Flug MH370 30.07.2015, 13:46 Uhr

Malaysia Airlines: Wrackteile der vermissten Boeing vor La Reunion gefunden

Vor der Küste der kleinen französischen Insel La Reunion im Indischen Ozean nahe Madagaskar sind Flugzeug-Wrackteile gefunden worden. Sie stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von der seit dem 8. März 2014 vermissten Boeing 777 des Malaysia Airlines Fluges MH370. 

Vor der Küste der kleinen französischen Insel La Reunion im Indischen Ozean gefundene Flugzeug-Wrackteile sind wertvolle Puzzleteile, um das mysteriöse Verschwinden der Boeing 777 des Malaysia Airlines Fluges MH370 aufzuklären. 

Vor der Küste der kleinen französischen Insel La Reunion im Indischen Ozean gefundene Flugzeug-Wrackteile sind wertvolle Puzzleteile, um das mysteriöse Verschwinden der Boeing 777 des Malaysia Airlines Fluges MH370 aufzuklären. 

Foto: Fazry Ismail/dpa

Sowohl der amerikanische Flugzeughersteller Boeing als auch die französischen Behörden untersuchen die Wrackstücke. Die an Land gebrachten Wrackteile stammen klar erkenntlich aus dem Klappensystem der Tragflächen des Flugzeugs und können ziemlich sicher einer Boeing 777 zugeordnet werden.

Komponentennummern werden ermittelt

Da von diesem Typ trotz seiner hohen Verbreitung im Luftverkehr nur ganz wenige Maschinen verunglückt sind, kann es sich nur um das vermisste Flugzeug von Malaysia Airlines handeln. Zur ausreichenden Beweisführung werden derzeit die Teile-Nummern der Komponenten dieser Wrackteile ermittelt. Diese sind besonders nützlich, weil sie nicht nur die Zugehörigkeit zu einer Boeing 777 beweisen, sondern zugleich auch angeben, zu welchem Flugzeug dieses Typs sie gehört haben.

Wrackteile seit mindestens 500 Tagen im Meer

Die Beschädigungen der Wrackteile in der Größe von etwa 1×2 m deuten darauf hin, dass diese Tragflächenteile mit Gewalt vom Flugzeug abgerissen sind. Ein solches Gewaltereignis ist der Aufprall des Flugzeugs auf die Wasseroberfläche. Von französischer Seite in La Reunion ist zugleich erklärt worden, dass der Parasiten-Bewuchs der Wrackteile eindeutig darauf schließen lässt, dass diese Teile mehr als 500 Tage im Meer gelegen haben.

Australiens Behörden von Fundstelle nicht überrascht

Das Australian Transport Safety Bureau (ATSB), das im Auftrag der malaysischen Regierung die Suche nach der vermissten Boeing 777 leitet, ist von der Fundstelle vor La Reunion keineswegs überrascht. Martin Dolan, der das ATSB leitet, betont: “Die Fundstelle passt durchaus in das Drift-Modell, das wir erarbeitet haben. Zugleich widerspricht die Fundstelle auch nicht dem von uns  abgegrenzten Suchgebiet.”

Australiens stellvertretender Ministerpräsident Warren Truss informierte die Presse auf dem Flughafen in Sydney über die gefundenen Wrackteile vor der Küste der französischen Insel La Reunion.

Australiens stellvertretender Ministerpräsident Warren Truss informierte die Presse auf dem Flughafen in Sydney über die gefundenen Wrackteile vor der Küste der französischen Insel La Reunion.

Foto: Gemma Najem/dpa

Die Drift von Wrackteilen wird durch Strömungen im Meer, die Winde und das Gewicht und den Umfang der treibenden Wrackteile bestimmt. Flug MH370 sollte von Kuala Lumpur nach Beijing führen. Tatsächlich aber nahm die Maschine nach kurzer Zeit einen Gegenkurs, der sie weit über den Indischen Ozean hat fliegen lassen.

Suche nach Haupteil des Wracks muss weitergehen

Die Suche nach dem Flugzeug geht allerdings auch dann weiter, wenn die Wrackteile vor La Reunion zweifelsfrei identifiziert worden sind. Durch den Fund ist lediglich klar gestellt, dass das verschollene Flugzeug tatsächlich abgestürzt und nicht etwa – wie vielfach unterstellt – irgendwohin entführt worden ist.

Damit geht die Boeing 777 von MH370 in der Unfallstatistik in die Rubrik Absturz ein und gilt nicht mehr als vermisst. Diese rechtliche Feinheit unter anderem versicherungstechnische Folgen.

Die Suche nach dem Hauptteil des Wracks muss indessen weitergehen, um wenigstens einen Teil der 239 Toten zu bergen und Aufschlüsse über die Unfallursache zu bekommen.

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