Logistik 17.03.2006, 18:43 Uhr

Duisburg erweitert sein Container-Netzwerk  

VDI nachrichten, Duisburg, 17. 3. 06, Si – Das logistische Optimierungspotenzial von Duisburg liegt in der effizienteren Vernetzung der maritimen und kontinentalen Containerströme. Das verdeutlichte Hafenchef Staake auf dem 7. Logistics Forum Duisburg an der Ausweitung der Duisport-Kapazitäten für den kombinierten Güterverkehr per Binnenschiff und Bahn.

Eine stärkere Herausstellung der „sehr guten Verknüpfung von maritimem und kontinentalem Kombinierten Verkehr (KV)“ empfiehlt das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund, dem Duisburger Hafen. Denn in einer IML-Studie, die Erich Staake am 9. März auf dem von der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Bremen, veranstalteten 7. Logistics Forum Duisburg präsentierte, fanden die Logistikexperten des Instituts überzeugende Argumente für die Ansiedlung europäischer Distributionszentren im Duisport. „Die Tatsache, dass sich bereits zahlreiche Global Player der Logistikbranche für diesen Standort entschieden haben, untermauert diese These“, begründete der Vorstandssprecher der Duisburger Hafen AG im Business-Center der MSV-Arena den stetigen Investitionsfluss für den Ausbau der Gleis- und Containerterminal-Infrastruktur. Seit dem Jahr 2000 sind nach den Angaben des Hafenchefs bereits rund 55 Mio. € investiert worden, von 2006 bis 2008 wolle die Duisport-Gruppe weitere 55 Mio. € einsetzen, um die aktuelle Gesamtkapazität von 900 000 TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) beim Schiff/Bahn-Umschlag bis auf 1,3 Mio. TEU zu steigern.

Staake: „Ab 2008 stehen vier Terminals mit mehr als 40 ha Fläche und 13 Kränen zur Verfügung.“ An ihrer Auslastung hat der Hafenchef keinen Zweifel, denn insbesondere die „Erschließung des hohen Potenzials zur Verbesserung der Seehafenhinterlandverkehre per Binnenschiff und Bahn“ habe das Institut in seiner Studie als zukünftige Kernaufgabe des Hafens angesehen. Die anschließende Sortierung der Container in Duisburg ermögliche zudem terminalreine Anläufe in den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam.“Die Untersuchung hat deutlich gemacht, dass wir uns bereits als wichtiger Seehafenhinterland-Hub für die ARA-Häfen (Antwerpen/Rotterdam/Amsterdam) etabliert haben und ein integrativer Bestandteil internationaler Netzwerke sind“, resümierte Staake. Optimierungspotenziale gäbe es nach wie vor im Zusammenspiel der Akteure, den See- und Binnenhafenterminals, Reedereien, den Verladern und den Logistikdienstleistern.

Insbesondere die Hub-Verkehre erfordern nach Ansicht von Prof. Uwe Clausen „eine hohe logistische Leistung, die nur mit vorauseilendem Informationsfluss und vorausschauender Planung gewährleistet werden kann“. Informationsverknüpfung helfe, so der Institutsleiter im Bereich Logistik, Verkehr und Umwelt des Fraunhofer IML in Dortmund, Zeit- und Qualitätsvorteile bei Hub-Verkehren über den Duisburger Hafen zu realisieren. Eine große Bedeutung komme dabei der Kommunikation gegenüber bestehenden und potenziellen Hafenkunden zu. Es müsse herausgestellt werden, dass ein breites logistisches Angebot der nachhaltigen Stärkung des Standortes Duisburg diene, so Clausen.

Aber auch hinsichtlich des zunehmenden Dienstleistungsbedarfs der Kfz-Industrie kann der Duisburger Hafenchef auf Ansiedlungserfolge verweisen. Staake: „Mit der Automobillogistik hat sich eine noch junge Branche in kürzester Zeit am Standort etabliert.“ Eine wichtige Voraussetzung dafür sei mit der Inbetriebnahme einer hoch modernen RoRoRampe für den Roll-on/Roll-off-Verkehr im Logistikzentrum Logport geschaffen worden. So konnte etwa im vergangenen Jahr der Automobillogistiker E. H. Harms gewonnen werden. Das Bremer Unternehmen hat auf 100 000 m² Logport-Gelände ein intermodales Autoterminal inklusive eines PDI-Centers (Pre-Delivery Inspection) in Betrieb genommen.

In unmittelbarer Nachbarschaft betreibt der belgische Wettbewerber Cobelfret, laut Staake einer der führenden Automobillogistiker in Europa, ebenfalls ein Auto-Terminal. Und der amerikanische Automobilzulieferer Tower Automotive hat im Logistikpark Kaßlerfeld ein Werk für Karosseriekomponenten für den Mercedes-Sprinter stehen.

Auch bereits in Duisburg ansässige Logistikdienstleister wie IHG Logistics und Kühne+Nagel sind im Bereich Automotive-Komponenten tätig. Staake: „Das Engagement dieser Unternehmen unterstreicht Duisports Position als wichtiger Umschlag- und Weiterverarbeitungsplatz für Fahrzeuge und Automotive-Komponenten.“ IHG Logistics importiere beispielsweise jährlich 10 Mio. Lautsprecher, die dann im Logport für europäische Automobilproduzenten geprüft und termingerecht distribuiert werden. In diesem Jahr rechnet der Hafenchef damit, dass mehr als 100 000 Kraftfahrzeuge verschiedenster Automobilhersteller über Duisburg umgeschlagen werden.

Ein aktuelles Beispiel für den weiteren Ausbau der Umschlagkapazitäten in Duisburg ist ein 25 ha großer ehemaliger Standort der Metallhütte. Das MHD-Gelände in Duisburgs Süden gehört seit Frühjahr dem Duisburger Hafen. „Damit ist der Start für Logport II gemacht“, freute sich Vorstandssprecher Staake darüber, dass der erfolgreich im Logistikgeschäft etablierte Logport I (er entwickelte sich auf einer 265 ha großen Fläche, auf der einst das Krupp-Hüttenwerk stand) einen neuen kleinen Bruder erhalten hat. Offizieller Eigner des direkt am Rhein gelegenen Geländes ist die Hafentochter Duisburg-Rheinhausen GmbH. Bis Ende 2008 soll das MHD-Gelände baureif gemacht und trimodal erschlossen werden. Denn Staake kann sich hier weitere Kapazitäten für den Wasser-Bahn-Umschlag gut vorstellen. Si

Von Jürgen Siebenlist

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