CeBIT 2014 10.03.2014, 14:16 Uhr

VW-Chef Winterkorn zu Big Data aus vernetzten Fahrzeugen

VW-Chef Martin Winterkorn eröffnet die CeBIT 2014: Dass ausgerechnet Deutschlands wichtigster Automanager die weltgrößte IT-Messe mit einem Vortrag eröffnet, ist kein Zufall. Denn längst wachsen die Auto- und die IT-Industrie zusammen. Winterkorn betonte zur Eröffnung, dass auch in der Autoindustrie durch das vernetzte Fahren riesige Datenmengen entstehen. Die müssen nicht nur verarbeitet, sondern auch geschützt werden.

VW-Chef Martin Winterkorn eröffnete am Sonntag die CeBIT 2014. Sein Thema: das vernetzte Fahren in der Zukunft. Dazu zeigte er eine Steuereinheit zum automatischen Fahren eines Audis A7.

VW-Chef Martin Winterkorn eröffnete am Sonntag die CeBIT 2014. Sein Thema: das vernetzte Fahren in der Zukunft. Dazu zeigte er eine Steuereinheit zum automatischen Fahren eines Audis A7.

Foto: dpa/Peter Steffen

Das Motto der diesjährigen Computermesse CeBIT „Datability“ ist eine Reaktion auf die Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden über Datenspionage durch den US-Geheimdienst NSA und den britischen GCHQ.

Das flächendeckende Absaugen von Informationen hat nicht nur die Bürger verunsichert. Das gilt auch für die Unternehmen, die sich gerade auf Industrie 4.0 und das Internet der Dinge vorbereiten. Doch die Vernetzung von Gebrauchsgegenständen bis hin zu Produktionsmaschinen – von der Zahnbürste über den Kühlschrank und die Haustechnik bis hin zum Auto – wird sich nur durchsetzen, wenn die Datensicherheit gewährleistet ist. Nach einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom sagen 59 Prozent, die NSA-Affäre habe ihre Haltung zur Datenverarbeitung verschlechtert.

Selbstverpflichtung der Automobilindustrie

Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum VW-Chef Martin Winterkorn in seiner Rede zur Eröffnung der CeBIT eine Allianz der Autobauer für den Schutz der Nutzerdaten aus vernetzten Fahrzeugen gefordert hat. „Das Auto darf nicht zur Datenkrake werden“, verlangte Winterkorn. Die Autobauer schützten ihre Kunden vor Gefahren wie Aquaplaning, Sekundenschlaf oder Staus. „Und mit dem gleichen Pflichtbewusstsein werden wir unsere Kunden auch vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen.Wir brauchen eine Art Selbstverpflichtung der Automobilindustrie.“

Hohe Funktionalität bringt große Datenmengen

Das vernetzte Fahren ist aktuell ein großer Trend in der Autobranche, der immer größere Datenmengen erzeugt. Die dahinterstehenden Funktionalitäten sind ja auch beeindruckend: Fahrzeuge kommunizieren direkt oder indirekt miteinander, tauschen sich mit Rechenzentren aus, greifen auf Verkehrsinformationsdienste und Leitsysteme zurück und senden ihre Daten zu Wartungszwecken auch an Werkstätten. Besonders interessant ist das beispielsweise auch für Versicherungen. Sie bieten inzwischen schon Tarife auf Basis des Fahrverhaltens und der zurückgelegten Strecken an.

Für die Hersteller selbst wäre es ebenfalls wünschenswert, auf Daten aus den Fahrzeugen automatisch zuzugreifen. Das könnte ihnen beispielsweise helfen, die Fälle teurer Garantieleistungen zu verringern. Auch die Auswertung der Echtzeitdaten aus den Fahrzeugen stellt einen echten Schatz für die Auswertung im Rahmen von Forschung und Entwicklung dar.

Wem gehören die Daten aus den vernetzten Autos?

Das wirft die wichtige Frage auf, wem solche Daten denn überhaupt gehören. Da kommen nicht nur die Fahrer, sondern auch die Fahrzeughalter und die Hersteller in Frage. Auch eine Versicherung, mit der ein Halter einen Vertrag auf Basis dieser Daten abgeschlossen hat, oder der Mobilnetzbetreiber, der die Daten transportiert, haben ein großes Interesse an der Nutzung der Daten.

VW-Chef Winterkorn machte dazu in seiner Rede eine klare Ansage: „Ja zu Big Data! Ja zu mehr Sicherheit und Komfort! Aber Nein zu Bevormundung und Big Brother!“

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