Internet 08.09.2000, 17:26 Uhr

Üble Flatrate-Pannen bringen viele Internet-Provider in arge Bedrängnis

Surfen ohne Zeittakt verspricht Internetspaß ohne Gebührenzähler im Nacken. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Pleiten, Pech und Pannen bestimmen das Leben von Internet-Nutzern.

Denn die vermeintlich preiswerten Flatrates, die ab 49 DM die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit des Internets ohne weitere Kosten garantierten, erweisen sich allzu oft als Angebote ohne Gegenleistung. Einen Tag, nachdem der Bitburger Flatrate-Pionier Silyn-Tek seine Preise von DM auf Euro erhöht und Dauernutzer wegen angeblichen Missbrauchs gesperrt hatte, blieb nur noch der Gang zum Konkursgericht übrig. Kunden, die vertragsgemäß ein Jahr im Voraus bezahlen mussten, können kaum mit einer Rückerstattung durch den Konkursverwalter rechnen. Dabei hätte Surf1, so der Produktname, bei Monatspauschalen von 139 DM noch Profit erwirtschaften können.
Schlecht sieht es auch bei dem Versatel-Angebot „Sonne“ aus, das für 79 DM unbegrenzten Internet-Spaß versprach. Obwohl eine Freischaltung binnen Minuten versprochen wurde und die schwer erreichbare Hotline mehrfach widersprüchliche Tipps gab, war auch nach vier Tagen der Zugang nicht möglich. Lediglich die Abbuchung des Betrages von unserem Konto funktionierte umgehend. Online waren wir trotz zahlreicher Versuche bei unserem Test nicht einmal für Sekunden. Mittlerweile häufen sich die Klagen von Nutzern, die stundenlang keinen Zugang bekommen oder jede Stunde unerbittlich vom Netz getrennt werden. Die Schuld läge bei der Deutschen Telekom, die Routing-Probleme hätte, wird bei Versatel abgewiegelt. Telekom-Sprecher Walter Genz weist solche Vorwürfe zurück: „Wir haben damit nicht das geringste zu tun“.

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Internet-Billiganbieter sind im Nu überlastet

Bei NGI sollte die Online-Anmeldung sofort das Tor zum Internet für 77,77 DM pauschal öffnen. Statt dessen kam wenige Tage später eine Anmeldebestätigung per Post. Die inzwischen per E-Mail eingereichte Kündigung wegen nicht sofortiger Freischaltung wurde zwar prompt und freundlich angenommen und bestätigt Kollegen hatten Tage zuvor jedoch über nicht beantwortete E-Mails und die nicht erreichbare Hotline geklagt. Abgebucht wurde kein Pfennig. Bei Versatel hatten wir unser Geld über die Bank zurückholen müssen. Addcom und Cisma haben ihre Flatrate eingestellt.
Auch wer besonders günstige Internet-Provider über Internet-by-Call ausprobiert, muss mit unangenehmen Überraschungen rechnen. Bei Callino und Viag Interkom war die Zugriffszeit beim letzten Test sehr kurz. Nach einer Preissenkung um Pfennig-Bruchteile ging die Performance wenige Tage später in den Keller. Denn die äußerst preissensitiven Internet-Nutzer wandern wie Call-by-Call-Telefonkunden schon bei Preisvorteilen von einem Zehntel bis Hunderstel Pfennig zum jeweils billigsten Internet-Provider ab. Und der ist dann binnen Tagen so überlastet, dass der langsame Zugriff das Surfen drastisch verteuert.
Vielfach besser ist es, Internet-Provider der zweiten Reihe zu nutzen, die weniger belastet sind. Trotz der minimal höheren Minutenpreise spielen 30 Pf Mehrkosten pro Stunde wegen der höheren Geschwindigkeit keine Rolle. Flatrates mit hoher Verfügbarkeit sind am ehesten bei T-Online und mit Festanschluss bei den regionalen Telefongesellschaften zu bekommen. Denn die zahlen nicht hohe Interconnection-Gebühren, die ein 77-DM-Angebot schon nach knapp 63 Stunden Nutzung zum Zuschussgeschäft machen. Starke Internet-Nutzer sind aber wenigstens 300 Stunden online. FRIEDHELM WEIDELICH

Ein Beitrag von:

  • Friedhelm Weidelich

    Technikjournalist Friedhelm Weidelich schreibt seit vielen Jahren über Verkehrsinfrastruktur, Eisenbahnen und Fahrzeugbau für verschiedene überregionale Zeitungen, Online-Medien und Fachmagazine.

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