Studie zur Internetsicherheit 19.10.2014, 09:00 Uhr

Viele kennen Gefahren im Netz, verhalten sich aber trotzdem fahrlässig

Viren, Hackerangriffe, Klau von E-Mail-Konten: Die meisten User wissen um die Gefahren im Netz, schützen sich aber trotzdem nicht gut genug. Besonders riskant unterwegs sind Jüngere und Ältere. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Orangensaftflaschen mit der Aufschrift "Virenschutz" auf dem Messestand des Sicherheitsspezialisten Symantec auf der Computermesse CeBIT in Hannover: Eine neue Studie zeigt, dass zwar die meisten Menschen wissen, dass es im Internet nur so von Viren und Schadsoftware wimmelt. Doch die meisten vernachlässigen trotzdem den Schutz.

Orangensaftflaschen mit der Aufschrift "Virenschutz" auf dem Messestand des Sicherheitsspezialisten Symantec auf der Computermesse CeBIT in Hannover: Eine neue Studie zeigt, dass zwar die meisten Menschen wissen, dass es im Internet nur so von Viren und Schadsoftware wimmelt. Doch die meisten vernachlässigen trotzdem den Schutz.

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Man könnte es „Sehenden-Auges-ins-Uglück-rennen“ nennen, was viele User so treiben: Denn das Wissen um Gefahren und der Selbstschutz klaffen weit auseinander. Das hat die Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) ermittelt. Dabei könnten 80 Prozent der aktuell existierenden Bedrohungen verhindert werden, sagte Michael Littger, Geschäftsführer von DsiN am Freitag in Berlin.

Dort hat die Initiative gemeinsam mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz einen neuen Index vorgestellt, der die Sicherheitslage der Verbraucher besser erfasst.Für diese repräsentative Untersuchung wurden 1005 Nutzer in Deutschland befragt. Hinter DsiN steht ein Zusammenschluss von Behörden und Internetfirmen. Deren Ziel ist es, Aufklärungsangebote zum sicheren Umgang mit dem Internet zu erarbeiten.

Vier verschiedene Typen im Netz unterwegs

Der Index zeigt, dass sich längst nicht alle User über einen Kamm scheren lassen: Man kann sie in vier verschiedene Nutzertypen einteilen. Alle haben unterschiedliche Nutzungsgewohnheiten, Kenntnisse und verhalten sich in puncto Schutz abweichend. Genauer gesagt: Besonders sorglos sind die „fatalistischen Nutzer“. Sie sind meist zwischen 16 und 19 Jahren alt.

70,4 Prozent wissen um die Risiken im Web. So halten beispielsweise die meisten (88 Prozent) soziale Netzwerke für gefährlich. Und trotzdem nutzen fast 23 Prozent zum Beispiel kein Antivirenprogramm. Die Sorglosigkeit hat Folgen: 23 Prozent sind häufiger von E-Mail-Kontenklau betroffen und der Virenbefall ist überdurchschnittlich hoch.

Anders sieht es bei den „Außenstehenden“ aus: Sind sind meist zwischen 60 und 69 Jahren alt. Fast 80 Prozent davon sind Frauen. Über Gefahren sind sie relativ wenig informiert. Auffällig ist das niedrige Sicherheitsverhalten mit nur 18,8 Prozent. Ein Drittel dieser Gruppe benutzt gar kein Anti-Viren-Programm und 35 Prozent verzichten auf unterschiedliche Passwörter.

Mehr als ein Drittel aller Onliner unterschätzt Gefahren

Zur dritten Kategorie gehören die „Gutgläubigen“. Sie sind zwischen 30 und 59 Jahren. Sie machen 35 Prozent aller Onliner aus. Ihr Vorteil: Sie kennen sich gut aus mit Schutzmaßnahmen. Ihr Nachteil: Am Ende wenden sie vieles davon nicht an. Zum Beispiel informieren sich nur 39 Prozent über Apps vor dem Download. Und das obwohl viele schon Sicherheitsangriffe erlebt haben.

Zur vierten Gruppe zählen die „Souveränen“. Das sind vor allem die 40- bis 49-Jährigen. Sie sind gut informiert und nutzen tatsächlich auch komplexe Sicherheitsmaßnahmen. Im Einzelfall gibt es dennoch Verbesserungsbedarf: Etwa 48 Prozent verschlüsseln nicht ihre Mails.

Jede Gruppe braucht ein spezielles Angebot

Laut der Studie gibt es noch viel zu tun: Denn über alle Gruppen verteilt haben 60 Prozent der Internetnutzer einen erhöhten Aufklärungs- und Unterstützungsbedarf. Wobei jede Gruppe eine andere Starthilfe braucht. Nötig sei ein „Mix an differenzierten Aufklärungsangeboten, der auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist“, sagte Christian Illek, DsiN-Vorsitzender und Chef von Microsoft Deutschland. „Fatalistische Nutzer“ beispielsweise müssten mehr auf Schutzmaßnahmen hingewiesen werden, da sie bereits über gute Anwendungskenntnisse verfügen. „Außenstehende Nutzer“ dagegen bräuchten mehr Basiswissen und Hilfe bei der konkreten Umsetzung im Alltag. Darauf will sein Verband hinwirken.

Der DsiN-Vorsitzende sieht allerdings auch IT-Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Politik in der Pflicht: Ihre Aufgabe sei es eine „Aufklärungsstrategie 2.0“ anzustoßen. Denn, so Illek weiter: „Die Vorteile der Digitalisierung können sich für die Gesellschaft erst entfalten, wenn alle Verbraucher das Internet souverän nutzen.“ Deshalb sei in Deutschland eine breit angelegte Aufklärungskampagne nötig. 

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