Datenobergrenze im Festnetz 25.03.2013, 13:45 Uhr

Telekom plant Drosselung des Datentransfers

Was zunächst als Gerücht in einigen Blogs begann, hat die Deutsche Telekom nun indirekt bestätigt: Es gibt offenbar Pläne, die Festnetz-Flatrates künftig zu begrenzen. Ist ein bestimmtes Datenvolumen erreicht, wird die Leitung erheblich gedrosselt.

Die Telekom will den Datentransfer im Festnetz ab einer Obergrenze drosseln.

Die Telekom will den Datentransfer im Festnetz ab einer Obergrenze drosseln.

Foto: Deutsche Telekom

Zwar schreibt die Telekom auf ihrer eigenen Firmenseite, dass es „bisher keine neuen Tarife gibt“, aber der vorangegangene Text des Interneteintrages liest sich wie die Bestätigung dessen, was Blogger wenige Tage zuvor per anonymer Mail von einer Telekom-Mitarbeiterin erfahren haben wollen. Die Telekom schreibt: „Ähnlich wie im Mobilfunk soll es in Zukunft auch bei Festnetztarifen für die Datenübertragung ein bestimmtes Volumen geben, das inklusive ist. Ist dieses Volumen aufgebraucht, wird die Übertragungsgeschwindigkeit gebremst.“

Gedrosselter Datendurchsatz entspricht dem Funkstandard UMTS

Über das geplante Höchstvolumen machte die Telekom keine Angaben, dementierte aber auch die von den Bloggern genannten Zahlen nicht. Je nach gebuchtem Tarif würde die Grenze dann bei 75 Gigabyte, bei 200, 300 oder 400 Gigabyte im Monat liegen. Solche Grenzen hatte die Telekom bereits vor einiger Zeit in den Tarifen „Fiber“ eingeführt.

Nun sollen sie offensichtlich für alle Kunden gelten. Wäre die jeweils gebuchte Höchstgrenze erreicht, würde die Leitung einheitlich auf 384 Kilobit pro Sekunde gebremst. Das wäre ein Datendurchsatz, wie er mit dem Funkstandard UMTS maximal erreicht werden kann. Auch dieser Zahl hat die Telekom nicht widersprochen. „Für die meisten Kunden“, schreibt das Unternehmen, „wäre das integrierte Volumen vollkommen ausreichend. Braucht ein Kunde mehr Highspeed-Volumen, könnte er – wie im Mobilfunk auch – weitere Kapazitäten hinzubuchen.“

Da über die Festnetzleitungen inzwischen aber vor allem Filme angeschaut werden, ist für viele Nutzer zumindest die Grenze von 75 Gigabyte pro Monat recht schnell erreicht.

Tarifänderung bereits ab dem 2. Mai möglich

Die versteckte Preiserhöhung, die der anonymen Mail zufolge bereits ab dem 2. Mai 2013 geplant ist, könnte wohl nicht rückwirkend durchgesetzt werden, sondern nur bei Neukunden greifen. Für bestehende Verträge werde sich nichts ändern, betont die Telekom, um weiteren Gerüchten vorzubeugen.

Man stehe, so das Unternehmen weiter, vor der großen Herausforderung, dass das Datenvolumen exponentiell wachse und die Netze massiv ausgebaut werden müssten. Das koste Milliarden.

Auf der anderen Seite würden die Telekommunikationspreise seit Jahren rasant fallen. „Bisher ist es so, dass sämtliche Nutzer die intensivere Nutzung einiger quersubventionieren.“ Hier könne also in der Begrenzung des Datenvolumens die Lösung liegen. Und der Vorteil sei schließlich, dass „nur die Kunden mehr zahlen müssten, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen“.

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