Industrie 29.04.2011, 19:53 Uhr

Intralogistik stellt sich der „grünen“ Herausforderung

Für Anbieter von Lager- und Fördertechnik, Gabelstaplern, Hebezeugen und Hafenlogistik ist Energieeffizienz längst kein schnelllebiger Slogan mehr, sondern ein Trend. Der verändert die gesamte Branche „nachhaltig“. Das wird auch die Messe CeMAT 2011 (2. bis 6. Mai) in Hannover zeigen, wo rund 1100 Aussteller aus 38 Ländern präsent sind.

Umweltfreundliche Technologien werden nach Einschätzung von Egon Strehl, Geschäftsführer von Clark
Europe, Mülheim, die Entwicklungen und die Zukunft der Intralogistik bestimmen. Allerdings mahnte er kurz vor der CeMAT 2011: „Auch wenn sich die Industrie branchenübergreifend darüber im Klaren ist, dass die Zeit der fossilen Brennstoffe in einigen Jahren abgelaufen ist – Fakt ist nach wie vor, dass der verbrennungsmotorisch angetriebene Stapler in vielen Bereichen einsatzbedingt nicht wegzudenken ist.“ Es müsse also darum gehen, den Energieeffizienzgrad zu steigern, um die Umwelt zu entlasten und die Betriebskosten zu senken.

„Auch im Bereich Kran- und Handhabungstechnik spielen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit immer größere Rollen“, ergänzte Christoph Kreutzenbeck vom Produktmarketing bei Demag Cranes, Düsseldorf. So lenke das Unternehmen die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf zukunftsfähige Produkte und schöpfe zugleich Optimierungspotenzial bereits eingeführter und bewährter Produktreihen aus. „Mit unseren Produktionsstrategien verfolgen wir das Ziel, über den gesamten Lebenszyklus hinweg umweltfreundliche und energiesparende Produkte herzustellen“, erklärte Kreutzenbeck.

Zudem würden Kransysteme dazu beitragen, Anlagen für die Erzeugung von erneuerbaren Energien zu produzieren, zu warten und zu betreiben. Als Beispiele nannte er Krananlagen für die Fertigung von Windkrafttechnologie, Ketten- und Seilzüge für die Wartung von Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen, Radblöcke für den Einsatz in verfahrbaren Solarmodulen sowie Hafenkrane für den Umschlag von Windkraftkomponenten in Häfen und Terminals.

„Strategien und Technologien in der Intralogistik, die Nachhaltigkeit zum Ziel haben, sind ein Dauerthema und werden es bleiben. Gefordert sind hier ganzheitliche Lösungsansätze, die einen Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie schaffen“, bestätigte Manfred Preiss, Sales Direktor bei SSI Schäfer, Peem. Dabei gelte es vor allem solche Prozesse anzustoßen, die sich gleichzeitig positiv auf die Umwelt, die Mitarbeiter und Effizienz der Prozesse auswirken

„Derzeit sind aber noch weitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen weltweit zu beobachten, die zu dauerhaften logistischen Veränderungen führen werden“, prognostizierte Christoph Beumer, Chef der Beumer Group, Beckum. Hinsichtlich der Auswirkungen dieser Entwicklungen auf seine Branche stellte er fest: „Sie stellen die Intralogistik vor völlig neue Herausforderungen.“

Zum Beispiel werde die Gesellschaft immer älter, und ältere Menschen blieben auch im Berufsleben länger aktiv. Darauf müssten Arbeitsplätze ausgerichtet werden, indem man monotone Tätigkeiten oder das Heben schwerer Lasten automatisiert. Das Älterwerden der Gesellschaft wiederum, so Beumer, verursache gleichzeitig ein Wachsen des Versandhandels, erfordere aber auch eine höhere Automatisierung bei Lagerung, Kommissionierung und Distribution. „Das stellt unsere Branche vor neue Aufgaben“, betonte er.

Als weitere Einflüsse auf logistische und vor allem intralogistische Prozesse und Systeme nannte Beumer unter anderem die Globalisierung und Urbanisierung, den Wandel vom Industrie- zum Informationszeitalter, die Ressourcenknappheit, die immer kürzere Halbwertzeit von Innovationen und das wachsende Bedürfnis der Menschen nach Individualität.

Konzernchef Beumer, auch im Vorstand der BVL – Bundesvereinigung Logistik engagiert, postulierte: „Die Intralogistik hat die Aufgabe, diese Entwicklungen mitzugestalten. Deshalb ist für mich der wesentliche Trend der Intralogistik die wachsende elektronische Intelligenz.“ Denn erst intelligente Intralogistik ermögliche den weltweiten Handel, die physische und datentechnische Vernetzung der Transporte und damit die Globalisierung. Sie versorge die weltweit in atemberaubender Geschwindigkeit entstehenden Megazentren effizient und bringe die schnellen Sortimentswechsel, welche durch die rasanten Innovationszyklen bestimmter Produkte entstehen, in die Märkte.

Die derzeitigen wirtschaftlichen Perspektiven, um solche Herausforderungen zu stemmen, sind jedenfalls glänzend, wie Manfred Günther, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme, Frankfurt, am 27. April auf der CeMAT-Pressekonferenz in Hannover betonte: „Nach den uns bislang vorliegenden Zahlen gehen wir davon aus, dass die deutsche Intralogistik 2010 einen Umsatz von 14,8 Mrd. € erzielt hat.“ Damit liege der Umsatz um 8 % unter dem Wert von 2009 – aber um etwa 10 % höher, als noch im vergangenen Jahr befürchtet wurde. Für 2011 prognostizierte der Branchenexperte ein Umsatzwachstum von 9 % und erwartet einen Branchenumsatz von mehr als 16 Mrd. €: „Damit liegen wir etwas über dem Niveau von 2009. Die aktuelle Lage deutet darauf hin, dass wir diese Prognose übertreffen könnten.“ D. KIPPELS/U. W. SCHAMARI

Von D. Kippels/U. W. Schamari

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