Software 21.10.2005, 18:40 Uhr

Software und Dienste bringen den IT-Markt auf Trab  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 21. 10. 05 – Mit Wachstumsraten oberhalb 4 % steigen die Ausgaben der Deutschen für Software und Dienstleistungen in 2005 und 2006 doppelt so hoch wie in der Informationstechnik allgemein. Die neuen EU-Staaten kommen gar auf zweistellige Wachstumsraten, Resultat auch des ungebrochenen Outsourcings.

Der deutsche Markt für Informationstechnik und Telekommunikation wird in diesem Jahr um 2,6 % auf 134,1 Mrd. € wachsen, wie der Branchenverband Bitkom im Vorfeld der Münchener Messe Systems bekannt gab. Besonders gut laufen die Geschäfte bei Softwareanbietern und IT-Dienstleistern, die von höheren Ausgaben der Unternehmen für die Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur profitieren. „Der deutsche Markt legt um 4,5 % auf 28 Mrd. € zu. IT-Dienstleistungen umfassen unter anderem Beratung, Softwareimplementierung und IT-Outsourcing. Outsourcing trägt besonders stark zur positiven Entwicklung dieses Marktsegments bei“, stellt Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms fest. Der Softwaremarkt für System- und Anwendungsprogramme wächst nach Bitkom-Schätzung im Jahr 2005 ebenfalls um 4,5 % auf 16 Mrd. €.

Ab 1. November 2005 gilt der neue elektronische Reisepass. Damit setzt die Bundesregierung einen Beschluss der Innen- und Justizminister der EU um, die sich auf die Einführung biometrischer Merkmale in Reisepässen, Visa und Aufenthaltspapieren bis Mitte 2006 geeinigt hatten. Bei den neuen Pässen werden auf einem Chip die herkömmlichen Passdaten sowie das Passbild gespeichert. Ab 2007 sollen auch Fingerabdrücke dort abgelegt werden. „Im Bereich Biometrie hat Deutschland dank dieses Großprojektes der öffentlichen Hand nun ein Referenzprojekt. Zudem sind die hohen deutschen Sicherheitsstandards in europäische und internationale Richtlinien eingeflossen und viele Bürger lernen die Biometrie als neue Technologie kennen“, sagte Sandra Schulz, Bitkom-Bereichsleiterin Sicherheit.

Von Biometrieprojekten profitiere die IT-Sicherheitsindustrie besonders. „Nach unseren Schätzungen setzen sich 95 % eines Projektumsatzes aus üblicher Hardware und Software wie PCs, Servern und Betriebssystemen sowie IT-Dienstleistungen zusammen. Nur 5 % entfallen auf Geräte und Programme, die direkt der Biometrie zuzuordnen sind, etwa Scanner für Fingerabdrücke oder spezielle Verschlüsselungssoftware“. Die Marktforscher von Soreon-Research beziffern den deutschen Biometriemarkt in 2005 auf rund 21 Mio. €, für 2007 wird ein Wachstum auf 44 Mio. € erwartet. „In den nächsten Jahren ist der Staat noch größter Markttreiber, doch schon 2008 wird die Privatwirtschaft, etwa beim Zugang zu Räumen oder Informationen, mehr nachfragen als der Staat“, erwartet Schulz.

Auch in der Europäischen Union macht der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation ein kräftiges Plus. Er wird im laufenden Jahr um 2,9 % (doppelt so hoch wie die Gesamtwirtschaft) auf 614 Mrd. € wachsen, so das Marktforschungsinstitut Eito. Besonders stark legen auch in der EU die Software und IT-Services zu. Der Umsatz mit IT-Dienstleistungen steigt 2005 um 4,6 % auf rund 124 Mrd. €. Der Software-Markt wächst im gleichen Zeitraum um 4,8 % auf 66,5 Mrd. €.

„Die Anbieter profitieren davon, dass Unternehmen und Organisationen ihre bestehende IT-Infrastruktur modernisieren. Für zusätzlichen Schub sorgen neue Standards im Rechnungswesen. Die Einführung der International Accounting Standards oder der International Financial Reporting Standards sowie die Umsetzung der Kreditvergaberichtlinien nach Basel II erfordern erhebliche Investitionen in die IT-Infrastruktur. Ein weiteres Schlüsselthema im Software-Segment bleibt die Sicherheit der IT-Systeme“, so Eito-Geschäftsführer Bernhard Rohleder.

Diese Einschätzung teilt auch die Gartner Group. „In Europa ansässige Unternehmen werden ihre IT-Ausgaben nach unserer Umfrage bei 400 Firmen im kommenden Jahr um 3 % erhöhen, ein halbes Prozent mehr als in 2005“, erwartet Analyst Roger Fulton. „Die IT-Investitionen von Unternehmen in Deutschland, Spanien und Portugal steigen in 2006 überproportional um bis zu 6 %, besonders in Sicherheit“. Da das Thema Sicherheit eine immer größere Rolle in der Risikomanagementstrategie eines Unternehmens spielt, werden immer mehr Sicherheitsexperten in die Rolle eines Risikomanagers schlüpfen. Dabei verlagert sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit vom Tagesgeschäft hin zur strategischen Planung im Unternehmen.

In europäischen Unternehmen gibt es bisher nur wenige Sicherheitsexperten, dies werde sich in Zukunft aber ändern. Gartner prognostiziert, dass der neue Sicherheitsexperte vermehrt in Managementaufgaben einbezogen und in vielen Unternehmen den Titel des Risk Management Officers (RMO) tragen wird.

 

Von Achim Scharf

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