Mobilfunk 14.02.2003, 18:23 Uhr

Wenn das Handy zum Schreibtisch mutiert

Mit Techniken wie GPRS wird die Kommunikation schneller, MMS versorgt Außendienstler mit Folien.

Verstohlen schaut Vertriebsmanager Jens Holtmann auf sein Handy. Selten zuvor hat er eine SMS so herbeigesehnt wie gerade jetzt. Derweil scheint sein Gegenüber bei den Vertragsverhandlungen kaum einen Millimeter nachgeben zu wollen. Dann das erlösende „Okay“ aus dem Netz.
Und plötzlich geht alles ganz flink: Im Handumdrehen ist die neue Präsentation aus der Firmenzentrale per Mobiltelefon und MobileOfficeprofessional von Vodafone auf sein Notebook heruntergeladen. Aufatmen bei Verkaufsprofi Holtmann: Die eilig überarbeitete Kalkulation überzeugt seinen Verhandlungspartner ebenso wie die bereits mit dem Projektteam abgestimmten Terminvorschläge. Der Großauftrag ist gesichert.
„Gerade die Multimedia Messaging Services (MMS) bieten Unternehmen deutliche Vorteile, beispielsweise um Vorträge oder Folien an ihre Mitarbeiter unterwegs zu versenden“, schildert Helmut an de Meulen, Geschäftsführer der Materna GmbH.
„Ungenutzte Leerzeiten gehen auf Kosten der Effektivität im Back-Office“, weiß Manfred J. Pauli, Business Development Manager bei IBM Wireless e-Business Services. „Ein Return-on-Investment ist mit mobilen Lösungen daher relativ schnell zu realisieren.“ Die Mitarbeiter sind dann via Handy ständig mit dem Intranet ihres Unternehmens verbunden und können nach Belieben per Notebook auf Inhalte aus der Firmendatenbank, wie Artikel-, Kunden-, Angebots-, Lagerbestands- und Rechnungsdaten zugreifen.
„Beim mobile Office können Bestandsführungssysteme wie SAP draußen im Feld via Handy nutzbar gemacht werden“, so an de Meulen. „In Zukunft wird sich dadurch immer mehr Funktionalität vom Arbeitsplatz auf das Handy übertragen lassen.“ Außendienstler können Kunden via Mobilfunk plastische Videopräsentationen der neuesten Produkte vor Ort vorführen. Denkbar sind auch Schadenaufnahmen durch Versicherungsvertreter.
Die Berater von Berlecon gehen davon aus, dass bis 2006 alle deutschen Großunternehmen und bis 2009 40 % der kleinen Unternehmen ihren Mitarbeitern den mobilen Zugriff auf ihre IT-Systeme ermöglichen werden.
Auch die Canon Deutschland GmbH, Anbieter von Hightech-Office-Systemen, setzt bei ihrem Customer Care Center in Krefeld mit bundesweit 250 Servicetechnikern auf mobile Office. Bisher erhielten die Techniker ihre Aufträge telefonisch über das Customer Care Center. „Durchschnittlich viermal pro Tag meldeten sich früher unsere Techniker per Handy, um Aufträge entgegenzunehmen, Kostenvoranschläge in Auftrag zu geben oder Rückfragen zu stellen“, so Anastasios Kalamaras, Servicechef von Canon.
Heute laufen Serviceanforderungen direkt in eine zentrale Datenbank. Eine Telekommunikationslösung auf Basis der GPRS-Technologie und eines Mobile IP-VPN von T-Mobile übernimmt jetzt anschließend automatisch die Verteilung der Aufträge an die zuständigen Techniker per Mobilfunknetz. Die Serviceexperten rufen ihre Auftragsdaten per GPRS-Handy und Laptop ab. Vorteil: Fehler bei der Informationsübermittlung, wie sie früher bei Telefonaten vorgekommen sind, treten nicht mehr auf, Rückfragen entfallen meist.
Ist der Auftrag erledigt, gibt der Techniker über Laptop und Handy gleich eine Rückmeldung ins System ein. Durch Einführung der mobilfunkgestützten Lösung konnten die Kosten in der Disposition um rund 50 % gesenkt werden.
Bei der Beständig Logistics GmbH, einem speziellen Logistikhaus für Pharma- und Textilartikel aus Gochsheim bei Würzburg, war früher der mobile E-Mail-Austausch der Mitarbeiter unterwegs gescheitert, weil die Abfrage der Informationen zu langsam lief, auch der Download von Webseiten wurde oft ergebnislos abgebrochen. Heute nutzen die Schweinfurter die Software „Mobile Office Optimizer“ von T-Mobile in Verbindung mit einer Globetrotter GPRS-PC-Karte für mobile Outlook-Anwendungen auf dem Laptop der Außendienstler. Diese sind mit dem Mobile Office Optimizer im Vergleich zu den bisherigen Mobilfunklösungen bis zu zehnmal schneller.

Ein Beitrag von:

  • Edgar Lange

    Freier Fachjournalist in Düsseldorf. Schreibt vor allem über IT-Themen.

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