Logistik 10.06.2005, 18:38 Uhr

Die Logistikprofite liegen im Netz  

Logistik ist ein Wachstumsmarkt, dennoch bleiben die Margen der Dienstleister unter Druck. Selbst die vermeintlich höherwertige Kontraktlogistik bietet keinen Ausweg aus der Kostenspirale, wie eine aktuelle Analyse der Mercer Management Consulting zeigt. Spezialisierte Kontraktlogistikanbieter sind nach den Untersuchungsergebnissen der Münchner Unternehmensberatung sogar weit weniger erfolgreich als Dienstleister, die ihr bestehendes Kerngeschäft mit anspruchsvollen Kontraktlogistikaufträgen ergänzen.

Bestehende Strukturen und Netze sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Die führenden Netzwerkanbieter böten ihren Kunden jeweils nur solche Kontraktlogistikleistungen an, die gut über ihre bestehenden Produktionsnetzwerke abgewickelt werden können. Die Auslastung sei deshalb so wichtig, weil Logistikkunden nur in sehr geringem Maße bereit sind, für höherwertige Dienste auch höhere Preise zu zahlen.

„Kontraktlogistik lohnt sich in der Regel nur in Kombination mit anderen Logistik- und Transportgeschäften“, meint Alexander Neuhaus. „Unternehmen, die sich auf Kontraktlogistik spezialisiert haben“, so stellt der Logistikexperte bei Mercer Management Consulting fest, „unterhalten auch weiterhin umfangreiche Aktivitäten im traditionellen Frachtmanagement.“ Bei Exel zeigte sich beispielsweise in der Margenentwicklung der verschiedenen Geschäftssegmente, dass die Margen für Kontraktlogistikaufträge in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken sind und sich den Margen für den Landverkehr angenähert haben. Ähnliches sei bei TPG oder UPS zu beobachten.

Im Logistikmarkt dominieren sechs Geschäftsmodelle. Margen von durchschnittlich 7,3 % würden im Express-Logistik-Modell erwirtschaftet, das sich nicht auf bestimmte Dienstleistungen spezialisiert, sondern eigene, sehr dichte Netzwerke in Landverkehr, Luft- und Seefracht nutzt, um Kontraktlogistikleistungen anzubieten.

Ein besonderes Geschäftsmodell verfolge die Deutsche Post als Komplettanbieter für Logistik. Als bislang einziger Anbieter verfügt das Unternehmen über ein Geschäftsportfolio, das in allen wichtigen Logistiksegmenten vertreten ist – und erzielt damit eine Marge von durchschnittlich 6,4 %.

Spediteure mit starkem Fokus auf Landverkehr, die zusätzlich in der Kontraktlogistik tätig sind, wie etwa Geodis, DSV oder Schenker, erreichen mit 3,5 % nur knapp höhere Durchschnittsmargen als Unternehmen, die im reinen Transportgeschäft arbeiten.

Erfolgreicher sind Kontraktlogistikspezialisten mit Landverkehrsnetz wie Dachser oder Gefco. Sie haben sich auf eine oder mehrere Kundengruppen fokussiert – Dachser z.B. auf Lebensmittel- und Frischproduktlogistik. Die Spezialisten können eine durchschnittliche Marge von 5 % erzielen.

Weltweit tätige Speditionen mit Schwerpunkt in der Luft- und Seefracht, wie Kühne & Nagel, EGL, Nippon Express oder Expeditors, erzielen im Durchschnitt eine Marge von 4,6 %.

Gerade die mit so vielen Vorschusslorbeeren bedachten reinen Kontraktlogistikgeschäftsmodelle, wie sie im Schwerpunkt von Thiel, Hays oder D.Logistics betrieben werden, erreichen laut den Unternehmensberatern mit 2,5 % die niedrigste Gewinnmarge der Branche.

Die europäische Logistikbranche wird in diesem Jahr mit 40 Mio. Mitarbeitern etwa 600 Mrd. € umsetzen. Ein Viertel dieser Summe wird in der Bundesrepublik Deutschland erwirtschaftet, das hier von seiner zentralen Lage in Europa profitiert – die Logistik repräsentiert rund 7,5 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts und ca. 2,6 Mio. der hiesigen Arbeitsplätze. Das Wachstum der Branche lag in den letzten fünf Jahren bei jährlich etwa 8 %. Davon waren 5,4 % auf das allgemeine Wirtschaftswachstum und den zunehmenden Welthandel zurückzuführen und 2,6 % auf den Trend zu mehr Outsourcing. PD/Si

Ein Beitrag von:

  • Jürgen Siebenlist

    Redakteur VDI nachrichten. Fachthemen: Kunststofftechnik, Logistik, Verpackungstechnik, Textiltechnik.

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