Logistik 15.06.2007, 19:28 Uhr

Logistiker stellen Weichen für mehr Transporte mit geringerem Energiebedarf  

VDI nachrichten, München, 15. 6. 07, Si – Die Umwelt- und die Energieproblematik stehen im Brennpunkt der weltweit größten Güterverkehrsmesse „transport logistic“ vom 12. bis 15. Juni in München. Mit neuen technologischen Ansätzen, aber auch politischen Weichenstellungen soll den Herausforderungen aus der aktuellen Klimaschutzdiskussion und den teurer werdenden Energieressourcen begegnet werden.

Grüne Logistik: "Sind Ökologie, Mobilität und Logistik ein Gegensatz?"

Grüne Logistik: "Sind Ökologie, Mobilität und Logistik ein Gegensatz?"

Foto: Duisport

„Sind Ökologie, Mobilität und Logistik ein Gegensatz?“ Mit einer Diskussionsrunde zu diesen Themen war am 12. Juni die Messe eröffnet worden. Fragen wie „Können Stadt-Maut, Emissionsauflagen oder Geschwindigkeitslimits den Klimawandel stoppen?“ wurden, wie nicht anders zu erwarten, kontrovers diskutiert. Dass die Branche in der Ökologiedebatte oft als Sündenbock vorgeführt werde, sei unberechtigt.

In Wirklichkeit, so betonte Nils Stolberg, Kapitän und Reedereigründer der Beluga Shipping, Bremen, sei sie oft Vorreiter, besonders bei umweltschonender Technik und zum Teil originellen Einfällen zur Energieeinsparung. „Um Kraftstoff und damit Energie, aber natürlich auch Kosten zu sparen“, erklärte er, „rüstet die Beluga ihre großen Containerschiffe mit einem Drachensegel aus, das bei geeigneten Windverhältnissen gesetzt wird.“

Bei der Lufthansa gehören umweltverträgliche Konzepte laut Carsten Spohr zur Unternehmensphilosophie. Allerdings räumte der Chef von Lufthansa Cargo in der Diskussionsrunde ein: „Bei 500 Mio. € Spritkosten haben wir auch selbst ein großes Interesse an energiesparenden Flugzeugen.“

Scania setzt auf Energieeinsparung durch Training. Denn mit gut geschulten Fahrern verringern sich Kraftstoffverbrauch und Verschleiß – für den schwedischen Nutzfahrzeughersteller ist auch das ein Umweltfaktor.

Die Bahnen, ohnehin als besonders umweltfreundlich eingeschätzt, tragen trotz zum Teil widriger Rahmenbedingungen auch wieder vermehrt zur Verlagerung von Verkehr auf die Schiene bei: „Im Vorjahr wurden 276 000 Lkw, ca. 75 000 mehr als im Jahr zuvor huckepack auf der Rollenden Landstraße zwischen Österreich und Italien über den Brenner transportiert – mit entsprechender Verminderung der Umweltauswirkungen“, erläuterte Franz Dirnbauer, der Geschäftsführer von Ökombi, einer Tochter der österreichischen Güterbahn Rail Cargo Austria. Erst vor kurzem wurde zwischen Regensburg und dem norditalienischen Trento eine neue Verbindung eingerichtet, die Österreich nur im Transit berührt. Mit der Abfahrt gegen Abend kann das Nachtfahrverbot am Brenner umgangen werden. In der Schweiz, wo gerade 125 Jahre Gotthardbahn gefeiert werden, setzt die auf den kombinierten Verkehr spezialisierte Hupac, Chiasso, eher auf unbegleitete Transporte von Wechselbehältern und Containern.

Zunehmenden Stellenwert erlangen auch die Informationstechnologien in Transport und Logistik als Schlüssel zu mehr Umweltschutz. Denn je effizienter die Nutzung eines Transports, desto geringer die spezifischen Emissionen. Eine neue Software soll durch Bündelung aller verfügbaren Informationen für effektive Auslastung der Kapazitäten, Vermeidung von Leerfahrten oder Leerflügen und optimale Routenplanung sorgen. Eine andere Software ermöglicht mit ihrer Managementfunktion die Kontrolle von mehr als 3000 mobilen Einheiten und Zugriff auf alle relevanten Daten. Eine weitere Softwareplattform stellt zu Tourenbuchungen auch die rechtlichen Bedingungen für grenzüberschreitende Transporte bereit. Datenerfassung, Flottenmanagement und Information fasst eine kompakte Multimedia-Workstation zusammen, wobei die Basisversion Telefon, Navigation, Adressbuch, Radio, MP3 und Video einschließt.

Die Bedeutung einer effektiv ausgebauten Infrastruktur unterstrich Michael Kubenz. Der Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbands, Bonn, betonte auf der Güterverkehrsmesse in München: „Am meisten Energie lässt sich einsparen, wenn man nicht im Stau stehen muss.“ Seehäfen und Flughäfen, aber auch Terminals der Schiene seien überlastet, ganz besonders aber die Fernstraßen. Mit den vorgesehenen Mitteln werde sich der Mangel nur verwalten, aber nicht beseitigen lassen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatte bei der Eröffnung der Messe erklärt, dass mit 25 Mrd. € bis 2010 nahezu zwei Drittel der Investitionsmittel für Ersatz- und Erhaltungsmaßnahmen der Bestandsnetze von Schiene, Straße und Wasserstraße ausgegeben würden. Vorrang erhalte die Fertigstellung laufender Vorhaben, die Beseitigung von Engpässen und die bessere Anbindung von See- und Flughäfen. Neben dem Güter- dürfe aber auch der Personenverkehr nicht vernachlässigt werden.

Dass es der Logistikbranche trotz zunehmender Engpässe derzeit jedoch gut geht, war von Verbandspräsident Kubenz zu hören. Mit einem jährlichen Umsatz von 170 Mrd. € gelte sie inzwischen als drittgrößter Wirtschaftsbereich nach Automobil- und Elektroindustrie und erweise sich dabei auch als Jobmaschine. Zur Zeit würden 14 000 Lkw-Fahrer gesucht, insgesamt könnten 120 000 Stellen sofort besetzt werden. R. R. ROSSBERG/Si

Von Rossberg/Jürgen Siebenlist

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