Internet fürs Land 18.08.2014, 11:24 Uhr

Telekom fordert vom Bund 25 Milliarden Euro für Breitbandausbau

Die Deutsche Telekom benötigt 25 Milliarden Euro vom Bund, um 100 Prozent der deutschen Bevölkerung mit schnellem VDSL-Netz zu versorgen. Eine Belastungsprobe für die Digitale Agenda der Regierung, die bis zum Jahr 2018 auch Haushalte in entlegenen Regionen mit Netzanschlüssen von mindestens 50 Mbit/s versorgen will.

Verlegung von Glasfasern in München: Um 90 Prozent der Bevölkerung mit schnellem Internet zu versorgen, braucht die Telekom zehn Milliarden Euro. Für die restlichen zehn Prozent weitere 15 Milliarden Euro.

Verlegung von Glasfasern in München: Um 90 Prozent der Bevölkerung mit schnellem Internet zu versorgen, braucht die Telekom zehn Milliarden Euro. Für die restlichen zehn Prozent weitere 15 Milliarden Euro.

Foto: SWM/M-net

Bislang schwirrten nur Schätzungen durch den Raum. Jetzt hat die Deutsche Telekom konkrete Zahlen genannt: Um 90 Prozent der Bevölkerung mit leistungsfähigem VDSL-Netz zu versorgen, müsse der Bund zehn Milliarden Euro in den Ausbau investieren. Das sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme dem Focus. Noch teurer werde der Anschluss der restlichen Haushalte und Unternehmen in besonders entlegenen Gebieten, wo entsprechend viele neue Kabel verlegt werden müssen. „Für die letzten zehn Prozent brauchen wir weitere 15 Milliarden Euro“, sagte van Damme.

Bund will Versteigerungserlöse von Mobilfunkfrequenzen investieren

Dass die Komplettversorgung ohne staatliche Zuschüsse nicht stattfinden wird, weil sie für kein Unternehmen wirtschaftlich ist, war längst klar. Die Frage ist nun, wie tief der Bund in die Tasche greift, um sein Ziel einer flächendeckenden Übertragungsgeschwindigkeit von 50 MBit/s bis zum Jahr 2018 zu erreichen. Die Regierung hat diese Digitale Agenda zu einem ihrer zentralen Infrastrukturprojekte erklärt.

Nur einer von fünf Haushalten kann in ländlichen Regionen derzeit leistungsfähiges Internet nutzen. Die Bundesregierung will das bis zum Jahr 2018 ändern und steht jetzt vor einer enormen Investitionsforderung.

Nur einer von fünf Haushalten kann in ländlichen Regionen derzeit leistungsfähiges Internet nutzen. Die Bundesregierung will das bis zum Jahr 2018 ändern und steht jetzt vor einer enormen Investitionsforderung.

Foto: dpa/Inga Kjer

Am kommenden Mittwoch wollen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) ihr Programm dafür vorstellen. 25 Milliarden Euro werden sie aber sicher nicht auf den Tisch legen. Dobrindt sagte jetzt der Welt, dass die Regierung einen Großteil der Einnahmen aus einer im nächsten Jahr anstehenden Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen direkt in den digitalen Ausbau investieren werde. Daraus wird aber nur ein Betrag unterhalb einer Milliarde Euro erwartet.

Brüssel muss grünes Licht geben 

Weitere Beihilfen werden notwendig sein. Dazu braucht es aber nicht nur Geld, sondern auch grünes Licht aus Brüssel. Zur Digitalen Agenda gehört deshalb laut Strategiepapier des Wirtschaftsministeriums auch folgendes Ziel: „Die Bundesregierung wird sich im Beihilfebereich bei der EU-Kommission für eine Rahmenregelung einsetzen, die den Breitbandausbau im ländlichen Raum in unbürokratischer, technologieneutraler und wettbewerbsfreundlicher Weise ermöglicht.“

Nach Angaben der Bundesregierung verfügen bisher knapp zwei Drittel der Haushalte über schnelle Internetzugänge. Während es in den Städten vier von fünf sind, kann im eher ländlichen Bereich derzeit aber nur einer von fünf Haushalten das leistungsfähige Netz nutzen.

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