Logistik 07.10.2005, 18:40 Uhr

Gute Logistik entscheidet oft die Standortfrage  

Mit einem Umsatzsprung von 12 % gegenüber 2004 koppeln sich deutsche Logistik-Anbieter in 2005 von der Langzeit-Wirtschaftsflaute ab und planen für die nahe Zukunft einen Mitarbeiterzuwachs von 1,2 % jährlich. Doch die starke Stellung lässt sich noch ausbauen. Auf der Cemat 2005 als weltgrößter Messe für Intralogistik in Hannover könnten die Grundsteine für neue, attraktive Geschäfte gelegt werden.

Kurz vor der Cemat 2005 als erster Weltleitmesse für Intralogistik präsentieren sich die deutschen Unternehmen in Hochform und als Vorzeigebranche. „Die deutschen Intralogistik-Unternehmen haben im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12,8 Mrd. € erwirtschaftet. Die Branche wird 2005 im Umsatz um 12 % gegenüber dem Vorjahr wachsen“, freut sich Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des „Forum Intralogistik“ im VDMA. Unter Intralogistik versteht der gleichzeitige Geschäftsführer des Stuttgarter Unternehmens Viastore den Materialfluss mit Ausnahme des Transport wie etwa per Lkw, Schiff oder Flugzeug.

„Deutschland ist ein Hightech-Land und steht in Sachen Intralogistik auf Platz 1 der Export-Weltrangliste. Diese Position wird auch in Zukunft unsere Wirtschaft prägen“, so Hahn-Woernle weiter. Zweistellige Zuwachsraten im Container-Handling deuten für ihn auf den weltwirtschaftlichen Nutzen der Intralogistik hin: „Eine Globalisierung ohne Intralogistik gibt es nicht.“

Entsprechend der wirtschaftlichen Erfolgskurve kann auch von einem Stellenabbau nicht die Rede sein – im Gegenteil. „Wir brauchen Nachwuchskräfte. Von 2001 bis 2004 ist die Beschäftigtenzahl von etwa 86 000 auf 90 000 Mitarbeiter gestiegen“, betont Hahn-Woernle als Sprecher des Forums Intralogistik. Die Unternehmen würden auch in Zukunft mit einem Mitarbeiterzuwachs von durchschnittlich 1,2 % im Jahr rechnen. Diese Jobmaschine könne allerdings nur dann richtig anspringen, wenn die Politik ein mittelstandsfreundliches Umfeld schaffe, in dem die Rahmenbedingungen stimmen. „Die Infrastruktur muss verbessert werden Die Einnahmen der Maut müssen in die Verkehrsinfrastruktur fließen und dürfen nicht zum Stopfen von Löchern missbraucht werden, die durch Fehler in der Vergangenheit entstanden sind.“

Das sieht Hans-Jörg Hager, Vorstandsvorsitzender von Schenker Deutschland, ähnlich: „Der Logistiksektor ist der Türöffner schlechthin für räumliche Arbeitsteilung und somit die Schlüsselbranche der Volkswirtschaft.“ Ohne diesen Wirtschaftszweig wäre Arbeitsteilung im In- und Ausland nicht möglich – „sie bildet das Grundraster der Globalisierung.“ Zudem würden zukunftsträchtige Schlüsseltechnologien nicht zuletzt durch einen leistungsfähigen Logistiksektor in Deutschland gebunden. Erst die Mehrwertdienste der Logistik ermöglichen laut Hager den Unternehmen an globalen Entwicklungen teilzuhaben, ohne Kernfunktionen mit hoher Wertschöpfung in Deutschland aufgeben zu müssen.

„Zudem treibt der Logistiksektor innovative Technologien voran und lässt sie in die Prozesse der Kunden einfließen“, erläutert Hans-Jörg Hager, der gleichzeitig Mitglied des Präsidiums Deutsches Verkehrsforum ist. Entsprechend sei die Branche Vorreiter bei der Anwendung und schnellen Umsetzung zahlreicher Schlüsseltechnologien – hier denkt er etwa an Radio Frequency Identification (RFID), Echtzeitmanagement von Logistikketten oder vollautomatisierte Lagersysteme.

Diese Hightech-Trends werden nicht nur in den Messehallen der Cemat 2005 für Diskussionsstoff sorgen, sondern auch im Mittelpunkt von Sonderschauen und Podiumsdiskussionen stehen. „RFID wird ein sehr wichtiges Thema sein. In vielen Foren wird darüber diskutiert, wann und wie es sich lohnt, die Transponder einzusetzen“, prognostiziert Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter der Deutschen Messe. So stellen Mitarbeiter der Metro-Group am 12. Oktober die RFID-Logistikkonzepte ihres Unternehmens vor. Am gleichen Tag wird RFID ebenfalls Thema im Forum Verpackungstechnik sein.

Auch auf dem Branchen-Meetingpoint Chemie und Pharma spielt RFID in der kommenden Woche eine große Rolle, da das Thema Rückverfolgbarkeit von Medikamenten in der Pharmabranche genauso heiß diskutiert wird wie in der Lebensmittelbranche.

„Zu hohe Kosten waren einer der Hauptgründe, weshalb der Einsatz von Hochfrequenz-Kommunikation in der verarbeitenden Industrie bislang nur in wenigen Bereichen erfolgte“, erläutert Michael ten Hompel, Leiter des Dortmunder Fraunhofer-Instuts für Materialfluss und Logistik (IML). Doch jetzt würde die fortschreitende Miniaturisierung und eine immer kostengünstigere Fertigung RFID ein breites Einsatzfeld im Unternehmen erschließen.

Effektive Intralogistik spielt aber auch in den engverzahnten Zuliefer- und Wertschöpfungsketten des Supply Chain Managements (SCM) eine immer wichtigere Rolle. „Unsere Kunden sehen sich mit immer kleineren Sendungsgrößen und steigenden Lieferfrequenzen konfrontiert“, betont Rainer Bröcher, Leiter Vertrieb und Marketing bei SSI Schäfer in Neunkirchen. Gefragt seien deshalb Lagersystem- und Logistiklösungen, mit denen sich die Kosten entlang der Supply-Chain-Kette senken lassen. Dies könne etwa durch eine Steigerung der Kommissionierleistung oder den Einsatz lagerverdichtender Systeme erfolgen. DIETMAR KIPPELS

Von Dietmar Kippels

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