachrichten auf Handys. 

Von Werner Grosch

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