Telekommunikation 25.02.2005, 18:37 Uhr

Telekom-Konkurrenz punktet im Breitbandmarkt

VDI nachrichten, Bonn, 25. 2. 05 – Die Zahlen der Regulierungs- behörde widersprechen den Klagen der Telekom- Konkurrenz. Die Wettbewerber konnten dem Marktführer 2004 vor allem im Breitbandmarkt weitere Marktanteile abnehmen. „Die Vielfalt des Angebots wächst“, freut sich Matthias Kurth, Deutschlands oberster Regulierer.

Matthias Kurth ist optimistisch: „Das starke Wachstum des Breitbandmarkts gibt dem Telekommunikationsmarkt neue Impulse“, so der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) anlässlich der Vorlage des Jahresberichts der Behörde für das Jahr 2004.
Die Befürchtungen seien zerstreut, es könne zu einer „Remonopolisierung“ im Telekommunikationsmarkt kommen und der Wettbewerb sei durch das „Platzen der Börsenblase im Jahr 2000“ geschwächt. „Während wir in den USA zurzeit neue Megafusionen im Telekommunikationsmarkt haben, hat in Deutschland die Vielfalt des Angebots zugenommen“, erläuterte Kurth in der vergangenen Woche in Bonn.

Telekom-Konkurrenz punktet im Breitbandmarkt

Telekom-Konkurrenz punktet im Breitbandmarkt

Die Telekom-Konkurrenten konnten ihre Marktanteile laut Kurth „mit großen Schritten“ steigern: Nach 11 % im Jahr 2003 errangen sie 2004 einen Marktanteil von insgesamt 20 %. Die Zahl der breitbandigen Anschlüsse stieg auf 6,9 Mio., Ende 2003 waren es noch 4,5 Mio. 6,7 Mio. Anschlüsse waren mit DSL-Technologie ausgestattet, 145 000 mit Kabelmodem und nur 9300 mit Powerline. Potenziell könnten aber heute bereits 3 Mio. Haushalte per Kabel erreicht werden. Das TV-Kabel könnte sich also „zu einer echten Infrastruktur-Alternative zur klassischen Telefonzweidrahtleitung entwickeln, die für DSL-Anschlüsse benutzt wird“, meinte Matthias Kurth.
Etwa 17 % der deutschen Haushalte nutzten 2004 Internetdienste über einen DSL-Anschluss. Ende 2004 boten neben der Telekom über 60 Unternehmen DSL-Anschlüsse auf Basis von Resale (Wiederverkauf) oder über selbst betriebene Infrastruktur an.
Die Wettbewerber, die immerhin ein Drittel des Neukundengeschäfts bestritten, rekrutierten sich dabei vor allem aus den Reihen der Stadtnetzbetreiber. Immerhin bereits 246 000 Anschlüsse wurden über DSL-Resale erschlossen. Beschwerden über Missbrauch im erst 2004 ermöglichten Resale-Bereich gab es keine, berichtete der Chef der Regulierungsbehörde.
Internet-Service-Provider konnten ihre DSL-Kundenzahlen mehr als verdoppeln, Resale-Anschlüsse trugen hier zu einem Fünftel bei. Internet-anbieter ohne eigenes Teilnehmernetz haben derzeit etwa 1 Mio. Kunden.
„Die zunehmende Dynamik entsteht auch durch die deutlichen Abstände zwischen der Deutschen Telekom und dem Wettbewerb im Bereich der Paketangebote“, erklärte Kurth. So sei ein ISDN-Telefonanschluss mit DSL-Zugang und zeitlich uneingeschränktem Zugriff auf das Internet bereits unter 40  € erhältlich. Einen DSL-Anschluss inklusive Telefonanschluss mit unbegrenztem Surfen und Telefonieren gebe es bereits für monatlich ab 60  €. Unbegrenztes Telefonieren im Inland sei bereits für monatlich 20  € möglich.
Obgleich in der Vergangenheit mehrfach vor wettbewerbsstoppenden Telekom-Tarifen gewarnt worden war, seien „diese Kassandrarufe zum Glück nicht eingetroffen“, sagte Kurth. Auch im Ortsnetz konnten die Wettbewerber ihren Marktanteil erhöhen. So konnten die Wettbewerber bei Verbindungsminuten im Ortsverkehr ihren Marktanteil auf rund 33 % verdoppeln. „Diese Entwicklung kann sich in diesem Jahr fortsetzen“, sagte Kurth, denn die Marktdynamik sei trotz neuer Tarifmodelle umgebremst.
„Intermodalen Wettbewerb“ machte Kurth bei den Mobilfunkbetreibern aus, die mit Homezone-Angeboten und besonderen Minutenpreisen für Telefonate ins Festnetz am Wochenende und in der Freizeit Festnetzkunden umwerben. Vor allem die kleineren Mobilfunk-anbieter E-Plus und 02 konnten ihre Marktanteile mit neuen Vertriebskanälen wie Tchibo und attraktiven Angeboten deutlich steigern. Während sich die Zahl der aus den Mobilfunknetzen versandten SMS von 21 Mrd. Stück nur um 4 % steigerte, verdreifachte sich die Zahl der MMS-Nachrichten auf 91 Mio.
Die Erlöse im Telekommunikationsdienstleistungsmarkt erreichten 2004 rund 65 Mrd.  €, 2 % mehr als noch im Vorjahr. Dabei stieg die Zahl der Teilnehmer um 10 %, die Penetration im Mobilfunk auf einen europäischen Durchschnitt von 86 %.
Die Unternehmen investierten rund 4,4 Mrd.  € in Sachanlagen, davon 2,3 Mrd.  € in den Mobilfunk-, 2,1 Mrd.  € in den Festnetzbereich.
Auch im Segment WLAN wächst der Markt dynamisch: Die Zahl der öffentlichen WLAN-Zugänge vervierfachte sich im letzten Jahr auf 6000 Hotspots. Die zehn größten Betreiber decken etwa 90 % der Angebote ab. Auf Basis neuer Technologien der Standardfamilie IEEE 802.16 (Wimax) könnten künftig Gebiete mit breitbandigen Anschlüssen versorgt werden, in denen DSL bislang nicht verfügbar ist, erklärte der Chef der Regulierungsbehörde.
 CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

Von Chr. Schulzki-Haddouti
Von Chr. Schulzki-Haddouti

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