Intralogistik 30.05.2008, 19:35 Uhr

Über den Standort entscheidet die Logistik  

Effektive Intralogistik wird immer mehr zum entscheiden- den Standort- und Fertigungsfaktor. Die fortschreitende Globalisierung wie auch Produktion Richtung Losgröße 1 befeuern diese Entwicklung zusätzlich. Welche technischen Möglichkeiten die Branche investitions- und innovationswilligen Unternehmen bietet, zeigt die Messe Cemat 2008 in Hannover bis zum 31. Mai.

Die Intralogistik bleibt auch in diesem Jahr ein Wachstums- und Jobmotor“, so Helmut Kempkes, Geschäftsführender Gesellschafter der Helmut Kempkes GmbH in Remscheid anlässlich der Cemat 2008. Unter „Intralogistik“ versteht der Firmenchef dabei den Materialfluss mit Ausnahme des Transports wie etwa per Lkw, Schiff oder Flugzeug.

„Mit einem Umsatz von 18,5 Mrd. € wies die Branche in 2007 ein Wachstum von 17 % gegenüber 2006 auf. Für dieses Jahr prognostizieren Branchenexperten eine Umsatzsteigerung von weiteren 8 % auf rund 20 Mrd. €“, ergänzte Kempkes, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme im Frankfurter Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist.

Zwar wuchs die Beschäftigtenzahl seit dem Jahr 2003 um mehr als 7000 Mitarbeiter auf 95 000 Personen im vergangenen Jahr. Allerdings: „Fachkräftemangel macht den Unternehmen zunehmend zu schaffen. Das gilt ganz besonders für Facharbeiter. In Nordrhein-Westfalen ist der Markt praktisch leer gefegt. Wir behelfen und mit Leiharbeitern“, beklagte der Unternehmer in Hannover.

Die internationale Stellung der deutschen Intralogistik spiegelt sich auch im Exportbereich wider. „Mit dem Export intelligenter Technik leistet sie einen Beitrag zur Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit im globalen Maßstab“, so Kempkes.

Dass Intralogistik einen wesentlichen Beitrag zum sparsamen Umgang mit Ressourcen leisten kann, sieht auch Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des Forums Intralogistik im VDMA und Chef des Stuttgarter Unternehmens Viastore: „Es ist ureigene Aufgabe der Branche, Prozesse effektiver zu machen, leere Mehrwegbehältern intelligent zu konstruieren – beispielsweise durch klappbare und nestbare Ladungsträger.“ Diese Herausforderung wachse, je kleinteiliger die Sendungen würden eine Entwicklung, die im Zeitalter des E-Commerce nicht aufzuhalten sei.

Parallel dazu nimmt die Fertigungstiefe in den westlichen Industrieländern weiter ab. Die Gründe sieht Hahn-Wornle in kosteneffizienteren Fertigungsmöglichkeiten jenseits der Grenzen und schnellem Transport zwischen den Kontinenten: „Produktions- und Lieferprozesse haben globale Dimensionen. Datentechnisch müssen sie hoch integriert und transparent sein.“ Das verhindere kostentreibende Fehllieferungen und halte zudem die Bestände gering.So helfe eine intelligente Vernetzung von Unternehmensstandorten, Lieferanten und Kunden, Kundenaufträge nicht nur schneller, sondern auch deutlich ressourcenschonender zu erfüllen.

„Mehr als 60 % des gesamten Strombedarfs der europäischen Industrie werden von Elektromotoren verbraucht“, verwies der Viastore-Chef auf ein weiteres attraktives Feld für mehr Umweltschutz damit schlummerten auch bei den Antrieben von fördertechnischen Anlagen große Einsparpotenziale: „Nach Schätzungen des VDMA lassen sich durch den Einsatz von neuen Elektromotoren rund 8 % Energie sparen. Weitere 12 % können durch geregelte Antriebe eingespart werden.“Besonders für den Mittelstand werden effiziente innerbetriebliche Materialflusslösungen immer wichtiger. Durch die Integration von RFID (Radio Frequency Identification) entsteht beispielsweise nach Ansicht von Andreas Plettner, Geschäftsführer von Indyon, Pöcking, „ein modernes Intralogistiknetz, das die Fahr- und Auslieferungszeiten im Lager verkürzt und letztlich laufende Kosten verringert.“

In Hannover präsentiert Indyon sein Lagerhaltungssystem Track+Race, für das Indyon kürzlich in Berlin den Preis „ITK-Innovation für den Mittelstand 2008“ aus dem Bereich Informationstechnik und Telekommunikation erringen konnte. Die Vorteile der Radiofrequenzidentifikation für die Intralogistik demonstriert der Aussteller auf der Cemat am Beispiel einer bei dem Spezialisten für Rohrhalterungssysteme, Lisega, am Standort Zeven konkret realisierte Real-Time-Locating-Lösung. Abhängig von den Lagerprozessen könne damit bei der automatisierten Identifizierung von Lagereinheiten im Vergleich zu Barcodesystemen je Schicht und Gabelstapler 50 min mehr Zeit für die innerbetrieblichen Transporte gewonnen werden.

Wie intralogistische Prozesse in einer komplexen Produktionswelt mit RFID-gestützten Assistenzsystemen in Echtzeit visualisiert und gesteuert werden können, demonstriert das im Rahmen der Initiative Next Generation Media vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) geförderte Projekt „Lognetassist“. Es ist auf der Cemat an den Ständen der Konsortialpartner Fraunhofer IML und PSI vertreten. kip/Si

Von Dietmar Kippels/Jürgen Siebenlist

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