Logistik 31.08.2007, 19:29 Uhr

Schwersttransporte bringen Anlagen schneller zur Produktion  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 31. 8.07, Si – Im Anlagenbau wird Logistik zum entscheidenden Rationalisierungsfaktor. Denn zunehmend bringen die Hersteller vormontierte große Baugruppen zu ihren Kunden und fügen sie ohne lange Stillstandzeit in deren Fertigungslinien ein.

Mit 355 t Gewicht ist der Walzenständer, der am 21. August als Schwersttransport aus dem Werk von SMS Demag in Hilchenbach rollte, eines der schwersten Anlagenteile, die der Anlagenbauer jemals ausgeliefert hat. Er ist der erste von zwei Walzenständern, die die Kernstücke eines neuen Aluminiumwalzgerüstes bilden, auf dem große Aluminiumplatten für die Luftfahrtindustrie hergestellt werden. Die Lieferung ersetzt eine kleinere, bereits bestehende Walzanlage im Corus-Werk Koblenz. Der Transport ist ein aktuelles Beispiel für die Entwicklung im Anlagenbau, die die Logistikexperten der Hersteller vor immer größer werdende Anforderungen stellt. Denn zunehmend werden vormontierte Einheiten aus den Fertigungshallen zum Kunden transportiert.

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Man hätte die Walzenständer auch in Einzelteilen ausliefern können, wobei die Transportkosten um ein Vielfaches günstiger gewesen wären. Hendrik Langer begründet, warum sich der Anlagenhersteller dennoch für den aufwendigen Schwersttransport, der umfassende Planungen und Vorbereitungen erforderte, entschied. „Die Vormontage“, so der Leiter des Arbeitsgebiets Konstruktion Warmwalzwerke, Vorstraße, Grobblech, Aluminium von SMS Demag, „ist sowohl technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll. Denn wir können so die komplexen Teile bei uns in der Fertigung unter idealen Bedingungen zusammensetzen.“

Der Anwender erhalte so eine bereits überprüfte, technisch sicherere Anlageneinheiten, die vom Lieferanten dann vor Ort einfacher in die Produktionslinie eingesetzt und schneller in Betrieb genommen werden kann. Langer: „Der Kunde kann somit früher die profitable Produktion aufnehmen. Das kompensiert und relativiert die Mehrkosten wieder.“ Rund vier bis sechs Wochen Montagezeit vor Ort erspare diese Vorgehensweise.

Hinzu kommt, dass bei einer Anlagenmodernisierung nur eingeschränkte Platzverhältnisse herrschen, da die Neuanlagen in eine bestehende Prozesskette integriert werden müssen. Langer: „Uns ging es gemeinsam mit Corus darum, die laufende Produktion so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Durch die vormontierten Walzenständer können wir beim Anlagenwechsel die Störungen im betrieblichen Ablauf, die Stillstandzeiten und die Produktionsausfälle auf ein Mindestmaß reduzieren.“

Allerdings stiegen dadurch die logistischen Anforderungen. Die Strecke für den Schwerlasttransport betrug rund 150 km. Da die statische Belastung für die Rheinbrücken zu hoch gewesen wäre, setzten die Logistikplaner zur Flussüberquerung einen speziellen Schwerlast-Schwimmponton ein. Anschließend ging es auf der Straße weiter zum Ziel ins Koblenzer Werk. Jedes der beiden Schwergewichte wurde in zwei aufeinanderfolgenden Transporten angeliefert. Eingesetzt wurde ein 22-achsiger Spezialanhänger mit Eigenantrieb sowie drei Zugmaschinen. Das Gesamtgewicht des Transportfahrzeugs inklusive des 365 t schweren Walzenständers betrug 510 t. Der Zug hatte eine Länge von 55 m.

„Für uns sind nicht allein die Transportkosten ausschlaggebend, sondern vielmehr das Gesamtkonzept des Schwertransportunternehmens“, beschreibt Ralph Helsper, der Leiter des Fachbereichs Verkehrswirtschaft bei SMS Demag die gestiegenen Anforderungen an die Logistikplanung. Sowohl Streckenführung, technische Ausstattung, Genehmigungen und Terminierung waren zu berücksichtigen, um eine reibungslose Auslieferung im geplanten Zeitfenster für den Kunden erreichen zu können. Die Planungen für dieses außergewöhnliche Transportvorhaben starteten bei dem Anlagenbauer bereits vor zwei Jahren. Von Anfang an waren die Logistikexperten in das Projektteam eingebunden. Im letzten halben Jahr waren auch die Fachleute von Corus intensiv in die Vorbereitungen involviert.

Rund 100 Transporte mit einem Gewicht von jeweils mehr als 100 t wickelt die Logistikabteilung von SMS Demag bereits jährlich ab. Dabei geht es nicht um die Auslieferungen allein – ebenso wichtig sind die termingerechten Anlieferungen. Die Logistik wird damit für den Anlagenbauer zu einem der Dreh- und Angelpunkte der gesamten Fertigungskette. Denn mit dem Wirtschaftsaufschwung ist die Situation schwieriger geworden.

Helsper: „Die Verfügbarkeit an logistischen Ressourcen ist weltweit angespannt – insbesondere bei Schiffen. Ähnlich ist die Situation für Schwersttransporte per Bahn.“ Nur eine Handvoll geeignete Bahntransporter stünden weltweit für derartige Schwerstlasten wie diese Walzenständer zur Verfügung. „Obwohl wir den Schienenweg aus ökologischen Gründen bevorzugen, konnte er bei diesem Transport nicht zum Einsatz kommen, die Teile sind einfach zu groß“, bedauert Helsper. THILO SAGERMANN/Si

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