IT-Sicherheit 28.06.2002, 18:20 Uhr

Wenn Viren, Würmer und Hacker wüten

Die Sicherheit der EDV ist in vielen Betrieben eine besondere Problemzone. Zum Riskmanagement gehören daher auch Versicherungspolicen. Ohne eine funktionierende Internetverbindung können heute 80 % aller mittelständischen Betriebe nicht mehr existieren“, betonte Klaus Brunnstein, Informatikprofessor an der Universität Hamburg, auf einer Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Gleichzeitig lauerten zunehmend mehr Gefahrenpotentiale im Netz, die die Profitabilität der Unternehmen empfindlich gefährden können. Die Liste der Risiken, darunter Adressfälschungen, Angriffe auf Sitzungen, Dienste und Verbindungen sowie Wirtschaftsspionage werde länger.

Während 1999 noch eine von 1400 emails einen Virus enthielt, soll in drei Jahren schon jede 100ste Mail verseucht sein, rechnete Brunnstein vor. Inzwischen gebe es in deutschen Datenbanken über 70 000 Viren, Würmer und trojanische Pferde. Hacker würden täglich mit Angriffs-Bastelbaukästen zahlreiche Unternehmen angreifen, bisweilen seien Dienstleistungen über Stunden und Tage behindert. Mit verheerenden finanziellen Folgen.
Wenn ganze Datenbestände verloren gehen, ist der Aufwand, den Schaden zu beheben, oft ganz enorm. Schäden in Millionenhöhe können technische Fehler nach sich ziehen, etwa ein Defekt in einem Mikrochip, der die Just-in-time-Produktion steuert oder ein Fehler in der Roboteranlage eines Autoherstellers. Ein besonderes Gefahrenpotential für empfindliche Anlagen sind schließlich Brände, Wasserschäden oder sabotierende Mitarbeiter.
Betriebe sollten daher auf ausreichenden Versicherungsschutz für ihre Hard- und Software nicht verzichten. Die Angebotspalette der Versicherungswirtschaft reicht vom traditionellen Schutz für die Hardware (früher Schwachstromanlagen-Versicherung), über die Computer-Mißbrauchsversicherung bis hin zum Deckungsschutz für die „weichen Gefahren“ der Software. Weil EDV-Anlagen meist an die individuellen Bedürfnisse des Betriebes angepasst sind, empfiehlt sich eine entsprechend maßgeschneiderte Versicherungslösung. Eine Elektronikversicherung für die Hardware ist für eine Jahresprämie von rund 50 @ pro 5 000 @ Versicherungssumme zu haben. Damit sind fast alle denkbaren Sachschäden gedeckt. Unter dem Strich handelt es sich um eine Allgefahrendeckung. Nicht versichert sind Schäden durch Verschleiß und Vorsatz. Sinnvoll ist die Police vor allem für teure Spezialanlagen, etwa in der Medizin- oder der Mess- und Regeltechnik. Nachteil: jedes Gerät muss angegeben werden, jede Neuanschaffung muss dem Versicherer gemeldet werden.
Unternehmen, die mit gängigen Anlagen arbeiten, sparen mit einer Bürotechnik-Pauschalversicherung nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Diese Police bietet einen vergleichbaren Schutz wie die Elektronikversicherung und kostet deutlich weniger. Für tragbare Computer wird ein Aufschlag verlangt. Neue Geräte müssen nicht gesondert gemeldet werden.
Auch Software lässt sich versichern. Die Datenträgerpolice ersetzt die Kosten für die Wiedereingabe verloren gegangener oder zerstörter Daten. Der Versicherer zahlt auch für die Wiederbeschaffung von Software. Geld gibt es bei Beschädigung oder Diebstahl und dann, wenn Viren oder Hacker Schäden angerichtet haben. Der Preis für die Softwareversicherung richtet sich nach der Versicherungssumme, den vereinbarten Selbstbehalten und dem betrieblichen Sicherheitsmanagement. Der Jahresbeitrag liegt bei rund 50 € pro 5000 € Versicherungssumme.
ELKE DOLLE-HELMS

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EDV-Versicherungen auf einen Blick:
Elektronikversicherung: Allgefahrendeckung bei Beschädigung, Zerstörung oder Entwendung der Hardware.
Datenträgerversicherung: Versichert sind die Sachschäden am Datenträger einschließlich Entwendung oder Blitzeinwirkung. Kein Schutz gegen Viren.
Computermissbrauchversicherung:
Sach- und Vermögensschäden durch Mitarbeiter oder Vertrauenspersonen sind versichert.
Softwareversicherung: Erweiterung der Datenträgerversicherung um Hacker-, Viren- und Manipulationsschäden.
Betriebsunterbrechungsversicherung: Gezahlt wird der entgangene Betriebsgewinn und fortlaufende Kosten, wenn die EDV komplett ausfällt.
edh

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