Software 22.03.2002, 17:33 Uhr

Software-Schmieden nehmen sich die Fertigungsprozesse vor

In der Prozesskette liegt viel Verbesserungspotential.

Ruhiger als in den vergangenen Jahren ging es auf der CeBIT 2002 zu. Besonders für die Besucher hatte dies Vorteile: Vor allem gab es mehr Gelegenheit zu individuellen Fachgesprächen. Dies ist auch zunehmend nötig, den hinter Bezeichnungen wie PDM, PLM oder ERP verbergen sich oft sehr unterschiedliche Ansätze zur Prozessoptimierung in der Fertigungsindustrie. Das gilt besonders für die Produktionsplanung, die sowohl von den CAD-Anbietern als auch von den Anbietern aus dem betriebswirtschaftlichen Umfeld zunehmend als neues Betätigungsfeld entdeckt wird – Stichwort: Product Lifecycle Management (PLM).

Das Unternehmen Smarteam, Herne,konzentriert sich z.B. auf die gezielte Verteilung von Informationen im Entwicklungsprozess. „Jede Konstruktionsänderung betrifft dabei oft viele Personen, die entsprechend informiert werden müssen“, verdeutlicht Walter Zajdzuk, der beim Informationsmanagement-Spezialisten Smarteam für die Betreuung der Großkunden zuständig ist. Sechs bis 14 Wochen könne der Informationsaustausch unter Nutzung traditioneller Informationsstrukturen betragen, weiß er von den Erfahrungen der Anwender. „Durch den gezielten Einsatz der Informationstechnik (IT) und einer auf die Bedürfnisse im Änderungsmanagement abgestimmte Software wird eine deutliche Beschleunigung des Workflows erreicht“, beschreibt Walter Zajdzuk. Dadurch könne der Informationsprozess heute bis auf zwei Wochen reduziert werden.

Auch das Unternehmen Delmia hat sich die Verbesserung von Entwicklungsprozessen auf die Fahne geschrieben. Davon konnten sich Besucher am Messestand überzeugen. Kern der Delmia-Lösung ist dabei eine zentrale Datenbank, die sowohl Produkt- als auch Projektdaten enthält. Mit diesen Daten bildet die Software komplette Fabriken ab und erlaubt damit die Simulation von Anlagen bis hin zur Programmierung von Robotern. „Mit dem Werkzeug können unsere Kunden in der Rohbauplanung schnell auf Änderungen in der Konstruktion reagieren“, beschreibt Vertriebsleiter Joachim Bauer von Delmia, Fellbach. Die Prozessplanung unter Berücksichtigung der Ressourcen erfolgt dabei über das Programm Process Engineer, welches direkt auf der Datenbank aufsetzt. Informationsbrüche werden damit vermieden, verrät Joachim Bauer.

Systeme zum Produktdatenmanagement (PDM) konzentrieren sich traditionell auf Engineeringdaten, insbesondere CAD-Modelle mit entsprechenden Informationen. Produktionsplanungssysteme (PPS) und das übergeordnete Enterprise Resource Planning (ERP) folgen dagegen kaufmännischen Ansätzen. „Heute gibt es zwischen den beiden Welten immer noch Prozesse, in denen Daten von Hand gepflegt werden“, beschreibt der PLM-Spezialist Ulrich Frech von Contact Software das brach liegende Potential. Ein automatisierter Abgleich von Stücklisten, Materialstamm und Sachmerkmal-Leisten verhindere inkonsistente Daten und schaffe für projektorientierte Organisationen zusätzliche Wertschöpfung.

Selbst erstellte Kopplungen zwischen PDM und ERP führten allerdings bei einem Wechsel auf eine neue Version eines der beiden Systeme oft zu Problemen, weiß Frech. Contact setze darum auf standardisierte Schnittstellen. Bei einem Release-Wechsel müsse dann nicht neu programmiert, sondern allenfalls neu konfiguriert werden. Zudem ergänze man mit der Lösung Cim Database z.B. ERP-Systeme wie SAP R/3, um ein Archivierungs- und Dokumentenmanagement.

Zwischen der CAD-Konstruktion und der betriebswirtschaftlichen Planung hat sich auch Technomatix aus Neu-Isenburg angesiedelt. Das Unternehmen präsentierte in Hannover eine neue Lösung für die virtuelle Fabrik. „Im Fertigungsumfeld ersetzen wir heterogene Lösungen und koppeln uns an große PDM- sowie ERP-Systme an“, erläutert Marketingmanager Armin Lohwasser von Tecnomatix. „Mit bestehenden Ressourcen ein besseres Produkt zu bauen“, so Lohwasser weiter, „bei diesem Anspruch helfen wir unseren Kunden.“ Vor allem durch bereits gespeicherte Planungen ließe sich bei neuen Projekten Zeit sparen. Oft könne dabei etwa 70 % bestehender Prozesse genutzt werden, schätzt Lohwasser. Anhand der abgelegten Daten seien Kostenkalkulationen für unterschiedliche Planungen schnell durchzuführen. Auch an den unterschiedlichen Informationsbedarf im Unternehmen wurde gedacht: So liefere die Software dem Topmanagement abstrahierte, konsolidierte Daten, während der Fertigungsmitarbeiter Informationen zu den benötigten Teilen bekomme.

Von der Seite nähern sich Anbieter wie SAP mitbetriebswirtschaftlichen PLM-Lösungen den Prozessen in der Fertigung an. Für Unternehmen ist es deshalb entscheidend, welche Schwerpunkte sie bei der Realisierung einer durchgängien Prozesskette setzen. Denn: Auch mit der diesjährigen CeBIT 2002 gibt es dazu noch keine universelle Lösung. MARTIN CIUPEK

Von Martin Ciupek
Von Martin Ciupek

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