Bioenergie hat weniger Einfluss 16.01.2014, 14:52 Uhr

Klimawandel lässt Nahrung deutlich teurer werden

Nahrungsmittel werden bis zum Jahr 2050 allein durch den Klimawandel um bis zu 25 Prozent teurer. Der Preisanstieg durch den gewinnreicheren Anbau von Rohstoffen für Biokraftstoff ist nach einer neuen Studie deutlich geringer.

Geringere Maisernte in Kenia: Zunehmende Trockenheit aufgrund des Klimawandels wird in Zukunft zu starken Ernteeinbußen führen. 

Geringere Maisernte in Kenia: Zunehmende Trockenheit aufgrund des Klimawandels wird in Zukunft zu starken Ernteeinbußen führen. 

Foto: WWF

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) warnt seit Jahren vor den Konsequenzen des Klimawandels – auch den wirtschaftlichen. Häufigere und heftigere Naturkatastrophen könnten für zusätzliche Schäden in Höhe von hunderten Milliarden Euro sorgen, und das jedes Jahr. Doch die Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion standen bislang kaum im Fokus der Öffentlichkeit.

Das hat das Institut nachgeholt und poliert zugleich das inzwischen schlechte Image der Bioenergie auf. Denn die Primärenergie aus – grob gesagt – Pflanzen und ihren Reststoffen entwickelt sich weiter. Die zweite Generation der Biokraftstoffe, die aus Reststoffen hergestellt werden, konkurriere weitaus weniger mit der Nahrungsmittelproduktion als die bislang verbreitete direkte Herstellung von Biodiesel aus Ölsaaten oder Ethanol aus Zuckerrohr, sagt Hermann Lotze-Campen vom PIK.

Diese zweite Generation von Biokraftstoffen wird vorrangig aus Zelluloseprodukten hergestellt. Weltweit wird an Möglichkeiten geforscht, Bestandteile aus Holz und anderen pflanzlichen Materialien optimal auszunutzen. Dann könnten etwa Abfallprodukte aus der Papier- oder Möbelindustrie auch bei der Energiegewinnung eine große Rolle spielen. Außerdem gibt es Versuche mit eigens angebauten Pflanzen wie dem asiatischen Miscanthus, der auch in unseren Breiten schnell wächst, wenig Fläche verbraucht und einen extrem hohen Energiegehalt hat.

Reis- und Weizenerträge sinken deutlich

Die Potsdamer Forscher haben in einer neuen Studie errechnet, dass eine optimierte Bioenergie die Nahrungsmittelpreise nur um etwa fünf Prozent bis zum Jahr 2050 steigen lassen würde. Dagegen sei der Anstieg, den allein der Klimawandel nach einem realistischen Szenario auslösen würde, fünfmal so hoch. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Der Klimawandel wird die Ausbeute an Nahrungsmitteln verringern. Und ein geringeres Angebot bedeutet höhere Preise. Die Erträge der fünf wichtigsten Nutzpflanzen Reis, Weizen, Mais, Soja und Erdnüsse werde bis zum Jahr 2050 um bis zu 38 Prozent zurückgehen, rechnen die Wissenschaftler vor.

Sojaanbau in Brasilien: Der Klimawandel könnte den Ertrag der Landwirtschaft weltweit stark reduzieren. Das würde nach einer neuen Studie zu stärkeren Preissteigerungen führen als die Flächenkonkurrenz mit Pflanzen zur Herstellung von Biokraftstoffen.

Sojaanbau in Brasilien: Der Klimawandel könnte den Ertrag der Landwirtschaft weltweit stark reduzieren. Das würde nach einer neuen Studie zu stärkeren Preissteigerungen führen als die Flächenkonkurrenz mit Pflanzen zur Herstellung von Biokraftstoffen.

Foto: WWF

Die Landwirtschaft ist in mehrfacher Hinsicht selbst ein großer Faktor bei der Entwicklung des globalen Klimas: Sie trägt etwa ein Drittel zum Ausstoß an Treibhausgasen bei. Dieser Wert kommt nicht nur durch direkten Emissionen wie Methan aus der Rinderhaltung zustande, sondern ganz wesentlich auch durch die Landnutzung. Schließlich werden gigantische Flächen für die Landwirtschaft gerodet. Damit gehen Wälder verloren, die Kohlendioxid binden und damit als so genannte CO2-Senken wirken.

Dürren schlagen direkt auf Preise durch

Das Potsdam-Institut schränkt ein, dass die Vorhersagen zur Entwicklung der Landwirtschaft große Unsicherheiten bergen. Noch sei zum Beispiel nicht ganz klar, wie groß der Düngeeffekt durch den höheren Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre ist – eine mögliche positive Nebenwirkung des Klimawandels auf die Agrarproduktion. Dennoch sehen die Wissenschaftler vor allem erhebliche Risiken, die nicht nur auf Projektionen beruhen. Lotze-Campen: „Dürren wie im Jahr 2012 in den USA haben immense Auswirkungen auf die Weltagrarmärkte. Dieser Effekt könnte sich bei ungebremstem Klimawandel noch verstärken.“

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