Mit Voice over IP überfordert 05.06.2014, 12:40 Uhr

Störungen bei WhatsApp: Facebook soll verantwortlich sein

Die Nutzer von WhatsApp, dem meistgenutzten Messenger-Dienst, klagen zunehmend über Störungen. Der Grund dafür liegt in der Übernahme durch Facebook, erklärte jetzt ein anonymer Insider der „Bild“-Zeitung.

WhatsApp-Nutzer klagen über immer häufigere Störungen. Der Grund dafür soll in der Übernahme durch Facebook liegen. Das Unternehmen will künftig auch über WhatsApp kostenloses Telefonieren anbieten.

WhatsApp-Nutzer klagen über immer häufigere Störungen. Der Grund dafür soll in der Übernahme durch Facebook liegen. Das Unternehmen will künftig auch über WhatsApp kostenloses Telefonieren anbieten.

Foto: dpa/Armin Weigel

„Entschuldige, aber unser Service hat gerade Probleme. Wir arbeiten daran und hoffen, die volle Funktion bald wieder bieten zu können. Für entstandene Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen.“ Diese Fehlermeldung lesen WhatsApp-Nutzer in den letzten Wochen immer häufiger. Der Grund dafür: Auf Drängen von Facebook führt WhatsApp eine neue Funktion ein. Mit Voice over IP (VoIP) sollen WhatsApper in Zukunft nicht nur mit Text- und Bildnachrichten kommunizieren können, sondern auch umsonst Telefongespräche führen. Die Datenmengen, die für die Einführung verarbeitet werden müssen, überfordern derzeit die WhatsApp-Server.

Aufgabe der Firmenprinzipien beklagt

Der Bild-Zeitung gegenüber beklagte der namenlose Insider auch die Aufgabe der Firmenprinzipien. „Früher hieß es: Keine Werbung, keine Spiele, keine Zusätze, die nur ablenken“, sagte er. „Nun gehört WhatsApp dem Herrn Zuckerberg und muss das zuletzt von Facebook hinzugefügte Feature übernehmen. Und das ist VoIP.“ WhatsApp versucht derzeit, das benötigte Datenvolumen klein zu halten – und trotzdem qualitativ hochwertige Telefongespräche zu ermöglichen.

31 Millionen Nutzer hat der Nachrichtendienst allein in Deutschland. Für rund 19 Milliarden US-Dollar kaufte Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Februar den weltweit erfolgreichsten Messenger. Zuckerberg hatte bei der Übernahme betont, dass sich bei WhatsApp nichts ändern werde. Die Reaktionen in der Netz-Community darauf waren kritisch. Aber obwohl viele Nutzer einen Missbrauch ihrer Daten fürchteten, verzeichnete WhatsApp nach der Übernahme in kurzer Zeit einen Zuwachs um insgesamt 30 Millionen neue Nutzer – eine Million davon allein in Deutschland.

Weitere Neuerungen geplant

Der Bild-Insider gab auch einen Ausblick auf die nächsten Neuerungen des Messengers. Danach soll VoIP, der Grund für die häufigen Pannen, bereits in der nächsten Version der App eingeführt werden. Daneben will WhatsApp die Möglichkeit schaffen, Fotos beim Versand mit einem Verfallsdatum zu versehen. So kann der Sender entscheiden, wie lange der Empfänger ein Foto sehen kann. Außerdem sollen die Nutzer in Zukunft einfache Fehler melden können. WhatsApp macht dann einen Screenshot des Fehlers, der automatisch zu den Betreibern des Dienstes geschickt wird.

 

Von Andrea Ziech

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