Telekommunikation 25.05.2012, 11:56 Uhr

WLAN-Technologie wird immer schneller und intelligenter

Mit gleich zwei neuen Standards wollen die Netzwerkspezialisten WLANs aufbohren, um sie fit für die multimediale Zukunft zu machen. Voraussichtlich werden beide ihre Freunde finden – in unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Neu ist auch eine Technologie, die die Intelligenz wieder zurück in den Access Point und damit in die Basisstation des drahtlosen Netzes verlagert.

Jahrelang schien die Zeit im Bereich der WLAN-Technologie nahezu stehen geblieben zu sein. Doch jetzt bringen zwei neue Standardvarianten Bewegung in die Szene. Der Hauptzweck von 802.11ac und 802.11ad aus der 802.11-Gruppe besteht darin, drahtlose Netze für die absehbar stärker multimediale Zukunft fit zu machen.

WLAN-Nutzung: Bandbreiten reichen nicht mehr aus

Das ist dringend nötig: Unternehmen verzichten immer öfter auf Kabel zum Endgerät, Anwender bringen reihenweise multimediataugliche Privatgeräte wie das iPad mit in die Firma und telefonieren im WLAN Videokonferenzen und andere Multimedia-Anwendungen werden Allgemeingut. Deshalb reichen auch die bisherigen Bandbreiten des 802.11n- Standard – nominell bei drei Antennen 450 Mbit/s, in der Realität aber oft nur die Hälfte – nicht mehr aus.

Beide Varianten, 802.11ad und 802.11ac, werden voraussichtlich noch in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr den Segen der Standardisierungsgremien bekommen. Schon jetzt gibt es erste Chipsätze: Für 802.11ad präsentierte beispielsweise Anfang des Jahres auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas der Newcomer Wilocity seine WiGig-Chips, Qualcomm und Broadcomm haben erste 802.11ac-Chips im Programm. Um 802.11ad hat sich schon eine umfangreiche Hersteller-Community, die WiG-Alliance, geschart.

Implementieren wollen u. a. der WLAN-Spezialist D-Link, der Messtechnikhersteller Aeroflex und CJS Inset, ein Bauelementeproduzent, der auch drahtlose Stromübertragung offeriert.

Der wichtigste Unterschied zwischen den Technologien liegt im verwendeten Frequenzband: Während 802.11ac weiterhin das bewährte 5-GHz-Band nutzt, erschließt 802.11ad eine weitere Ressource, das 60-GHz-Frequenzband, was die Reichweite beschneidet. Wegen der kürzeren Reich-, aber der höheren Bandbreite von 802.11ad ist es wahrscheinlich, dass diese Technologie eher bei der Heimvernetzung angewendet wird. Büroanwender werden wohl auf 802.11ac setzen – u. a. weil auf dem 5-GHz-Frequenzband schon 802.11a läuft.

CeBIT: Buffalo präsentiert WLAN-Zugangspunkt

Im Frühjahr wurden erste 802.11ac-Prototypen für den geschäftlichen und heimischen Einsatz präsentiert. So zeigte Buffalo auf der CeBIT einen WLAN-Zugangspunkt, der jetzt auf den Markt kommen soll. „Das ist etwas für Leute, die immer am liebsten das Neueste haben wollen“, sagt Helge Lichner, technischer Produktmanager bei dem Hersteller. Kosten soll der Zugangspunkt über 100 €, die Nominaldatenrate wird 802.11ac-üblich bei 1,3 Gbit/s liegen.

Bei Trendnet, einem Anbieter, der Geräte für den Heim- und Büroeinsatz produziert, waren ein Access Point- und ein Routerprototyp für 802.l11ac zu bestaunen. Der Router arbeitet mit Dualband-Technologie, ist also rückwärtskompatibel zu 802.11n. Michael Peters, Channel Sales Manager Central Europe bei dem Hersteller, erklärt, warum das wichtig ist: „Laptops mit 802.11ac gibt es noch nicht, und auch keine passenden WLAN-USB-Sticks.“ Deshalb müsse ein Router imstande sein, zwischen beiden Technologien zu vermitteln. Generell hänge die Akzeptanz der Technologie aber trotzdem davon ab, wie schnell Notebook-Hersteller aufspringen. Als realistische Geschwindigkeit für 802.11ac nennt Peters 450 Mbit/s, was bedeutet, dass der nominale und reale Wert hier noch weiter auseinanderklaffen als bei den bisherigen Standards.

Auch Netgear kündigte mit dem R6300 einen 802.11ac-Dualband-Router mit Rückwärtskompatibilität zu allen älteren WLAN-Standards an. Das bis zu 1300 Mbit/s schnelle Gerät arbeitet mit Broadcom-Chipsatz und soll 229 € kosten. Schließlich plant Aruba, einer der großen WLAN-Player im Unternehmensmarkt, für 2013 den Einstieg in den 802.11ac-Markt, und zwar voraussichtlich zusammen mit Providern, die das Equipment des Herstellers als Zugangssystem anbieten würden.

WLAN-Trends: US-Hersteller will intelligenten Access Point

Auch ansonsten gibt es bei WLANs Neues: Der US-Hersteller Aerohive will die Intelligenz zurück in den Zugangspunkt, den Access Point (AP), holen. Dadurch sollen kostspielige Controllerarchitekturen mit Engpassgefahr überflüssig und das Management vereinfachen werden. Die einzelnen APs bieten alle wichtigen Funktionen wie Firewall, Security, Load Balancing und andere mehr. Sie sind so programmiert, dass sie sich selbstständig zu einem „Schwarm“ organisieren, sich von einem einzigen Punkt aus zentral verwalten und aktualisieren lassen.

Netze mit bis zu zwölf APs funktionieren, so der Hersteller, auch ganz ohne dediziertes zentrales Management. „Wir beseitigen damit eine ganze Ebene aus dem WLAN-Gerätestack“, sagt Martin Scheller, Sales Manager Central Europe, der die Geschäfte hierzulande aufbaut. Die Technologie scheint den Anwendern zu gefallen: Aerohive gehört derzeit zu den wachstumsstärksten IT-Unternehmen weltweit.

Ein Beitrag von:

  • Ariane Rüdiger

    Freie Journalistin in München. Schwerpunktthemen: Betriebliche IT-Themen (IT-Infrastruktur und ihr Management, Telekommunikation, Rolle des CIO), Nachhaltige Informationstechnik – Green IT (Virtualisierung, Recycling, nachhaltiges IT-Design…), Erneuerbare Energien (Smart Grid, Photovoltaik, Wind, Solarthermie, Pellets) und ökologisches Bauen, Nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Stadtentwicklung, Queer Culture.

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