Intralogistik 02.02.2007, 19:26 Uhr

Schnelle Logistik fördert Profit ins Unternehmen  

Immer mehr Fertigungsexperten erkennen das gewaltige Rationalisierungspotenzial in der Betriebslogistik. Und: Deutsche Anbieter von Hightech-Logistik agieren im weltweiten Spitzenfeld. Zu Jahresbeginn und kurz vor der Fachmesse Logimat in Stuttgart zeigt sich die deutsche Vorzeigebranche bereits in Topform.

„Gleichzeitig wirkt diese Branche wie ein Schmelztiegel, der unterschiedlichste Technologien verbindet und Materialfluss, Handling, Lagerhaltung wie auch Kommissionierung neue Leistungsdimensionen eröffnet“, ergänzt Matthias Remmert, Hier denkt der Geschäftsführer beim Lager- und Handlinganbieter Remmert in Löhne unter anderem an Radio Frequency Identification (RFID) als schnellen Datentausch per Hochfrequenzfunkfunk, Internetzugriff bis in die Regalgasse und verstärkten Robotereinsatz.

Diese Hightech-Chancen werden erfolgreich umgesetzt – sie tragen zu einem Umsatzwachstum bei, von dem andere deutsche Branchen nur träumen können. Zwar sind die letzten „Hochrechnungen“ bezüglich 2006 beim VDMA-Forum Intralogistik noch nicht ganz abgeschlossen. Doch rechnen die Frankfurter Branchenexperten mit einem Umsatzsprung von rund 7 % auf etwa 15,7 Mrd. € im vergangenen Jahr – nach dem Rekordjahr 2005, das mit einem Zuwachs von satten 15 % gegenüber 2004 glänzte. Und auch fürs laufende Jahr werden die wirtschaftlichen Chancen beim VDMA mit mindestens 3 % Plus gehandelt, trotz Mehrwertsteuererhöhung, deren Folgen noch nicht ganz einzuschätzen sind.

Die nötigen Technologien, um den Logistikstandort Deutschland weiter zu stärken, stehen jedenfalls bereit – und können auf der Messe Logimat 2007 in Stuttgart vom 13. bis zum 15. Februar bei den rund 500 Ausstellern erstmals in diesem Jahr begutachtet werden.

Beispiel RFID: Dass die Kommunikation per Hochfrequenz und Funketiketten ein immer breiteres Einsatzfeld in allen Facetten der Intralogistik findet, ist praxisnahen Wissenschaftlern ebenso klar wie den deutschen Anbietern von Hightech-Logistiklösungen. „Standen früher zu hohe Kosten einer breiten Einführung von RFID in Produktion und Logistik im Weg, erschließen Miniaturisierung und eine immer kostengünstige Fertigung neue Anwendungsfelder auch bei mittelständischen Unternehmen“, präzisierte Michael ten Hompel, Leiter des Dortmunder Fraunhofer-Instituts für Materiafluss und Automatisierung (IML).

Hier setzen auch die RFID-Spezialisten des Hamburger Staplerbauers Still an: „Eine Umfrage von uns bei 150 Logistikunternehmen hat gezeigt, dass gerade am Einsatz von RFID zur Warenerkennung und Materialverfolgung ein ausgeprägtes Interesse in der Industrie besteht“, betonte Andreas Packeiser, Marketingleiter bei Still. Dort soll RFID-Technik weit über das bekannte Funketikett hinaus genutzt werden. „Entsprechende Lösungen sind bereits verfügbar und werden in Stuttgart präsentiert“, betonte Packeiser. So nutzen die Hamburger zur Lokalisierung von Fahrzeugen RFID, um aus diesen Ergebnissen Betriebsabläufe zu optimieren. Entsprechend kann der Lagerort der Ware laut Still aus der logischen Verknüpfung von Zustandsgrößen des Fahrzeug wie Position und Hubhöhe errechnet werden.

„RFID ist zu einem wichtigen Bestandteil der strategischen Konzepte für die Logistikdienstleister geworden“, verdeutlichte Ewald Kaiser, Präsidiumsmitglied des Deutschen Verkehrsforums, jüngst bei einer Informationsveranstaltung zur Radiofrequenz-Identifikation in Berlin die Vorreiterrolle seiner Branche beim Einsatz dieser Informationstechnik. Effiziente Systeme, so das Geschäftsführungsmitglied der Schweizer Kühne + Nagel International AG, seien schon heute im Bereich der Supply Chain für eine lückenlose Rückverfolgung und sicheren Warenübergang im Einsatz. Nach den Angaben des Deutschen Verkehrsforums gehört Transport und Logistik mit 64 % derzeit zu den Haupteinsatzgebieten von RFID.

Auf der Logimat können die Fachbesucher in Halle 4.1 in einem über 170 m2 großen RFID-Showroom neueste Anwendungen der Radiofrequenz-Identifikation persönlich testen. Hier zeigt der Warehouse-Experte Ehrhardt + Partner, gemeinsam mit dem ebenfalls in Boppard ansässigen Institut für technische Lösungen in der Logistik (ITL), wie sich Kommissionierprozesse damit optimieren lassen. Aufträge der Interessenten werden dabei mittels RFID-Technologie auf Vollständigkeit überprüft sowie die Seriennummern und weitere artikelspezifische Daten der kommissionierten Waren automatisch erfasst und zur Rückverfolgung dokumentiert.

Das größte Potenzial für den Einsatz der Radiofrequenz-Identifikation zur Verbesserung der Logistikabläufe sieht das Informationsforum RFID, Berlin, derzeit in der Behälterverfolgung. Über 60 % der kürzlich im Rahmen einer Marktstudie befragten RFID-Anbieter erwarten, dass in spätestens drei Jahren die Container und Paletten mit ihren Produkten versehen sind.

Mehr Effizienz im Lager ist aber auch Sache ausgeklügelter Mechanik – das will Daifuku, Mönchengladbach, mit dem „Synchronized System“ auf der Logimat 2007 unter Beweis stellen. So fahren bei dieser Lösung zwei Regalbediengeräte auf derselben Schiene und bedienen die volle Länge der Gasse. Auf diese Weise erziele das System den anderthalbfachen Durchsatz eines herkömmlichen Regalbediengeräts, hebt man in Mönchengladbach hervor. Gleichzeitig handele es sich um eine redundante Anlage: Fällt ein Bediengerät aus, übernehme sein „Zwilling“ problemlos die Logistik an der gesamten Lagergasse.

Team aus Paderborn wiederum setzt bei der Optimierung von Logistikprozessen auf effektive Software: „Das System Prostore Dashboard führt relevante Prozesskennzahlen zusammen und bietet damit Logistikentscheidern exakten Überblick, wie sie für das Controlling und die Planung von Logistikabkäufen brauchen“, präzisierte Geschäftsführer Michael Baranowski. D. KIPPELS/J. SIEBENLIST

Von D. Kippels/J. Siebenlist

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