Datenbanken 29.06.2012, 11:00 Uhr

Weltweit erstes Mittelstands-Unternehmen setzt auf SAP-Technik Hana

Die In-Memory-Technologie, mit der Datenbanken nahezu in Echtzeit durchsucht und analysiert werden können, war bislang nur in Konzernumfeldern angesiedelt. Doch jetzt erreicht diese SAP-Technologie mit Namen Hana erstmals den Mittelstand. Schukat electronic in Monheim am Rhein will damit sowohl seine Prozesse beschleunigen als auch einen Gesamtüberblick auf die Prozesslaufzeiten erhalten.

Mit der seit Juni 2011 erhältlichen Datenbank-Appliance Hana (s. Kasten) der Walldorfer SAP können nicht nur Großkunden ihre Prozesse und Analysen beschleunigen, sondern, entgegen allen Erwartungen, auch der Mittelstand. Diese In-memory-Datenbank ist keineswegs die einzige oder erste auf dem Markt, wie IDC-Analyst Rüdiger Spies erklärt: „Auch Sybase, IBM und Oracle sowie kleine Spezialisten haben In-Memory-Computing und spaltenorientierte Datenbanken im Angebot.“ SAP positioniere Hana gegen Oracle, insbesondere gegen dessen eigene Datenbank-Appliance.

Nutzen von Hana: Auch der Mittelstand  muss große Datenmengen verarbeiten

Der Nutzen von Hana ergibt sich aus dem Einsatzgebiet. „Mittelständler müssen ebenso mit explodierenden Datenmengen zurechtkommen wie Großunternehmen, etwa aus der Sensorik oder Produktion, und diese auswerten“, weiß Hana-Experte Ingo Brenckmann von SAP. „Je schneller die Auswertung erfolgt und sie Erkenntnisse liefert, desto größer ist der Wettbewerbsvorteil.“ Spies sieht in dem Bemühen der Mittelständler, einen systemübergreifenden Überblick über ihre Prozesse durch Analysen und Reports zu erhalten, als zweiten Grund, Hana einzuführen.

Schukat electronic in Monheim ist weltweit der erste Mittelständler, der Hana produktiv einsetzt. Seit Mai 2012 liefern Berichte, die auf die Hana-Datenbank zugreifen, aktuelle Einblicke in die Durchlaufzeiten des Hauptprozesses, der Georg Schukats Geschäft im Vertrieb von Elektronikbauteilen ausmacht. „Jeder zweite Auftrag wird im Webshop entgegengenommen“, erklärt der Geschäftsführer, „und im System verbucht und fakturiert. Die Bestellung wird an unser Lagersystem weitergereicht, wo die Kommissionierung vorgenommen und an das Versandsystem geliefert wird.“ Das Versandsystem erledigt die Bereitstellung für den jeweils günstigsten oder schnellsten Paketdienstleister. Danach erfolgen die Transportverfolgung sowie die Kundenbenachrichtigung über das CRM-System.

Um herauszubekommen, wie und an welchen Stellen dieser Prozess optimiert werden kann, benötigt Schukat sowohl einen Überblick der Gesamtdurchlaufzeit als auch Zugriff auf feine Details in den einzelnen Systemen. „Wir wollten fein aufgeschlüsselt herausfinden, wie lange die Durchlaufzeiten pro Auftrag und im Durchschnitt sind“, berichtet er. „Außerdem wollten wir diese Prozesse und Laufzeiten optimieren, mussten also herausfinden, wo die jeweiligen Stellschrauben sind.“

Der Druck für diese Prozessoptimierung sei hoch, da die US-Konkurrenz verspricht, binnen 24 Stunden auch europäische Kunden zu beliefern. Und das trifft sicher nicht nur auf Schukat zu. „Der Kunde verlangt heute bequemen und schnellen Service zu optimalen Preisen, wie er es in anderen Produktionsbereichen gewohnt ist.“

SAP-Technik Hana: Schukat electronic investiert sechsstelligenBetrag

Die Lösung ist ein Data Warehouse, das auf SAP Netweaver Business Warehouse (BW) basiert. Da die BW-Lizenz in SAP ERP enthalten ist, brauchte Schukat nur noch die Datenbanklizenz für Hana. „Insgesamt investierten wir einen sechsstelligen Betrag für alle Aufgaben und Lizenzen der ersten Projektphase.“ Dazu gehörten auch ein großes Upgrade sowie Support, Beratung und eine Entwicklungsumgebung.

Da nun sämtliche Daten des Hauptprozesses in der Datenbank zusammengeführt vorliegen, lassen sich diese Informationen für Berichte und Liveanalysen sowie für die Einrichtung von Kennzahlen und Terminschwellen verwenden. „So wird die Dienstgüte unseres Services besser gewährleistet und die Kundenzufriedenheit erhöht“, so Schukat.

Zudem kann er nun auf einen Datenbankspezialisten verzichten, der Abfragen optimieren musste. „Die Performance ist gut“, freut sich Schukat, und die Handhabung der Analysen sei erheblich vereinfacht worden. „Auch das Netzwerk wird entlastet“, gibt Ingo Brenckmann zu bedenken, „denn Experten können nun anders arbeiten. Wo sie früher Millionen Datensätze in Excel zur weiteren Verarbeitung geladen haben, navigieren diese Experten nun live durch die Daten und benötigen nur noch ein paar Dutzend Datensätze, auf die sie sich in diesem Moment gerade fokussieren.“ Auch die Wartung des Data Warehouse sei nun vereinfacht und die Ladevorgänge erheblich beschleunigt. Hana-Nutzer berichten von Beschleunigungen um den Faktor 1000 und höher.

Hana: IT-Innovation für den deutschen Mittelstand

„Der deutsche Mittelstand ist zwar sehr innovativ, aber nicht in der Nutzung seiner IT“, beklagt IDC-Analyst Spies. „Mit der innovativen Technologie Hana könnten sich Mittelständler durchaus differenzieren.“ Durch die hohe Performance könnten sie etwa Szenarien für Geschäftsfeldplanung durchspielen. SAP biete dazu eigene Business-Intelligence-Produkte an.

„Profitabilitätsanalysen, die früher viel Zeit erforderten, sind wesentlich schneller fertig“, so Brenckmann. „Auf einmal hat die Finanzabteilung während des Quartalsabschlusses Zeit gewonnen, um alternative Buchungsszenarien durchzuspielen oder der Produktion wichtige Impulse zu geben, welche Produkte in welchen Zielmärkten besonders profitabel sind“, weiß Brenckmann aus vielen Kundenerfahrungen. „Durch den Hana-Einsatz verändern sich nicht nur die Prozesse, sondern es können sich auch die damit verbundenen Rollen der Mitarbeiter verändern.“

Ein Beitrag von:

  • Michael Matzer

    Michael Matzer arbeitet als Journalist, Übersetzer, Rezensent und Buchautor. Big Data und Industry of Things zählen zu seinen Schwerpunkten.

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