Logistik 12.04.2002, 17:33 Uhr

Lineare Lieferketten mausern sich zu einem Logistiknetz

Über ihre Logistikketten arbeiten Unternehmen mit Lieferanten und Kunden zu­sam­men. Einzellösungen stehen umfassende Konzepte gegen­über, die alle logistischen Prozesse abdecken.

Unausgereifte Konzepte, missglückte Börsengänge und Kursabstürze haben die einst hoch gehandelte New Economy diskreditiert. Heute besinnen sich Unternehmen der IT-Branche wieder auf Werte wie Wirtschaftlichkeit, Investitionssicherheit oder eine solide finanzielle Basis. So will das Walldorfer Softwareunternehmen SAP im Rahmen einer „Neuen New Economy“ dazu beitragen, verlorenes Vertrauen in die Branche zurückzugewinnen. Unternehmen sowie deren Kunden und Partner sollen über ein umfassendes Lösungskonzept für E-Business und SCM (Supply Chain Management) im Aufbau und Reengineering ihrer Geschäftsprozesse unterstützt werden.

„Mit mySAP.com hat SAP ihre Plattform für das E-Business-Zeitalter auf dem Markt positioniert. Ein zentraler Bestandteil ist die Logistiklösung mySAP Supply Chain Management“, erläutert Peter Bickenbach, Manager bei der SAP Deutschland. Bei mySAP SCM handele es sich um eine umfassende Lösung für logistische Prozesse. Die E-Business-Plattform mySAP.com bietet ein Paket von Lösungen und Serviceleistungen. „Sie verbindet die Vorzüge einer vollständigen Plattform mit innovativen Technologien und der jahrzehntelangen Erfahrung unseres Hauses mit integrierten Geschäftsprozessen“, erklärt Bickenbach.

Technischer Hintergrund: MySAP.com basiert auf einer offenen und unternehmensübergreifenden Architektur, welche die Systeme der Walldorfer und die anderer Anbieter unterstützt. Unternehmen jeder Größenordnung können so mit mySAP.com ihre individuellen Anforderungen an das E-Business erfüllen. Integrierter Bestandteil ist die Logistiklösung mySAP Supply Chain Management. Bickenbach: „Damit haben Unternehmen eine integrierte Komplettlösung zur Hand, mit der sie alle logistischen Prozesse vernetzen, planen, koordinieren und ausführen können. So können die Firmen ihre sequentielle Logistikkette in eine unternehmensübergreifende und anpassungsfähige Wertschöpfungskette verwandeln.“

Darüber hinaus könnten in mySAP SCM die Lösungen von SAP und Drittanbietern – innerhalb oder außerhalb des Unternehmens – integriert werden. Das steigere vor allem auch den Wert des vorhandenen ERP-Systems, meint Bickenbach. Durch die Verknüpfung mit mySAP Customer Relationship Management sind beispielsweise die Endkunden stets über die gesamte Logistikkette hinweg im Blickfeld. Bickenbach: „Die Anbindung an mySAP Product Lifecycle ermöglicht es, die Zulieferer in den Produktentwicklungsprozess einzubeziehen, um Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Durch die Integration von mySAP Business Intelligence kann die Leistung der Wertschöpfungskette zeitnah gemessen und ausgewertet werden.“

Das Lösungskonzept mySAP SCM, bietet Werkzeuge in vier Schlüsselbereichen des Supply Chain Managements: Die Planung (Supply Chain Planning) synchronisiert alle Logistikaktivitäten, ermöglicht eine schnelle Reaktion bei Änderungen sowie die Optimierung von Prognosen, Plänen und Abläufen. Die klassische Logistikabwicklung (Supply Chain Execution) ermöglicht eine unternehmensübergreifende Beschaffung, Produktion und Auftragsabwicklung und liefert einen Überblick entlang der gesamten Logistikkette.

Das Werkzeug Vernetzung (Supply Chain Networking) macht Logistikketten webfähig und unterstützt beim Aufbau einer unternehmensübergreifenden Plattform, mit der die Beteiligten den Einblick in das betriebswirtschaftliche Umfeld der anderen Beteiligten erhalten, um eine nahtlose Zusammenarbeit zu ermöglichen. Der vierte Bereich ist die Koordination (Supply Chain Coordination), die eine enge Zusammenarbeit mit Partnern bei den Aktivitäten und Prozessen im erweiterten Wertschöpfungsnetz ermöglicht, bei der Erkennung von Ausnahmen hilft und schnellere Reaktionen möglich macht.

Unter der Fahne der New Economy haben in den vergangenen zwei bis drei Jahren diverse Anbieter im Gefolge der SCM-Pioniere i2 technologies und manugistics sog. SCM-Lösungsbausteine auf den Markt geworfen, ohne dass damit auch echte Planungs- oder Ausführungsfunktionalitäten verbunden waren. „Damit eine Supply-Chain aber wirklich lückenlos funktioniert, müssen sich die Unternehmen entlang der Lieferkette öffnen und ihren Lieferanten beispielsweise erlauben, in ihr Lager zu sehen“, verweist Siegfried Muckenschnabel, Sales Manager des im SAP-Umfeld als Logistikberatung tätigen Unternehmens Siemens Dematic auf eine essentielle Voraussetzung. Um diese Transparenz für eine Lieferkette oder ein Supply-Chain-Netzwerk zu schaffen, haben die Lösungsanbieter bei den deutschen Entscheidern noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. HARALD LUTZ/mg

Ein Beitrag von:

  • Harald Lutz

  • Manfred Grotelüschen

    Ressortleiter Elektronik/Energie bei VDI nachrichten. Seine Fachgebiete: Energiepolitik, Erneuerbare Energien, Energiewirtschaft.

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