Biometrische Gesichtserkennung 22.08.2013, 14:23 Uhr

USA testen dreidimensionale Foto-Fahndung

Die Vereinigten Staaten verfügen über ein weit entwickeltes Computersystem, das die so genannte Foto-Fahndung nach gesuchten Personen erlauben soll. Die Video-Überwachung mit 3-D-Gesichtserkennung wurde bereits mehrfach getestet. Jetzt soll nachgebessert werden, damit die Technik im Fahndungsalltag bestehen kann.

Die USA testen derzeit die Video-Überwachung mit 3-D-Gesichtskennung. Die Technik muss noch optimiert werden.

Die USA testen derzeit die Video-Überwachung mit 3-D-Gesichtskennung. Die Technik muss noch optimiert werden.

Foto: dpa-/Marc Tirl

Das neue so genannte Biometric Optical Surveillance System der Behörde für Sicherheit in den Vereinigten Staaten (Department of Homeland Security) hat die Aufgabe, auf der Basis von in das System eingegebenen Fotos in einer Menschenmenge festzustellen, ob sich die jeweiligen Personen in dieser Menge befinden. Bei der Auftragsvergabe im Jahre 2011 war vorgegeben, dass die Erkennung der Gesuchten auf Entfernungen von bis zu 100 Metern möglich sein müsse. Dabei war desweiteren vorgeschrieben, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich tatsächlich um die Gesuchten handele, wenigstens 80 bis 90 Prozent ausmachen müsse.

Erfolgsquote sinkt bei wachsender Entfernung 

Das amerikanische System arbeitet mit einer auf Dreidimensionalität abgestellten Gesichtserkennung. Soweit bisher in Nordamerika oder Europa derartige Geräte zur biometrischen Gesichtserkennung eingesetzt werden, handelt es sich stets um zweidimensionale Bilder. Diese letzteren Systeme arbeiten – beispielsweise an britischen Verkehrsflughäfen – mit großem Erfolg, wenn das zum Vergleich verfügbare Bild von guter Qualität ist und die Person zur Identifizierung direkt und aus der Nähe in die Kamera blickt. Sind die Vergleichsbilder nicht gut oder schaut die Person nicht direkt in die Kamera, dann sinkt die Erfolgsquote so massiv ab, dass das System weitgehend wertlos ist. Genau das soll durch die dreidimensionale biometrische Gesichtserkennung vermieden werden. Mit der Dreidimensionalität soll konkret erreicht werden, dass sich die Gesichtsaufnahme und das Vergleichsbild in eine Position bringen lassen, die tatsächlich einen Vergleich mit hoher Erfolgsquote erlaubt.

Bei den bisherigen Feldversuchen in den Vereinigten Staaten hat sich herausgestellt, dass die Erfolgsquote nur dann bei den geforderten 80 bis 90 Prozent liegt, wenn die Gesuchten sich in der Nähe der Kamera bewegen. Bei größeren Entfernungen sinkt die Erfolgsquote auf 60 bis 70 Prozent.

Auch in Deutschland Tests mit vergleichbarem System

Das so genannte GES-3D-System in Deutschland ist vom Bundeskriminalamt im Mainzer Hauptbahnhof getestet worden. Bei dem deutschen Test ergab sich bei Tageslicht eine Erfolgsquote von 60 Prozent. Bei künstlichem Licht in der Nacht sank diese Quote aber auf 10 bis 20 Prozent und machte daher das System weitgehend wertlos.

Schnelle Qualitätssteigerung gefordert

Das amerikanische Department of Homeland Security drängt die beteiligten Firmen und Forschungseinrichtungen auf eine schnelle Qualitätssteigerung, die sich in einer deutlich höheren Erfolgsquote niederschlagen soll. An dem Projekt beteiligt sind Electronic Warfare Associates, das Pacific Northwest National Laboratory und die University of Louisville.

Rechtlich erheblich umstritten sind in den Vereinigten Staaten die Einsatzmöglichkeiten für ein solches System. Bürgerrechtler befürchten vor allem Missbräuche dergestalt, dass nicht etwa gezielt Terroristen und andere Verbrecher gesucht sondern vielmehr die Bevölkerung elektronisch überwacht werden soll. 

Von Peter Odrich

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