Intralogistik 06.06.2008, 19:35 Uhr

Roboter regieren im Warenlager  

Konsequente Automation vom Wareneingang über die Produktion bis zum Versand ist ein Fertigungsfaktor, der immer mehr über den Unternehmenserfolg entscheidet. Da passt es gut, dass Roboter in der Logistik auch für kleinere Firmen immer erschwinglicher werden, wie in Hannover zu hören war.

Bernd Schnoor kennt aber noch einen weiteren Grund für Lagerautomatisierung per Roboter. „Für Menschen sind Pack- oder Palettieraufgaben so unattraktiv und gesundheitsgefährdend, dass kaum noch Mitarbeiter gefunden werden können. Das gilt besonders jetzt bei guter Konjunktur.“

Mit dem in Hannover präsentierten Roboter-System als Lagen-Depalettierer wollen die Augsburger neue Maßstäbe beim Lagen-Depalettieren und dem gemischten Depalettieren in Waren-Verteilzentren setzen.

„Wichtig in diesem Zusammenhang ist unser neuer, zum Patent angemeldeter Greifer“, betonte der Kuka-Mitarbeiter. So sei der ebene Boden der weitaus meisten Artikel die Gemeinsamkeit, welche Kuka sich zunutze mache, um über ein universelles Greifsystem mit „Aufwalzprinzip“ auch solche Produkte lagenweise zu greifen, bei denen alle anderen konventionelle Technologien versagen. Schnoor: „Dabei drücken zwei durch Servo-Motoren angetriebene, gegenüberliegende Walzen gegen die Palettenlage. Die Produkte würden dadurch aufgewalzt bzw. nach oben gedrückt und auf zwei symmetrische Trägerplatten geschoben. Der Lagen-Depalettiergreifer stellt sich dabei laut Kuka definiert auf das Produktgewicht und die Produkthöhe ein.

„Natürlich ist die Automatisierung in der Intralogistik noch lange nicht ausgereizt, sondern sie wird erst in den kommenden Jahren ihr volles Potenzial entfalten“, bestätigte Wolfgang Albreicht, Geschäftsführer beim Software-Haus PSI in Berlin. Die eigentliche „Kunst“ sei es, die Individualität eines Projektes mit Software-Standardprodukten abdecken zu können: „So etwas muss schon in der Basisarchitektur der Software angelegt sein.“

Bedeutendes Rationalisierungspotenzial erschließt sich für den PSI-Chef durch die ganzheitliche Betrachtung von Logistiknetzen: „Wenn die Verantwortlichen exakt wissen, welche Aufträge über einen größeren Zeitraum abzuarbeiten sind, lassen sich effektive Kombinationen ermitteln, etwa um Lagerbewegungen zu reduzieren, was auch ein Beitrag zu mehr Energieeffizienz ist. Mit dem Blick über die Lagerhalle hinaus auf das ganze Unternehmen hält er Energieeinsparungen durch vernetzte Prozesse in der Größenordnung von 20 % für durchaus realistisch.

So sei die neue Software „PSIGlobal“ speziell zur kontinuierlichen Kontrolle, Bewertung und Steuerung von wertschöpfenden Logistikprozessen entwickelt worden. „Es ist möglich, mehrstufige Logistiknetzwerke abzubilden, zu analysieren und zu steuern“, betonte Albrecht. Mithilfe dieser Software könnten Fragen rund um die Standortoptimierung ebenso geklärt werden wie Probleme aus dem Bereich der Lagerauslastung.

Dass steigende Logistikkosten und immer höhere Leistungsansprüche der Kunden den Weg zu noch mehr Automatisierung vorzeichnen, ist auch für Elmar Issing klar, bei SSI Schäfer Bereichsleiter Logistiksysteme und Neue Technologien. Mit dem als Weltneuheit gezeigten „Schäfer Case Picking (SCP)“ für vollautomatische Lager- und Kommissionierprozesse wollen die Entwickler in Giebelstadt den Automatisierungstrend in weiteren Markterfolg umsetzen.

„Bis auf Einzelstückebene lassen sich die Waren kommissionieren und filialspezifisch sequenzieren“, betonte Elmar Issing. Das SCP sei ein modulares, skalierbares und nahezu beliebig erweiterbares System mit einer Leistungsfähigkeit von 30 000 bis über 300 000 Kolli bzw. Packstücke. „Die hohe Leistung erreichen wir durch Parallelisierung der Logistikprozesse“, ergänzte der Bereichsleiter.

„Die vom Wareneingang oder Hochregallager bereitgestellten Herstellerpaletten werden automatisch lagenweise depalettiert und die vereinzelten Lagen über spezielle Lagentrays dem vollautomatischen Kommissionier- bzw. Puffersystem zugeführt“, präzisierte Issing. Die lagenweise Pufferung der Waren ermögliche automatische Einzel- wie auch Mehrfachzugriffe mit nur einer Lagerbewegung bei maximaler Lagerverdichtung.

Als eine weitere Innovation des SCP sehen die Entwickler in Giebelstadt die Erfassung und durchgängige Artikelstammdatenpflege aller produktspezifischer Eigenschaften. Die Verwendung der physikalischen Produkteigenschaften nutzt laut SSI Schäfer nicht nur bei der volumenoptimierten und stabilitätsorientierten Berechnung der Filialpaletten, sondern auch beim individuellen, produktschonenden Artikelhandling. DIETMAR KIPPELS

Logistik zielt auf ganzheitliche Firmenstrategien

Von Dietmar Kippels
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