Good News aus dem Hause Siemens 07.11.2003, 18:27 Uhr

„Wir sind Marktführer bei UMTS-Netzen“

„An sieben von zwölf weltweit aufgebauten UMTS- Netzen sind wir beteiligt“, erklärt Vorstandsmitglied Lothar Pauly und ist stolz auf gelungene Kooperationen mit NEC und Motorola.

VDI nachrichten: Wann wird Siemens bei UMTS-Handys seinen eigenen Weg gehen? Auch das neue U15 ähnelt einem Motorola-Handy.
Pauly: Vom Gehäuse und der Bedienerführung her ist es ein Siemens-Gerät. Natürlich entstand das U15 in Kooperation mit Motorola und das wird auf der Chipset- und Prozessorebene zunächst auch so bleiben, denn Motorola Semiconductor hat dort einen Entwicklungsvorsprung, den wir uns zu Nutze machen wollen.
VDI nachrichten: Aber genau von dieser Sparte trennt sich Motorola gerade …
Pauly: Motorola wird seinen Infineon-Weg gehen. Die Semiconductor-Sparte bleibt trotzdem unser Partner.
VDI nachrichten: Wann wird die ehemalige Siemens-Tochter Infineon Ihnen UMTS-Chips liefern?
Pauly: Erst wenn sich der UMTS-Markt entwickelt hat, macht es Sinn zwei oder drei Lieferanten für die Chipsets zu haben. Siemens bringt pro Jahr 25 bis 30 Telefonmodelle heraus, darunter waren dieses Jahr zwei UMTS-Handys. Der Markt muss erst einmal an Breite gewinnen, um z.??B. ein Low-End-Handy zu platzieren. Dann werden wir auch mit Infineon sprechen.
VDI nachrichten: Das heißt, Siemens wird auch UMTS-Billighandys anbieten?
Pauly: Der Markt wird sich genauso segmentieren, wie wir das heute vom GSM-Markt kennen. Um die Technik zu verbreiten, wird ein Handy vom Kunden nicht für 550 €, sondern subventioniert für 100 € gekauft. Mitte nächsten Jahres dürfte sich ein Variantenreichtum einstellen. In weiteren ein, zwei Jahren wird es fünf bis sechs UMTS-Handys von Siemens geben. Nur so erreichen wir den Massenmarkt.
VDI nachrichten: Wo wird bei den Billig-UMTS-Handys abgespeckt?
Pauly: Zum einen gehen die Chipset-Preise deutlich nach unten. Aber wenn Sie z.?B. in einem Jahr eine Megapixel-Kamera einbauen, wie wir das jetzt schon im High-Tech-Modell U15 tun, ist das viel günstiger. Sie können nicht massiv an Funktionalitäten sparen, aber man kann neben Geräten im mittleren Preissegment parallel High-End-Modelle weiterentwickeln.
VDI nachrichten: Kauft Siemens dann chinesische Billigmodule ein?
Pauly: Wir kaufen heute schon 40 % bis 50 % des Materials in Asien ein – insbesondere in China, aber auch in Japan. Die Displays kommen z.?B. von Sharp und Epson.
VDI nachrichten: Sie haben eine Kooperation mit dem chinesischen Elektronikspezialisten Huawei angekündigt. Gemeinsam wollen Sie einen UMTS-Standard entwickeln. Ist Huawei eher Konkurrent oder Partner?
Pauly: Huawei ist Partner und Konkurrent, den wir im Mobilfunkbereich noch nicht so stark spüren wie die Kollegen vom Festnetz. Partner ist Huawei in diesem einen Netzsegment, wo wir eine gemeinsame Firma gründen werden. Sie entwickelt, fertigt und verkauft für TD-SCDMA, einen spezifischen chinesischen Mobilfunkstandard der dritten Generation.
VDI nachrichten: Huawei ist also in dieser Technik das Pendant zu Ihrem sonstigen UMTS-Netzpartner NEC. Wie viele Netze haben Sie gemeinsam mit den Japanern schon ausgestattet?
Pauly: 12 UMTS-Netze laufen weltweit kommerziell, davon ist Siemens an sieben beteiligt. Wir sind damit Marktführer. Sicher, Ericsson hat mehr Verträge abgeschlossen, aber mit unseren über 25 000 ausgelieferten Basisstationen liegen wir ganz vorne. Die Konkurrenz hat hier immer noch technische Probleme.
VDI nachrichten: Und Siemens hat die nicht?
Pauly: Wir profitieren von der Kooperation mit NEC. Außerdem haben wir sehr früh mit kleinen Netzen in Isle of Man und in Monaco experimentiert. Damals haben viele darüber gelacht, aber UMTS ist eine komplexe Technik, die man erlernen muss. Mit Hutchison wurde ein Kunde gewonnen, der mit sehr viel Mut sehr früh seine Netze eingeschaltet hat. So konnten wir in realen Netzwerken Erfahrungen sammeln und die Technik optimieren. Wenn Sie heute in Mailand 100 000 Teilnehmer im Netz haben, dann ist da richtig was los.
VDI nachrichten: Wenn Sie bei den Netzen so gut mit NEC kooperieren, wieso dann nicht auch bei Handys?
Pauly: Das hat sich nicht ergeben. NEC ist heute bei UMTS-Handys führend und eine Kooperation mit Panasonic eingegangen.
VDI nachrichten: Von Netzbetreibern kommt hierzulande oft der Vorwurf, dass die Handyhersteller zu spät auf den UMTS-Zug aufgesprungen sind. Stimmt das?
Pauly: Ja. Natürlich ist Japan bei der UMTS-Nutzung führend, davon profitieren die Gerätehersteller wie NEC und Sanyo, die zurzeit die Nase vorn haben. Siemens möchte vor allem dabei sein, wenn Volumina verkauft werden. Das wird Weihnachten 2004 soweit sein.
VDI nachrichten: Italien, Großbritannien und Österreich haben schon UMTS-Netze. In Deutschland dagegen muss alles 150 %ig sein, bis UMTS eingeführt wird. Ist das nötig?
Pauly: Frühe Einführungen gibt es – mit Ausnahme von Mobilkom in Österreich – überall dort, wo keine Rücksicht auf vorhandene GSM-Netze genommen werden muss. NTT Docomo in Japan oder Hutchison in Großbritannien und Italien betreiben reine UMTS-Netze. Wenn man sich die Anzahl der installierten Basisstationen bezogen auf die Bevölkerung und Fläche anschaut, dann findet in Deutschland zurzeit einer der aggressivsten UMTS-Rollouts der Welt statt.
N. WOHLLAIB/R. BÖNSCH

Von N. Wohllaib/R. Bönsch

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