App der Telekom 24.03.2017, 07:44 Uhr

Wenn sich das Auto selbst einen Parkplatz sucht

560 Millionen Stunden verplempern Autofahrer in Deutschland jedes Jahr mit Parkplatzsuche. Mit einer App will das die Deutsche Telekom ändern: Das Bonner Unternehmen will Parkplätze digital vernetzen und hat die App „Park and Joy“ entwickelt, die Autofahrer zum nächsten freien Parkplatz lotst. Hamburg macht den Anfang.

Stau in der Innenstadt von Düsseldorf. Und jetzt noch einen Parkplatz suchen. Stress pur. Mit der App „Park and Joy" der Telekom soll sich das ändern. Sie zeigt den nächsten freien Stellplatz an. Zuvor müssen die Parkplätze aber mit Sensoren ausgestattet und digital vernetzt werden.

Stau in der Innenstadt von Düsseldorf. Und jetzt noch einen Parkplatz suchen. Stress pur. Mit der App „Park and Joy" der Telekom soll sich das ändern. Sie zeigt den nächsten freien Stellplatz an. Zuvor müssen die Parkplätze aber mit Sensoren ausgestattet und digital vernetzt werden.

Foto: Martin Gerten/dpa

Die Autofahrer in der Hansestadt können schon in Kürze schnell und stressfrei einen Parkplatz finden: Die Stadt und die Telekom haben vereinbart, 11.000 Parkplätze in den nächsten drei Jahren digital zu vernetzen. Die neue Telekom-App sorgt dann dafür, dass die nervige Parkplatzsuche ein Ende hat. 

Pilotprojekt in Hamburg

Die Kooperation wurde jetzt auf der weltgrößten Elektronikmesse CeBIT verkündet. Die kompletten Investitionskosten trägt die Telekom-Tochter T-Systems. Die Stadt hilft bei der strategischen Planung. Ab Herbst sollen zunächst „große Teile des innerstädtischen Parkraums“ vernetzt werden.

Sonnenaufgang über dem Hamburger Hafen: So beschaulich ist der Verkehr in der Innenstadt nicht. Doch die Hansestadt will zumindest die Parkplatzsuche smart machen.

Sonnenaufgang über dem Hamburger Hafen: So beschaulich ist der Verkehr in der Innenstadt nicht. Doch die Hansestadt will zumindest die Parkplatzsuche smart machen.

Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Prompt meldeten weitere Städte Interesse an dem Projekt an. So wird auch Dortmund vernetzte Parkplätze bekommen. Laut Plan soll dort bis Ende 2019 ein Großteil der innerstädtischen Parkplätze vernetzt werden. Als weitere Städte sind unter anderem Moers und Saarbrücken im Gespräch. 

Auch buchen und bezahlen über Park-and-Joy

Die Park-and-Joy-App soll nicht nur in Echtzeit über freie Stellplätze informieren. Die Parkplätze können von unterwegs auch schon gebucht und bezahlt werden. „Wir bieten eine App fürs komfortable Parken: Parkplatz finden, buchen, bezahlen, fertig“, so Telekom-Vorstandsmitglied Reinhard Clemens.

Für das smarte Parken müssen zunächst die Parkplätze in Parkhäusern, Stellplätze im öffentlichen Raum und Park-and-Ride-Anlagen mit handtellergroßen Sensoren ausgestattet werden. Diese könne verklebt oder verschraubt werden. Anhand des auf ihnen lastenden Gewichts  „erkennen sie, ob sich ein Fahrzeug auf dem Parkplatz befindet “, erklärt Katrin Brardt vom Hamburger Landesbetrieb Verkehr (LBV). Über Schmalbandfrequenzen können die Sensoren bis zu zehn Kilometer weit und über drei Stockwerke hinweg funken, sagte Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division von T-Systems, gegenüber der dpa. 

Geringer Energieverbrauch

Die Batterien der Sensoren sollen zehn Jahre oder länger halten. Die Sensoren kommunizieren über einen neuen Mobilfunkstandard, das Narrow Band IoT (Internet of Things). Der Vorteil dieses Schmalbandnetzes: Es wird sehr wenig Energie verbraucht.

Schwarmdaten aus dem Mobilfunknetz sollen zudem Wahrscheinlichkeitsberechnungen für freie Plätze ermöglichen. Die Bezahlung lässt sich per App auch gleich abwickeln.

Für „Frei Parken“ á la Monopoly ist die App nicht gedacht. Stressfrei Parken ja, aber digitalisiert werden zunächst einmal nur Bezahl-Parkplätze. Wäre ja auch zu smart gewesen.

Das System von Siemens kann verschiedene Sensortypen integrieren und bietet damit die Möglichkeit, sich den Anforderungen jedes Stadtgebiets optimal anzupassen. Im Vergleich zu Bodensensoren können die über Kopf angebrachte Sensoren nicht nur die Belegung einzeln abgegrenzter Parkplätze erfassen. Sie überblicken gleichzeitig mehrere Parkplätze sowie den angrenzenden Raum (Rad-, Fußwege oder die Fahrbahn). 

Das System von Siemens kann verschiedene Sensortypen integrieren und bietet damit die Möglichkeit, sich den Anforderungen jedes Stadtgebiets optimal anzupassen. Im Vergleich zu Bodensensoren können die über Kopf angebrachte Sensoren nicht nur die Belegung einzeln abgegrenzter Parkplätze erfassen. Sie überblicken gleichzeitig mehrere Parkplätze sowie den angrenzenden Raum (Rad-, Fußwege oder die Fahrbahn). 

Foto: Siemens

Bereits 2015 hat Siemens ein Parkmanagementsystem getestet, das Autofahrer gezielt zu freien Parkplätzen führen soll. Und Tesla hat Anfang 2016 dem Autopiloten des Tesla S ein Update verpasst, dass diesen befähigt das Auto zum Fahrer zu chauffieren, der schon an der Ausfahrt des Parkhauses wartet. 

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