Breitband 19.03.2010, 19:45 Uhr

WLAN bringt Breitband auch in ländliche Regionen  

Breitbandlöcher gibt es noch immer genug. Neue WLAN-Technologien könnten helfen, sie zu stopfen – hierzulande, aber vor allem in den infrastrukturarmen Gegenden der südlichen Hemisphäre. VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 3. 10, rb

Die ländlichen Gemeinden Lautertal, Rothenberg (beide Hessen) und Gleichamberg (Thüringen) gehören zu denen, die WLAN als Breitbandzugang zum Internet nutzen, weil die Telekom keine entsprechende Zugangstechnik bereitstellt. Doch dieser Weg ist hürdenreich, denn funktionierende Komplettlösungen von der Richtfunkstrecke bis zum Kundenendgerät gab es bisher nicht. Es müssen Produkte mehrerer Hersteller miteinander gekoppelt werden. Bei Fehlern hat dann der Betreiber mit entsprechend vielen Herstellern zu kämpfen.

Auch die Elektrotechnik macht oft Schwierigkeiten, weil Stromzuleitungen zu den hoch gelegenen Sendemasten fehlen. Das Systemhaus Weinfurter, das im thüringischen Gleichamberg vernetzte, musste aus diesem Grund eine grüne WLAN-Variante erfinden. Der Sendemast erhält seinen Strom aus einer Kombination von Wind- und Solarenergie direkt vor Ort.

Außerdem ist die Bandbreite für die Endanwender in der Regel eng begrenzt – meist liegt sie bei WLAN-Anbindung zwischen 1 Mbit/s und 3 Mbit/s. Von Datenautobahnen mit 6 Mbit/s oder mehr können Orte mit WLAN-Anbindung nur träumen. Dieter Muernseer, Betreiber eines auf Telekommunikation spezialisierten Planungsbüro bei München, meint dazu: „Gerade für die Bandbreitenbedürfnisse von Unternehmen reichen die Kapazitäten von WLAN-Access oft nicht aus.“

Deshalb suchen Spezialisten für den Breitband-WLAN-Zugang wie Saxnet aus Oelsnitz im Vogtland ihr Geschäft eher im Ausland. Der Anbieter von Mesh-WLANs, bei denen sich die Netzknoten untereinander vermaschen, beliefert z. B. France Télécom mit seinen Access Points. Der Provider verwendet sie als Zugangslösung in Afrika. „Unsere Produkte eignet sich auch für Telefonie, aber man muss eine sehr dichte Netzabdeckung aufbauen, und das kostet viel“, meint Saxnet-Geschäftsführer Steffen Dreiser. Hierzulande betreibt Saxnet derzeit ein Pilotprojekt in der Vogtlandgemeinde Weischlitz, allerdings bisher nur für den Internetzugang.

Andere Wege geht nun Ruckus Wireless. Der Anbieter integriert in sein WBA(Wireless Broadband Access)-Paket neue Technologien. Das Bundle umfasst vom Endgerät beim Anwender bis zur Richtfunkstrecke zum Glasfaser-Übergabepunkt alles, was man für den Aufbau eines WLAN-Zugangsnetzes braucht. Besonders geeignet ist die Lösung für dicht besiedelte Areale ohne Verkabelung. Die findet man vor allem in den schnell wachsenden Städten des Südens. Doch die Richtfunkkomponente könnte das System auch interessant für das Schließen von Breitbandlöchern hierzulande machen.

Der Hersteller verwendet intelligente Beamforming-Technologien auf Basis eines patentierten, intelligenten Antennen-Arrays, das die Übertragungswege von Access Points, Richtfunkstrecken und Endgeräten beim Kunden immer wieder dynamisch den Umgebungsbedingungen anpasst.

Zum Patent angemeldet ist weiter das „hybride Meshing“: Weil das Vermaschen von Zugangspunkten auf Kosten der Bandbreite geht und die Zahl der Knotenpunkte im Mesh daher möglichst gering sein soll, erlaubt diese Technik die Integration von Kabelstrecken ins Mesh, beispielsweise um Verbindungen von der Vorder- auf die Rückseite eines Gebäudes zu führen. Das senkt die Zahl der Funkverbindungen und schont so die WLAN-Bandbreite. Das Richtfunksystem für die Rückanbindung ans Glasfaser-Backbone wiederum soll besonders robust, preisgünstig (2300 $ pro Gerätepaar) und hochverstärkend (14 dB) sein.

Es überbrückt 1 km laut Hersteller mit einer realen Übertragungsrate von 180 Mbit/s, 12 km Entfernung mit 60 Mbit/s und schafft so bis zu 20 km. Das Kunden-Endgerät ist so ausgelegt, dass seine Funkstrahlen auch solide Wände bis zum Laptop des Anwenders durchdringen.

Doch nicht Technologie, sondern Kosten sind das wichtigste Thema von Ruckus: Mit WBA soll es nur noch ein Fünftel der Infrastruktur- und ein Zehntel der Betriebsaufwendungen kosten, die Haushalte auf 1 km2 dicht besiedelter Fläche per WLAN ans Internet anzubinden. Das könnte den WLAN-Access plötzlich zu einem lohnenden Geschäft machen. ARIANE RÜDIGER

Von Ariane Rüdiger
Von Ariane Rüdiger

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