Internet 22.02.2013, 16:59 Uhr

Sicherer surfen mit Browser-Erweiterungen

Fast jede öffentliche Webseite späht Internetnutzer aus, um Nutzerprofile zu erstellen. Diese Nutzerprofile lassen sich zu Geld machen, denn sie lassen sich lukrativ weltweit an Werbefirmen verkaufen, die damit ihre Werbung optimal auf den Einzelnen abstimmen können. Doch mit kleinen, meist kostenlosen Zusatzprogrammen für den privaten Webbrowser können die User etwas für ihren eigenen Datenschutz tun und die Datenkraken in die Schranken weisen.

Die richtigen Browser-Einstellungen können verhindern, dass Cookies das Surfverhalten im Web ausspionieren.

Die richtigen Browser-Einstellungen können verhindern, dass Cookies das Surfverhalten im Web ausspionieren.

Foto: Werkfoto

Viele soziale Netzwerke, Webseitenbetreiber, Google und Marketingprofis platzieren im Browser der Surfer beim Besuch von Webseiten heimlich kleine Textdateien, sogenannte Tracking Cookies. Mithilfe dieser Dateien wollen sie deren Nutzungsgewohnheiten mitverfolgen. Diese Nutzerprofile verkaufen sie wieder lukrativ an Werbefirmen auf der ganzen Welt. Damit soll Werbung optimal auf den Einzelnen abgestimmt werden.

Wer sich schon mal über personalisierte Angebote von Amazon gewundert hat, findet die Erklärung darin, dass Amazon nicht nur die Bewegungen des Besuchers überwacht, sondern auch dessen Wunschzettel auswertet. Das mag zunächst harmlos klingen, doch durch solcherart gewonnene Profile ist der Nutzer auch angreifbar – durch Stalker, aber auch durch Phishing-Mail-Versender und Erpresser. Zu den größten „Nutzer-Verfolgern“ gehören nach Angaben von Abine, dem Anbieter des Programms „Do Not Track me“, Google (20 %) und Facebook (knapp 19 %).

Einige Browser kommen Cookies & Co. mit Bordmitteln bei, so bieten der Internet Explorer 9 (IE9) und Firefox den Privat-Modus an. Dies bedeutet, der jeweilige Browser lässt keine Cookies zu und legt keine Chronik von besuchten Webseiten und Downloads an. Im Vergleich zu Add-ons ist dies der rudimentärste Schutz, den ein Browser bieten kann.

Zu den nützlichen Zusatzprogrammen für den Browser gehört „Do Not Track Me“, kurz DNT genannt. Das Add-on für Firefox und Internet Explorer schützt den Surfer davor, auf Webseiten, die er besucht, ausgespäht zu werden. Onlinetracker wie Facebook und Google Analytics können die Aktivitäten ihrer Nutzer im Internet weder sehen noch aufzeichnen. Eine Alternative für die gleiche Aufgabe stellt „Ghostery“ dar.

Abine bietet zudem mit „Mask Me“ die Möglichkeit, die eigene E-Mail-Adresse, unter der man sich auf viele Webseiten registrieren muss, durch ein Alias zu verbergen. So kann der Nutzer vermeiden, dass die echte E-Mail-Adresse mit Spam bombardiert wird. Das Gleiche gilt für Telefonnummern, die manche Unternehmen verlangen.

Google gehört zu den eifrigsten Datensammlern überhaupt. Das Unternehmen argumentiert, dass mit dieser Aktivität Suchtreffer optimiert werden sollen, doch wer dieser Behauptung nicht glaubt, der kann sich mit kleinen Programmen davor schützen, vom Datenkraken erfasst zu werden. Google Sharing ist ein Dienst für Anwender, die verhindern möchten, dass Google ihre Suchergebnisse miteinander verknüpft oder sie möglicherweise sogar beim Log-in in Google Mail ihrem Namen und ihren E-Mails zuordnet.

Wer surft, hinterlässt stets eine Fährte in Form einer Chronik. Diese Chronik von Downloads und besuchten Webseiten sollte beim Schließen des Browsers gelöscht werden. Dies kann der User entweder über das Menü „Extras/Einstellungen“ einstellen oder mit dem Tool „Click & Clean“ automatisch veranlassen. Das kostenlose Add-on für Firefox löscht Cookies, temporäre Dateien, Flash-Objekte und den Verlauf. Um auch unlöschbaren Langzeit-Cookies den Garaus zu machen, bietet sich das Add-on „BetterPrivacy“ an.

Wer im Netz jedoch wirklich anonym bleiben möchte, braucht ein leistungsfähigeres Werkzeug. „Anonymizer Universal“ verspricht, die IP-Adresse des Nutzers selbst in Funknetzen völlig zu verbergen, lässt sich diese Leistung aber auch mit rund 80 $ jährlich vergolden. Anders als DNT kann es allerdings eine geschützte Internetverbindung (VPN: Virtual Private Network) aufbauen, die via Anonymizer-Server verschlüsselte Datenübertragungen erlaubt. Kostenlos geht man indes mit dem Add-on „anonymoX“ auf Tauchstation. Um die Beschränkungen der Gratisversion (Geschwindigkeits- und Datenlimit) aufzuheben, sind 5 €/Monat fällig.

Die genannten Tools wurden mit Mozilla Firefox getestet. Wer den IE9 einsetzt, findet im Menü „Sicherheit“ die Option „Tracking-Schutz“. Dies ist lediglich ein Link zu einer Liste mit Anti-Tracker-Tools. DNT von Abine führt diese Liste an. Das Filtern von ActiveX-Elementen lässt sich in diesem Menü ebenso aktivieren wie der Smart-Screen-Filter, der manipulierte Webseiten prüft. MICHAEL MATZER

Ein Beitrag von:

  • Michael Matzer

    Michael Matzer arbeitet als Journalist, Übersetzer, Rezensent und Buchautor. Big Data und Industry of Things zählen zu seinen Schwerpunkten.

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