FAA reagierte sofort 10.07.2015, 13:00 Uhr

United hat seit Fusion mit Continental immer wieder Computerprobleme

Wie blank die Nerven in den USA liegen, wenn die Gefahr eines Terroranschlages droht, hat die Absage von weltweit 4900 Flügen der amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines gezeigt. Wegen Problemen im Computernetzwerk stoppte United umgehend alle Flüge und schaltete die amerikanische Flugaufsicht FAA ein. Die reagierte sofort.

4900 United-Flüge weltweit fielen am Mittwoch wegen einer Computerpanne bei der amerikanischen Fluggesellschaft aus.

4900 United-Flüge weltweit fielen am Mittwoch wegen einer Computerpanne bei der amerikanischen Fluggesellschaft aus.

Foto: United

Es war exakt 8 Uhr in der Früh, am 8. Juli, als das Passagier-Buchungssystem der United Airlines den Betrieb einstellte. Der Computerausfall war derartig umfassend und von der Ursache unübersehbar, dass das oberste Management sofort den Nothalt-Knopf drückte und die Luftfahrt-Aufsichtsbehörde des Landes dringend darum bat, umgehend ein weltweites Startverbot über die eigenen Maschinen zu verhängen.

4900 Flüge vielen aus – Maschinen blieben am Boden

Die amerikanische Federal Aviation Authority (FAA) kam dieser dringenden Bitte von United Airlines sofort nach. Damit mussten schlagartig mehrere Tausend United-Flugzeuge am Boden bleiben. 4900 Flüge fielen aus. Als United Airlines der Behörde melden konnte, was passiert war und dass die Panne behoben sei, reagierte die FAA genauso schnell: Um 9.49 wurde das Startverbot wieder aufgehoben. Das Computer-Chaos sorgte allerdings dafür, dass der normale Flugplan erst gegen Abend wieder einigermaßen eingehalten werden konnte. 

Der United-Notruf und die schnelle Reaktion der FAA sind aus europäischer Sicht erstaunlich. In den USA nicht. Seit dem Terroranschlag islamischer Terroristen auf die Twin Towers in New York am 11. September 2001 sind die Behörden in den USA hoch sensibilisiert.

So konnten FAA und United zunächst nicht wissen, ob es sich beim dem totalen Computerausfall nicht um eine Cyber-Attacke handelt. Es bestand die Gefahr, dass der Totalausfall nur scheinbar eingetreten war, in Wirklichkeit aber Hacker über die United-Datentechnik Befehle an Außenstationen und Flugzeuge geben konnten, die unabsehbare Folgen hätten haben können.

Seit der Fusion von United Airlines und Continental Airlines kommt es durch das Zusammenführen der IT- und Buchungssysteme beider Fluggesellschaften immer wieder zu Computerproblemen.

Seit der Fusion von United Airlines und Continental Airlines kommt es durch das Zusammenführen der IT- und Buchungssysteme beider Fluggesellschaften immer wieder zu Computerproblemen.

Foto: United

Da die Ereignisse von 9/11 alles andere als vergessen sind, reagierte die FAA sofort und stoppte den weltweiten Flugverkehr der United Airlines. Als sich herausstellte, dass das Computerproblem eine einfache Betriebsstörung eines Routers war, wurde das Flugverbot sofort aufgehoben.

FAA stoppte innerhalb kürzester Zeit alle United-Flüge weltweit 

Dass United sofort die FAA eingeschaltete, hat den Vorteil, dass sichergestellt war, dass tatsächlich sämtliche Stationen der Gesellschaft unmissverständlich den Befehl bekamen, den Flugbetrieb einzustellen. Immerhin ist United Airlines eine der größten Fluggesellschaften der Welt. Das Unternehmen, das zusammen mit der Lufthansa die Star Alliance anführt, konnte nur auf diese Weise sicher sein, dass weltweit überall zeitgleich die gleiche Anweisung einging und auch tatsächlich sofort befolgt wurde. Was normalerweise als selbstverständlich gilt, ist im weltweiten Luftverkehr keineswegs ausnahmslos gewährleistet: Es gibt mehr Pannen, die auf Missverständnissen beruhen, als in der Öffentlichkeit bekannt ist.

Das Buchungs- und Reservierungssystem einer Fluggesellschaft ist in der Praxis wesentlich mehr als dieser Name eigentlich besagt. Die meisten Luftverkehrsgesellschaften benutzen das Reservierungssystem auch dazu, die Wartungspläne aufzustellen und zu kontrollieren, die Dienstpläne der Besatzungen zu veröffentlichen, am Boden die Andock-Gates auf den Flughäfen zu vergeben und die Flugzeugbewegungen in der Luft und am Boden zu verfolgen.

All das zusammen führt dazu, dass diese Computersysteme in der Praxis überlastet sind. Dazu trägt auch das anhaltend schnelle Wachstum des Luftverkehrs bei. Und schließlich spielt die massive Konzentrationsbewegung der Branche speziell in den Vereinigten Staaten eine große Rolle.

Vier US-Fluggesellschaften wickeln 80 % des kommerziellen Verkehrs ab

Die zahlreichen Fusionen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass sehr verschiedene IT-Systeme zusammengeführt wurden. Delta übernahm Northwest Airlines. Southwest schluckte AirTran. American Airlines schloss sich mit US Airways zusammen und United kam schließlich mit Continental Airlines zusammen. Heute beherrschen die vier Anbieter Delta, United, American und Southwest mit weitem Abstand die Branche und wickeln 80 % des kommerziellen Flugverkehrs ab.

Boeing 737 der United Airways auf dem Chicago O’Hare International Airport: United ist weltweit eine der größten Fluglinien und Partner der Lufthansa in der Star Alliance.

Boeing 737 der United Airways auf dem Chicago O’Hare International Airport: United ist weltweit eine der größten Fluglinien und Partner der Lufthansa in der Star Alliance.

Foto: United

Doch die Zusammenschlüsse machen besonders beim Zusammenführen von IT und Buchungssystemen Probleme. United Airlines und Continental Airlines benutzten vor ihrer Verbindung sehr unterschiedliche Systeme. Nach einigem Hin und Her entschlossen sie sich dazu, das Continental-Reservierungssystem namens ‘Shares’ weiter zu nutzen und das United-System ‘Travelport’ aufzugeben. Dieser Übergang schuf unzählige Probleme, die immer wieder zu Behelfslösungen führten. Nicht immer mit Erfolg.

Der katastrophale Router-Ausfall vom 8. Juli geht auf dieses Problem zurück. Das war alles andere als die erste, aber die bisher schwerste Panne bei der Vereinigung der Reservierungssysteme.

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