Logistik 19.12.2008, 19:38 Uhr

Frankfurt Airport investiert verstärkt in seine IT-Technik

Der Flughafen Frankfurt will seine Funktion als eines der weltweit führenden interna¬tionalen Luftfrachtdrehkreuze weiter ausbauen. Dafür werden jährlich 27 Mio. € allein in die Informationstechno¬logie (IT) investiert. Denn nur über den konsequenten Ausbau der IT-Infrastruktur lässt sich die wachsende Flut an Flugplan-, Lade-, Passagier- und Gepäckdaten auch in Zukunft noch beherrschen.

Krieg: „Wir mussten in unsere Prozesse investieren und werden dies auch weiterhin tun. Momentan stecken wir jährlich etwa 27 Mio. € in den Ausbau unserer IT-Infrastruktur“, so der Chief Information Officer (CIO). Als Ergebnis dient dem Flughafenbetreiber heute BIAF – Business Intelligence Architecture Framework als Informationsrückgrat. Vergangene und geplante Flugbewegungen, Passagier- und Personaldaten, Verspätungen, die Wettervorhersage – alle Informationen aus den operativen Anwendungen fließen in BIAF zusammen und schaffen so eine einheitliche Sicht auf den Flugbetrieb.

Die Betriebsdaten zum Fluggeschäft werden alle fünf Minuten aktualisiert. „Wir können jetzt ohne größeren Aufwand neue Managementfragen beantworten, besser und schneller Reports erstellen und die Kosten für die IT-Infrastruktur senken“, fasste Krieg die Vorteile des BIAF zusammen.

Thomas Maier, Pressesprecher von SAS Deutschland, auf deren Software die Business-Intelligence-Architektur (BI) des Frankfurter Flughafens basiert, ist sich sicher, dass die heutige Fraport-IT-Infrastruktur fit ist für die künftigen Anforderungen. „Die Flughafenexperten können schnell und mit deutlich reduziertem Aufwand neue Prozesse in der Architektur abbilden und weitere Reporting-Lösungen integrieren“, so Maier.

Definierte Schnittstellen sowie unternehmensweit einheitliche Metadaten würden zudem die Flexibilität und Skalierbarkeit von BIAF sichern. Informationen über den allgemeinen Flugbetrieb, die Verspätungssituation sowie die Qualität der Ent- und Beladungsprozesse stehen laut Maier jetzt jederzeit aktuell zur Verfügung.

„Insgesamt fast 500 Anwender – darunter auch das oberste Management – können sich so die gesamte Performance des Flughafens erstmals mithilfe einer Airport-Map auf den Schreibtisch holen und damit den Flughafenbetrieb ganzheitlich mit seinen geographischen Abhängigkeiten einsehen und analysieren“, erklärte der SAS-Sprecher.

Wie groß das tägliche Datenvolumen am Flughafen Frankfurt tatsächlich ist, verdeutlichte Dieter Steinmann, Geschäftsprozessmanager bei Fraport, gegenüber den VDI nachrichten. „Pro Flugereignis, also bei jedem Start und bei jeder Landung, entstehen rund 1000 Bewegungsdaten“, so der Experte. Hinzu kämen noch etwa 300 Stammdaten für verschiedene Ressourcen – wie zum Beispiel Gates, Positionen oder Flugzeug.

Der größte Teil dieser Informationen, so Steinmann, entstehe bei der Abfertigung – also bei der Be- und Entladung der Flugzeuge. Vor diesem Hintergrund hat der Flughafen Frankfurt ein digitales Informationssystem im Abfertigungsbereich eingeführt. Über das MobIS-L (Mobiles Informations- und Dokumentationssystem für den Ladeservice) erhält der Lademeister Flugplan-, Lade- und Gepäckdaten über einen Handheld-Computer elektronisch übermittelt. Diese elektronische Lösung – ergänzt durch die Informationsübermittlung per Sprechfunk – ersetzt den Umgang mit zahlreichen Dokumenten. Alle Daten, die bisher mehrfach zwischen Vorfeld, Planung und Cockpit hin und her gingen, sind heute per Knopfdruck abrufbar. ROLF MÜLLER-WONDORF/Si

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