Militärtechnik 06.02.2013, 16:47 Uhr

„Black Hornet“: Die kleinste Aufklärungsdrohne der Welt

Der Helikopter sieht aus wie ein Kinderspielzeug. Mit zehn Zentimetern Länge und einem Gewicht von 16 Gramm passt er in jede Handfläche. „Black Hornet“, so heißt das unbemannte Fluggerät, wird man allerdings vergebens im Spielwarenhandel suchen. Die norwegische Firma Prox Dynamics verkauft die Minidrohne ausschließlich an Regierungsorganisationen. Das britische Militär setzt 160 Black Hornets in Afghanistan ein.

Nur zehn Zentimeter lang und 16 Gramm leicht ist die kleinste Minidrohne der Welt namens "Black Hornet", die im Afghanistan-Krieg von den Briten eingesetzt wird. 

Nur zehn Zentimeter lang und 16 Gramm leicht ist die kleinste Minidrohne der Welt namens "Black Hornet", die im Afghanistan-Krieg von den Briten eingesetzt wird. 

Foto: Ministry of Defence

„PD-100 PRS“ lautet die offizielle Bezeichnung der Drohne. „PRS“ steht dabei für „Personal Reconnaissance System“ – persönliches Aufklärungssystem. Die Schwarze Hornisse, die bisher kleinste einsatzfähige Minidrohne der Welt, kann von einer einzigen Person gestartet und gesteuert werden. Seit 2012 produziert Prox Dynamics das Aufklärungssystem in Serie. Das 2,5 Zentimeter breite Fluggerät wird von einem Hauptrotor, der einen Durchmesser von zwölf Zentimetern hat, und einem Heckrotor angetrieben. Die Reichweite liegt nach Angaben des Herstellers bei rund 1000 Metern, die Fluggeschwindigkeit bei 35 Stundenkilometern. Mit einer Akkuladung kann die Drohne etwa eine halbe Stunde in der Luft bleiben.

 Im offenen Gelände und in geschlossenen Räumen einsetzbar

Auch die Basisstation mit Fernbedienung ist klein und leicht. Das System wiegt etwa ein Kilogramm und passt in einen Rucksack. Die Drohne, so Prox Dynamics, sei in einer Minute einsatzbereit. Sie ist mit einem GPS ausgestattet und kann vorgegebene Routen fliegen, aber auch von Hand über den Monitor der Basisstation ferngesteuert werden. Mit ihrer in zwei Achsen beweglichen Kamera liefert die „Black Hornet“ in Echtzeit und je nach Bedarf Videoaufnahmen oder Einzelbilder. Die Drohne kann laut Hersteller im offenen Gelände aber auch in geschlossenen Räumen zum Einsatz kommen und sich ihrem Ziel fast unhörbar nähern. Die Bedienung sei denkbar einfach.

Dies alles prädestiniert Black Hornet für die militärische Aufklärung, obwohl Prox Dynamics auch zivile Nutzungsmöglichkeiten nennt. Etwa in Rettungseinsätzen, bei der Inspektion von Atomkraftwerken, der Beobachtung großer Menschenmengen oder nach einem Unfall im Chemiewerk. Das britische Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben 160 Black Hornets für insgesamt 20 Millionen Pfund (23 Millionen Euro) gekauft. Die Schwarze Hornisse sei zunächst in Zypern ausgiebig getestet worden und werde nun in Afghanistan eingesetzt. Sergeant Christopher Petherbridge von der Aufklärungsbrigade in Afghanistan sieht durch den Einsatz der Drohne einen echten „Mehrwert“. „Wir nutzen sie, um aufständische Angriffspunkte zu suchen oder wenn wir offenes Gelände überqueren wollen.“

Vertreter der deutschen Bundeswehr äußerten sich, laut einem Bericht auf „Spiegel online“, allerdings skeptisch zu Aussagen von Prox Dynamics. Insbesondere die Angabe, dass die Black Hornet auch noch bei Windgeschwindigkeiten von 10 bis 20 Knoten, das sind 19 bis 37 Stundenkilometer, stabil funktioniere, sei unrealistisch. Denn die 1,5 Kilogramm schwere „Mikado“, mit einem Meter Durchmesser die kleinste Drohne der Bundeswehr, könne schon bei Windgeschwindigkeiten von 25 Stundenkilometern nicht mehr benutzt werden.

  • Gudrun von Schoenebeck

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