Skyfarm aus London 01.04.2016, 08:13 Uhr

In diesen Bambus-Hochhäusern wachsen Spinat und Erdbeeren

Spinat und Erdbeeren, die in Hochhäusern aus Bambus wachsen? Diese Vision verfolgen britische Architekten mit der sogenannten Skyfarm. Lesen Sie hier, wie die Farm für die Großstadt der Zukunft funktioniert. 

Salatanbau mitten in der Stadt? Das machen Skyfarms möglich. Die Hochhäuser aus Bambus ragen 80 m in den Himmel. 

Salatanbau mitten in der Stadt? Das machen Skyfarms möglich. Die Hochhäuser aus Bambus ragen 80 m in den Himmel. 

Foto: Rogers Stirk Harbour + Partners

In diesen Bambus-Hochhäusern wachsen Spinat und Erdbeeren

Foto: Rogers Stirk Harbour + Partners

In diesen Bambus-Hochhäusern wachsen Spinat und Erdbeeren

Foto: Rogers Stirk Harbour + Partners

In diesen Bambus-Hochhäusern wachsen Spinat und Erdbeeren

Foto: Rogers Stirk Harbour + Partners

In diesen Bambus-Hochhäusern wachsen Spinat und Erdbeeren

Foto: Rogers Stirk Harbour + Partners

In diesen Bambus-Hochhäusern wachsen Spinat und Erdbeeren

Foto: Rogers Stirk Harbour + Partners

In diesen Bambus-Hochhäusern wachsen Spinat und Erdbeeren

Foto: Rogers Stirk Harbour + Partners

Es gibt Architekten, die machen sich schon heute Gedanken darüber, wie sich 2050 die riesige Erdbevölkerung mit Lebensmitteln versorgen lässt. Zu ihnen zählen Rogers Stirk Harbour + Partners. Das Londoner Architekturbüro hat sich die sogenannte Skyfarm ausgedacht – Hochhäuser, die statt Wohnplatz die Möglichkeit bieten, Lebensmittel direkt in der Großstadt anzubauen.

Skyfarms bestehen aus stabilen Bambussträngen

Skyfarms sind ein echter Hingucker: Die hyperbolisch geformten Hochhäuser bestehen aus stabilen Bambussträngen, die miteinander verflochten und verknotet sind. Das soll stabil genug sein, um bis zu 80 m in die Höhe zu bauen und im Inneren Stockwerke einzuziehen, die mit Ackerboden gefüllt sind. Und was soll dort gedeihen? Vorzugsweise schnell wachsende Pflanzen wie Spinat, Erdbeeren und Kohl. Laut Architekten wäre es aber auch möglich, Getreide anzubauen oder Fische in großen Wasserbecken zu züchten.

Damit die Pflanzen schnell in den Himmel schießen, haben sich die Planer folgendes Konzept einfallen lassen: Eine transparente Außenhülle soll im Inneren für Wärme und einen Treibhauseffekt sorgen. Für die nötige Luftzirkulation wird eine große Windturbine auf dem Dach zuständig sein, die gleichzeitig auch noch elektrischen Strom erzeugt. Und woher kommt das Wasser? Aus einem Reservoir, das an der Turmspitze Regenwasser sammelt und an die Anbauflächen leitet.

Bambus-Hochhäuser sollen sich in wenigen Tagen bauen lassen

Skyfarms sollen sich recht zügig errichten lassen. Während für den Bau eines klassischen Hochhauses leicht mehrere Jahre ins Land ziehen, soll sich eine 10 m hohe Skyfarm bereits in wenigen Tagen, eine 80 m hohe in wenigen Wochen bauen lassen. Dank Bambus als Baumaterial sollen die Hochhäuser zudem recht erschwinglich sein. Und sie würden der Bevölkerung einen weiteren Nutzen bieten. Im Erdgeschoss könnten nämlich Cafés und Supermärkte entstehen, in denen Bürger dann direkt Erdbeeren und Spinat kaufen.

Aufbau der Skyfarm: Eine transparente Außenhülle sorgt für einen Treibhauseffekt, eine Windturbine für die Luftzirkulation und ein Wasserreservoir für die Bewässerung mit Regenwasser. 

Aufbau der Skyfarm: Eine transparente Außenhülle sorgt für einen Treibhauseffekt, eine Windturbine für die Luftzirkulation und ein Wasserreservoir für die Bewässerung mit Regenwasser. 

Quelle: Rogers Stirk Harbour + Partners

Und wozu das Ganze? Städte der Zukunft könnten mit den Skyfarms in Zukunft schnell auf drohende Nahrungsmittelengpässe reagieren. „Man vermutet, dass im Jahr 2050 fast 80 % der Weltbevölkerung in städtischen Zentren leben werden. Im selben Zeitraum wird die Erdbevölkerung wahrscheinlich um drei Milliarden Menschen wachsen“, erklären die Architekten. „Würden wir dann weiterhin traditionelle Landwirtschaft betreiben, würde man eine Zusatzfläche so groß wie Brasilien benötigen.“ 

Spanier tüfteln an Hochhäusern für Salatanbau

In den Sternen steht allerdings, ob das Projekt, das als reines Forschungsvorhaben begann, jemals Wirklichkeit wird. Und die Konkurrenz schläft nicht. Spanische Baukünstler beispielsweise tüfteln an Hochhäusern, in denen sich Salat anbauen lassen soll. Sie sollen Singapur in Zeiten der Bevölkerungsexplosion eine neue Perspektive für die Lebensmittelversorgung bieten.

Hochhäuser des Architekturbüros Forward Thinking Architecture: Sie sind so geformt, dass jede Etage optimal mit Sonnenlicht versorgt wird. 

Hochhäuser des Architekturbüros Forward Thinking Architecture: Sie sind so geformt, dass jede Etage optimal mit Sonnenlicht versorgt wird. 

Quelle: Forward Thinking Architecture

Und auch Forscher des DLR machen sich Gedanken über den Ackerbau der Zukunft. Was sie machen? Das lesen Sie hier

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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