Rechenzentren 05.11.2010, 19:50 Uhr

Speicherhersteller Netapp setzt Green IT konsequent um

Nachdem die Green-IT-Welle vor Jahren zuerst die Server-Infrastruktur in Rechenzentren erfasste, gehört sie inzwischen auch zum Datenspeichergeschäft. Der US-amerikanische Datenspeicherhersteller Netapp fing schon früh im eigenen Haus damit an, Green-IT-Prinzipien umzusetzen. In seinem neuesten Rechenzentrum in North Carolina setzt der Konzern konsequent auf einen physikalisch und logisch modularen Aufbau.

Datenspeicherhersteller Netapp setzt Green IT seit Jahren um.

Datenspeicherhersteller Netapp setzt Green IT seit Jahren um.

Foto: IBM

Seit einigen Jahren optimiert Netapp peu à peu die eigenen Rechenzentren unter Green-IT-Gesichtspunkten – bevor der Begriff zum Schlagwort wurde. „Wir untersuchen und erforschen systematisch, wie sich Rechenzentren am besten bauen und betreiben lassen“, erklärt Giancarlo Scaramelli, bei Netapp in Europa Green-IT-Spezialist, „und haben bestimmt schon drei Konzepte hinter uns.“

Dabei habe man stets Umweltaspekte im Hinterkopf, betont Scaramelli. „Da kommt auch die Finanzabteilung auf ihre Kosten, denn grüner bedeutet für gewöhnlich auch billiger. Und wenn man dann 2,5 Mio. $ vom eigenen Stromanbieter zurückbezahlt bekommt, freut sich die Geschäftsleitung.“

Speicherhersteller Netapp: Grüner bedeutet zugleich billiger

Motivation genug, um schon das bisherige Rechenzentrum in der Konzernzentrale im kalifornischen Sunnyvale so weit wie möglich in puncto Green IT zu verbessern. Doch es platzt inzwischen aus allen Nähten. „Wir sind dort räumlich begrenzt. Die bauliche Substanz behindert uns dabei, auch neue Dinge zu unternehmen“, erklärt Scaramelli. In Sunnyvale ist das Rechenzentrum eingebettet in ein Bürogebäude, das erschwert bauliche Veränderungen.

Um zu realisieren, was man sich vorstellte, brauchte man ein neues Rechenzentrum auf der grünen Wiese, das Global Dynamic Laboratory, kurz GDL. Das baute der kalifornische Konzern letztes Jahr in North Carolina – aus Gründen der Sicherheit und wegen der im Vergleich zu Kalifornien niedrigeren Strompreise.

Netapp versuchte schon bei der Planung alles zu berücksichtigen, was auf den Lastzetteln stand. „Wir gingen sogar so weit, dass wir kein Trinkwasser für die Kühlung verwendet haben. Und wir haben den Standort für das Rechenzentrum genau evaluiert.“ So spielte auch das gemäßigtere Klima in North Carolina eine Rolle: Wenn die Außentemperatur nicht so hoch ist, braucht es weniger Kühlleistung und die Außenluft lässt sich auch besser für eine Außenluftkühlung des Rechenzentrums nutzen.

Netapp heizt Büroräume mit Abwärme aus dem Rechenzentrum

„Im neuen Rechenzentrum in North Carolina heizen wir die Büroräume mit Abwärme, obwohl vergleichsweise wenig davon anfällt.“ In diesem Punkt lässt sich ablesen, welche Entwicklung die Rechenzentrumsgestaltung bei Netapp über die Jahre genommen hat. „North Carolina ist ein 20-MW-Rechenzentrum und verbraucht im Vergleich zu Sunnyvale zehnmal so viel Strom. Und erzeugt dennoch weniger Abwärme.“

Der wesentliche Schritt von einem sich im Bestand entwickelnden Rechenzentrum wie in Sunnyvale hin zum GDL beschreibt Scaramelli so: „Wachstum spielt sich heute sehr viel kleinteiliger ab, mit Bausteinen. Soll zum Beispiel die Leistung um 10 % steigen, lässt sich genau sagen, wie viele Bausteine aus Steuereinheiten, Netzwerkanschlüssen oder Speichern nötig sind. Der Trend geht dahin, dass auch der Strombedarf der Bausteine bekannt ist. So lässt sich einfach ausrechnen, welche Kosten beim Ausbau eines Rechenzentrums auf den Betreiber zukommen.“

Mikrozonen nennt Netapp diese atomaren Einheiten im neuen Rechenzentrum. Das sind Gruppen von acht Serverracks, die ähnliche Geräte enthalten, etwa Bladeserver oder Datenspeichereinheiten, die weitgehend unabhängig agieren können. „Sie enthalten spezifische Ressourcen und auch die Anschlüsse für die Verbindung zum restlichen Rechenzentrum. Die Mikrozonen können zwar nicht zu 100 % eigenständig arbeiten, enthalten aber alle Einheiten, die für einen Ausbau des Rechenzentrums erforderlich sind.“

Netapp glänzt mit niedrigen PUE-Werten

Das jüngste Rechenzentrum gehört zum Netapp-Technologiezentrum im Research Triangle Park, einem Technologiepark nahe North Carolinas Hauptstadt Raleigh, in dem Netapp Produktforschung und -entwicklung betreibt sowie ein Dienstleistungszentrum unterhält. Dort stehen inzwischen fast 2200 Racks mit Rechnerausrüstung auf rund 3340 m2.

Der PUE-Wert für das neue Rechenzentrum liegt laut Scaramelli bei 1.2. PUE steht für „Power Usage Effectiveness“ und ist das gängige Maß zur Bestimmung der Energieeffizienz in Rechenzentren. Es ist das Verhältnis der Gesamtenergie, die das Rechenzentrum verbraucht, zu der Energie, die benötigt wird, um die Rechnerinfrastruktur zu betreiben. Die US-Umweltbehörde EPA empfiehlt einen PUE-Wert von 2.

Die Zukunft sieht Scaramelli im modularen Mikrozonenansatz. Irgendwann seien die Optimierungsmöglichkeiten bei bestehenden Rechenzentren ausgereizt, auch wenn Sunnyvale inzwischen einen PUE-Wert von 1.25 erreicht. „Ich denke, Sunnyvale hat nach Phasen der Konsolidierung und Virtualisierung mittlerweile seine Kapazitäten ausgeschöpft. In Sachen Optimierung der IT ist dort sicherlich noch einiges machbar, beim Umweltschutz ist alles getan. Mehr geht hier nicht mehr.“

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