Microsoft kämpft um Marktanteile 04.02.2014, 15:53 Uhr

Update für Windows 8.1 macht Schluss mit Kachelstruktur

Microsoft zieht Konsequenzen aus dem Desaster mit seinem Betriebssystem Windows 8. Der Softwarekonzern bringt Anfang März ein Update für Windows 8.1 auf den Markt, das die User unter anderem von der verwirrenden Kachelstruktur erlöst. Vielleicht ist das Update die letzte Chance, um den katastrophalen Marktanteil des Betriebssystems zu erhöhen

Die Bedienung von Windows 8 über Kacheln stößt bei vielen Usern auf Widerwillen. Das bekommt Microsoft mit einem niedrigen Marktanteil zu spüren. Das Betriebssystem erreichte bislang lediglich einen Anteil von 6,63 Prozent, das Update auf 8.1 sogar nur 3,95 Prozent. 

Die Bedienung von Windows 8 über Kacheln stößt bei vielen Usern auf Widerwillen. Das bekommt Microsoft mit einem niedrigen Marktanteil zu spüren. Das Betriebssystem erreichte bislang lediglich einen Anteil von 6,63 Prozent, das Update auf 8.1 sogar nur 3,95 Prozent. 

Foto: Microsoft

„Mit Windows 8 haben wir Windows neu erfunden – vom Chipsatz bis hin zum einzigartigen Benutzererlebnis“, zeigte sich Mitte vergangenen Jahres die Leiterin der Devices and Studio Group bei Microsoft, Julie Larson-Green, noch überzeugt. Das sehen bis heute viele Windows-Fans anders. Im Gegensatz zu den Vorgängerversionen fanden sie sich nach dem Rechnerstart plötzlich auf einem Startbildschirm mit klickbaren Kacheln wieder. Der traditionelle Startbutton war ebenso unauffindbar wie die gewohnte Ordnerstruktur. Das sorgt seitdem weltweit für Missmut.

Die Verwirrung der Nutzer türmte sich schließlich zu einer Welle auf, die sieben Monate nach der Veröffentlichung im Winter 2012 über Microsoft brach. Obwohl das Update zu Beginn lediglich 30 Euro kostete, lag der Marktanteil bei enttäuschenden 4,27 Prozent. Im gleichen Zeitraum hatte Windows 7 bereits über zwölf Prozent Anteil erobert. Derzeit liegt die beliebteste Version schon bei einem Rekordwert von 47 Prozent, Windows 8 bei bescheidenen 6,63 Prozent. Microsoft reagierte auf die mangelnde Akzeptanz der Nutzerbasis und veröffentlichte ein Update auf Windows 8.1. Darin tauchte zumindest der Startknopf wieder auf, das Startmenü gab es aber immer noch nicht. Das Update liegt derzeit bei einem Marktanteil von 3,95 Prozent.

Gewohnte Desktopansicht soll wieder Standard werden

Mit einem neuen Update für 8.1 macht Microsoft jetzt einen weiteren Schritt zurück. Der User lande nach dem Einschalten des PCs wieder in der gewohnten Desktopansicht. Das berichten Personen, die eine geleakte Vorabversion des Updates auf einer russischen Website gefunden haben. Sie verraten: Auf die Kacheloberfläche kann man immer noch booten, allerdings muss man dafür die Standardeinstellungen ändern. Und hier scheint Microsoft auch mehr Bedienfreundlichkeit einzuführen. Klickt man beispielsweise per Rechtsklick auf eine Kachel, öffnet sich neuerdings ein kleines Kontextmenü in gewohnter Desktop-Optik. Was von diesen Neuerungen allerdings tatsächlich im offiziellen Update auftaucht, bleibt bis zur Veröffentlichung am 11. März ungewiss.

Trotz aller Updates droht Windows 8 der größte Flop seit Vista zu werden. Vielleicht weiß das auch Microsoft. Zumindest deutet die Geschwindigkeit daraufhin, mit der der Konzern am Nachfolger arbeitet. Dabei soll es sich allerdings nicht um ein neues Betriebssystem handeln, sondern um ein riesiges Update, behauptet Bloggerin und Microsoft-Spezialistin Mary Jo Foley. Es soll auch nicht auf den Namen Windows 9 hören, sondern auf Threshold. Das Update soll dem aktuellen Unternehmensslogan „One Microsoft“ folgen und die Plattfomen XBox One, Windows und Windows Phone enger zusammenführen. Angeblich teilen sie sich zukünftig immer mehr Komponenten, unter anderem einen einheitlichen Appstore und ein gemeinsames Office.

Supportende von XP: Nur fünf Prozent der Nutzer wollen zu Windows 8 wechseln

37 Prozent der User wollen aber ohnehin mit Windows XP weitermachen – auch wenn der Support im April 2014 endet. Das haben Marktforscher von Tech Pro Research herausgefunden, indem sie über 600 IT-Verantwortliche in den USA befragt haben. Dass die Arbeit mit XP ohne zukünftige Sicherheitsupdates gefährlicher wird, scheinen sie in Kauf zu nehmen. 38 Prozent haben eine Alternative: Sie wechseln zu Windows 7. Die Hoffnung, dass das Ende von XP zum Sonnenschein für Windows 8 wird, kann Microsoft aber offenbar begraben. Laut Studie ziehen diesen Wechsel nur fünf Prozent der Befragten in Betracht. 

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