Nach Absturz in Spanien 17.06.2015, 15:24 Uhr

Der deutsche Transport-Airbus A400M darf Mitte Juli wieder fliegen

Die deutsche Luftwaffe hat den deutschen Militärtransporter A400M wieder zum Flug freigegeben. Nach dem Absturz eines A400M im Mai in Sevilla musste die Maschine am Boden bleiben. Jetzt ist klar: Ein Softwarefehler in der Steuerung der Triebwerke führte zu dem Unglück. Die Untersuchungen sollen Mitte Juli abgeschlossen sein. 

Airbus im Test: Nachdem ein A400M am 9. Mai bei Sevilla abgestürzt war und viele Länder ein Flugverbot für den Transporter ausgesprochen hatten, darf der deutsche A400M der Luftwaffe ab Mitte Juli wieder fliegen.

Airbus im Test: Nachdem ein A400M am 9. Mai bei Sevilla abgestürzt war und viele Länder ein Flugverbot für den Transporter ausgesprochen hatten, darf der deutsche A400M der Luftwaffe ab Mitte Juli wieder fliegen.

Foto: A. Doumenjou/Airbus

Der bei Sevilla abgestürzte A400M sollte an die türkische Luftwaffe ausgeliefert werden. Doch kurz nach dem Start am 9. Mai kam es bei ihrem Jungfernflug zum Absturz in der Nähe der spanischen Stadt Sevilla. Die deutsche Luftwaffe stellte umgehend den Testbetrieb mit dem einzigen deutschen Exemplar des Militärtransporters ein. Das Flugzeug blieb vorerst am Boden, um dessen Software zu überprüfen. Die Maschine war im Dezember vergangenen Jahres ausgeliefert worden.

Jetzt hat der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, den Flugbetrieb der Transportmaschine grundsätzlich wieder freigegeben. Spanien hatte vergangene Woche für Testflüge grünes Licht gegeben. Experten wollen die Ursache des Unglücks festgestellt haben.

Softwareprobleme soll zum Absturz geführt haben

Unfallursache war demnach ein Softwareproblem in der Steuerung der Triebwerke, glaubt Airbus. Dies führte dazu, dass drei der vier Triebwerke kurz nach dem Start aussetzten. Die Maschine kollidierte mit einem Hochspannungsmast und stürzte ab. Dabei kamen vier Besatzungsmitglieder ums Leben. Zwei konnten schwer verletzt gerettet werden.

Ein Fehler dieser Art ist für die deutsche Maschine auszuschließen, glaubt die Luftwaffe. Weitere vorsorgliche Inspektionen werden derzeit durchgeführt, um das Problem weiter zu analysieren. Die Prüfungen sollen Mitte Juli abgeschlossen sein.

Triebwerksdaten könnten versehentlich gelöscht worden sein

Mittlerweile wird jedoch zusätzlich auch noch in eine andere Richtung ermittelt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf „Insider“ beruft, sollen versehentlich Triebwerksdaten gelöscht worden sein. Dies wäre eine Katastrophe. Denn ohne diese Daten funktionieren die Triebwerke nicht. Zurzeit würden Szenarien durchgespielt, um diesen Fall zu simulieren, so die Agentur.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Ankunft des ersten A400M für die deutsche Luftwaffe im niedersächsischen Wunstorf. Nach dem Absturz eines A400M für die türkische Luftwaffe musste das Transportflugzeug am Boden bleiben. 

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Ankunft des ersten A400M für die deutsche Luftwaffe im niedersächsischen Wunstorf. Nach dem Absturz eines A400M für die türkische Luftwaffe musste das Transportflugzeug am Boden bleiben. 

Foto: Bundeswehr/Döpke

Trotz des Absturzes geht Airbus davon aus, dass der Maschinentyp vor einer glänzenden Zukunft steht. „Wir sind in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren potenziellen Kunden“, erklärte der Verkaufschef der Rüstungs- und Raumfahrtsparte Airbus Defence & Space, Christian Scherer, auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris.

Doch an erster Stelle steht derzeit die verspätete Auslieferung der bestellten Maschinen an die Erstkunden. 174 Maschinen wurden unter anderem aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien bestellt. Die deutschen Streitkräfte erhalten allein 53 A400M. Doch die meisten Länder haben erst einen Airbus erhalten. Grund sind die enormen Verzögerungen bei Entwicklung und Produktion und die zahlreichen Mängel, unter denen die Maschine leidet. 

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