Logistik 04.05.2007, 19:28 Uhr

Slowakei stärkt die Transportadern nach Westeuropa  

VDI nachrichten, Bratislava, 4. 5. 07, Si – Dank der Ansiedlung großer Automobil- und Elektronikproduzenten entwickelt sich der westliche Teil der Slowakei zu einer europäischen Wachstumszelle. Der dafür notwendige Ausbau der Infrastruktur für die Logistik macht die Industrieregion zu einem Anziehungspunkt auf der Messe „Transport Logistic“ vom 12. bis 15. Juni in München.

Die Slowakei hat seit der staatlichen Selbstständigkeit eine für Europa wohl beispiellose industrielle Entwicklung durchgemacht. Im Jahr 2008 wird beispielsweise im Automobilbau erstmals die Kapazitätsgrenze von 1 Mio. Fahrzeugen überschritten. Das kleine Land mit nur rund 5 Mio. Einwohnern wird dann die größte Herstellerdichte pro Kopf haben.

„Was wir hier sehen, ist beispielhaft für unsere starke Orientierung auf den gesamten osteuropäischen Markt, weil eine solche Dynamik in der Industrie ganz neue Herausforderungen an die Logistik stellt“, sagte Eugen Egetenmeir, stellvertretender Geschäftsführer der Messe München, jüngst in Bratislava. Auf der „Transport Logistic“ im Juni werde daher dieser Entwicklungsraum ein Schwerpunkt sein. Denn die Anbindung der neuen Märkte und Produktionsstätten an Westeuropa sei angesichts der noch unvollständigen Infrastruktur eine besondere Herausforderung.

Das bestätigte auch Jan Krak. „Unsere Wirtschaft ist in den letzten Jahren jeweils um 8 % bis 10 % gewachsen, so rasch konnten wir die Infrastruktur nicht ausbauen“, sagte der Leiter der Abteilung Strategie im slowakischen Transportministerium. Mit Hilfe der EU-Mittel soll das Tempo jetzt beschleunigt werden und neben der Ertüchtigung des Bahnnetzes auch das nur 316 km umfassende Autobahnnetz ausgebaut werden. Geplant ist dann auch eine Verbindung der Zentral-Slowakei nach Polen. Zumindest die wirtschaftlich sehr starke Region rund um Bratislava ist schon besser erschlossen und soll zudem noch in diesem Jahr über eine Autobahn mit dem nur 50 km entfernten Wien verbunden werden. Bisher gibt es nur Autobahnen nach Györ in Ungarn und Prag in der Tschechischen Republik.

In Wien landen auf dem Flughafen Schwechat täglich drei Frachtflugzeuge der Korean Airlines, die jeweils 110 t Material für den Automobilbauer Kia oder den Unterhaltungselektronikhersteller Samsung einfliegen. Dazu kommen noch Containertransporte, die in der großen Masse über den slowenischen Hafen Koper – etwa 1000 TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) täglich – und in kleineren Mengen über Hamburg für Kia anrollen. Die weiter fortgeschrittenen Projekte des PSA-Konzerns in Trnava oder von VW in Bratislava zeigen, dass die Zulieferer sich rasch in der Nähe der OEM konzentrieren. Davon profitieren Spediteure und auch der 1992 privatisierte Airport, dessen Frachtumschlag allein im letzten Jahr um 13,8 % auf 265 800 t wuchs.

Zunehmend, wenngleich noch auf niedrigem Niveau, wird auch die Kapazität der Donau für den Gütertransport genutzt. Bratislava besitzt seit vier Jahren einen Containerterminal, Möglichkeiten für den RoRo-Verkehr (Roll-on-Roll-off) und sogar einen Terminal für Schwerlastumschlag, der Einzellasten bis zu 560 t bewältigen kann. „Nachdem im Schwarzmeerhafen im rumänischen Constanta ein großer Containerterminal in Betrieb gegangen ist, und im letzten Jahr erstmals dort mehr als 1 Mio. TEU umgeschlagen wurden, werden sich die Warenströme aus Asien auch verstärkt donauaufwärts bewegen“, erwartete Manfred Seitz, Geschäftsführer der Österreichischen Wasserstraßengesellschaft. Bratislava mit seinem Hafen habe dabei ein herausragendes Potenzial. Voraussetzung dafür sei jedoch der wassertechnische Ausbau des Stromes, wobei Seitz bei den Kosten von rund 1 Mrd. € angesichts der vielen beteiligten Staaten von einer „überschaubaren Aufgabe“ sprach.

Die großen Industrieunternehmen fertigen fast ausschließlich für die europäischen Märkte. Das VW-Werk beispielsweise, wo mehr als 8000 Mitarbeiter jährlich rund 238 000 Fahrzeuge, darunter auch etwa 30 000 fertig montierte Karossen für den Porsche-Cayenne, sowie Motoren und Komponenten produzieren, liefert allein 31 % der Fahrzeuge nach Deutschland. Während die Porsche-Produkte mit täglichen Ganzzügen über die Tschechische Republik via Bayern nach Sachsen transportiert werden, nutzt VW für seine Fahrzeuge derzeit Ganzzüge zu den deutschen Seehäfen, aber auch Lkw-Transporte, die etwa 55 % der Produktion zu den Zielmärkten bringen. MANFRED SCHULZE/Si

Von Manfred Schulze/Jürgen Siebenlist

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