Hintertür für Datenspione 22.08.2013, 12:55 Uhr

Windows 8 öffnet eine Lücke für den Zugriff von außen

Das Betriebssystem Windows 8 ermöglicht den Zugriff auf die Daten der Nutzer. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) distanziert sich dennoch von Medienberichten, denen zufolge die Bundesregierung vor dem Einsatz von Windows 8 warnt. 

Microsoft-Chef Steve Ballmer Ende Oktober 2012 bei der Vorstellung von Windows 8.

Microsoft-Chef Steve Ballmer Ende Oktober 2012 bei der Vorstellung von Windows 8.

Foto: dpa/Susana Bates

Windows 8, das aktuelle Microsoft-Betriebssystem, bringt eine Hintertür für Datenspionage mit. Standardmäßig ist dort die Technik Trusted Platform Module (TMP) vorinstalliert. Sie soll den Nutzer eigentlich vor Viren und Trojanern schützen, ohne dass er selbst eingreifen muss. Dadurch ermöglicht TMP aber auch den Zugriff von außen – Microsoft bestimmt, welche Software installiert werden darf und welche nicht. Der Nutzer verliert damit die Kontrolle über seinen Rechner. Microsoft könnte beispielsweise Geheimdiensten wie der NSA den Zugang zu privaten Daten ermöglichen. Microsoft hatte bereits im Zusammenhang mit der Prism-Affäre eine enge Zusammenarbeit eingestanden. 

BSI sieht Gefahren

Die Gefahren sieht auch das BSI. „Das BSI sieht derzeit jedoch einige kritische Aspekte im Zusammenhang mit bestimmten Einsatzszenarien, in denen Windows 8 in Kombination mit einer Hardware betrieben wird, die über ein TPM 2.0 verfügt“, heißt es in der Stellungnahme des BSI. TPM 2.0 ist die neue Generation der Trusted Platform Module. Bis 2015 werden damit alle handelüblichen Rechner ausgestattet sein, die mit Windows 8 verkauft werden. Anders als bei den älteren TPM entscheidet über den Einsatz von TPM 2.0 nicht der Nutzer: Es lässt sich nicht mehr deaktivieren.

Das ist für das BSI aber das wichtigste Kriterium für den weiteren Einsatz von Windows-Rechnern in der Verwaltung: „Das BSI erachtet die vollständige Kontrolle über die eingesetzte Informationstechnik, die ein bewusstes Opt-In sowie die Möglichkeit eines späteren Opt-Outs beinhaltet, als grundlegende Voraussetzung für eine verantwortungsvolle Nutzung von Hardware und Betriebssystemen.“ Die Bundesregierung will deshalb mit Herstellern sprechen, „um für die Anwender sowie auch für den Einsatz in der Bundesverwaltung und in kritischen Infrastrukturen geeignete Lösungen zu finden“. Die Stadt München hat für sich eine Lösung gefunden: Bereits vor zehn Jahren begann sie damit, ihre Rechner schrittweise mit einem Linux-Betriebssystem auszustatten.

Noch mehr Überwachung

Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass die Überwachung des Internets durch die NSA noch umfassender ist als gedacht: drei Viertel des Netzes in den USA werden vom Geheimdienst gescannt, berichtete das Wall Street Journal. Die Daten würden an mehr als einem Dutzend Internet-Knotenpunkten abgegriffen. Dem Blatt zufolge speichert der Geheimdienst auch den Inhalt von Emails, die zwischen US-Bürgern verschickt wurden und filtert Telefonate, die innerhalb der USA über das Internet laufen. 

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