Technik aus China 30.11.2015, 13:27 Uhr

Bauer der Zukunft lässt seine Felder von Drohnen düngen

Ein chinesisches Unternehmen hat die weltweit erste Drohne für den Einsatz auf dem Acker entwickelt. 15.000 Dollar soll sie kosten und dennoch ein Renner werden. Denn sie ist weitaus effektiver als der Mensch.

Agras MG-1: Die Drohne des chinesischen Hersteller DJI ist die weltweit erste, die Äcker mit Flüssigdünger, Unkrautvernichtungsmitteln und Pilzhemmern versorgen kann.

Agras MG-1: Die Drohne des chinesischen Hersteller DJI ist die weltweit erste, die Äcker mit Flüssigdünger, Unkrautvernichtungsmitteln und Pilzhemmern versorgen kann.

Foto: DJI

Die Automatisierung hält nicht nur Einzug in die Fabrikhallen, auch auf dem Land könnten noch mehr monotone Arbeiten von Maschinen übernommen werden. Mit einer Idee dazu macht aktuell der Drohnenbauer DJI aus dem chinesischen Shenzhen von sich reden, dessen Motto lautet: „The Future of Possible“, also „Die Zukunft des Möglichen“.

Das Unternehmen hat die weltweit erste Drohne entwickelt, die Äcker mit Flüssigdünger, Unkrautvernichtungsmitteln und Pilzhemmern versorgen kann. Gut 10 l Flüssigkeit passen in den Tank. Das reicht, wenn Fungizide verabreicht werden, für etwa 150.000 m2. Wenn es um Dünger geht sind es ein paar Tausend Quadratmeter.

In den Tank passen gut zehn Liter

Die Drohne muss also mehr oder weniger oft zwischenlanden, um neu aufgefüllt zu werden. Dann aber macht sie ihre Sache wenigstens so gut wie ein Traktorfahrer. Pro Stunde soll sie sieben bis zehn „acres“ schaffen, also knapp 30.000 bis 40.000 m2, verspricht das Unternehmen. Die Drohne sei 40-Mal effektiver als ein Mensch, der von Hand düngt.

Radargerät hilft der Drohne beim Navigieren

Wenn der Landwirt es will fliegt die Drohne namens Agras MG-1 völlig autonom. Ein Radargerät an Bord hilft ihr beim Navigieren, etwa um zu verhindern, dass sie die gleiche Fläche doppelt versorgt oder Teile des Ackers zu kurz kommen. Außerdem sorgt es dafür, dass die Drohne immer den richtigen Abstand von den Pflanzen einhält, um Überdüngung zu vermeiden.

Gut zehn Liter Flüssigkeit passen in den Tank der Drohne Agras MG-1. Das reicht, wenn Fungizide verabreicht werden, für etwa 150.000 m2.

Gut zehn Liter Flüssigkeit passen in den Tank der Drohne Agras MG-1. Das reicht, wenn Fungizide verabreicht werden, für etwa 150.000 m2.

Foto: DJI

Mit Hilfe eines Steuergeräts, das denen ähnelt, mit denen sich Modellflugzeuge oder andere Drohnen lenken lassen, kann der Besitzer die Sache auch selbst in die Hand nehmen. Die Drohne fliegt mit einer Geschwindigkeit von 8 m/s, also knapp 30 km/h. Das schafft kein Traktor, jedenfalls nicht beim Düngen auf dem Feld.

Nach getaner Arbeit klappt die Agras MG-1 ihre Arme ein, an denen die acht Motoren mit ihren Rotoren befestigt sind. Dann misst sie nur noch 780x780x 482 mm.

Erste Kunden aus China und Südkorea

DJI will seine Drohne zuerst in China selbst und in Südkorea verkaufen. Der Stückpreis beträgt 15.000 Dollar. Damit dürfte der Gewinn weitaus größer sein als bei Drohnen für den privaten Gebrauch, die es schon für 1000 Dollar und weniger gibt.

Hierzulande haben Bosch-Forscher einen Roboter entwickelt, der ohne den Einsatz von Gift Unkraut beseitigt. 

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