Software 26.01.2007, 19:26 Uhr

Schlechtes Zeugnis für deutsche Softwareunternehmen!  

Deutsche Softwareunternehmen haben zwar einige innovative Produkte – doch die sind nicht das Ergebnis gezielten Innovationsmanagements, sondern oft ein Zufallsergebnis. Zudem fehlt es an innovationsfördernden Rahmenbedingungen.

Die vom Bundesforschungsministerium beauftragte und jetzt freigegebene Studie „Innovationsverhalten deutscher Software- Entwicklungs-Unternehmen“ stellt der deutschen Softwareindustrie ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis aus. So stellt sie fest, dass sie weit davon entfernt ist, „in einem nachweisbaren Umfang echte Innovationen über einen einigermaßen gezielten Prozess entwickeln zu können“.

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Basis ist eine Umfrage unter rund 500 Unternehmen aus dem Herbst 2005. Die von der Schüngel/Holl Projektentwicklung GbR durchgeführte Studie untersuchte Innovationsverhalten und -kultur.

Die Studie kam zu dem wichtigen und empirisch abgesicherten Befund, dass die Softwareindustrie in Deutschland zu 90 % aus Klein- und Kleinstunternehmen besteht. 50 % sind gar Einmannunternehmen. Außerdem stellte sie fest, dass es in der deutschen Softwarebranche keine Innovationskultur gibt, da es keine Rahmenbedingungen gibt, die Innovation in den Unternehmen fördern.

So gebe es zwar gute Ideen, die zu Start-ups führten, doch diese Start-ups beschränken sich selbst nach fünf bis zehn Jahren immer noch auf das eine Produkt, das sie über die Jahre gepflegt, modularisiert und zu einer Produktfamilie ausgebaut haben. Friedrich Holl, Informatikprofessor an der Fachhochschule Brandenburg und Autor der Studie, fordert: „Die Unternehmen müssen sich viel stärker auf die Frage der bewusst geförderten Innovation ausrichten.“

Die Studie fand in großen Teilen eine ausschließliche Einprodukt-Landschaft vor. Nur etwas mehr als 40 % der Unternehmen wollen als strategisches Ziel ihr Produktportfolio erweitern. Fast alle Unternehmen betonten in der Umfrage, wie wichtig die Kunden für die Produktentwicklung seien. Doch die erwiesen sich vor allem als konservativ: „Die Firmen stricken immer was dran, damit das alte System weiter so funktioniert. Deshalb haben wir wohl auch keinen großen Neuentwurf gefunden.“

In den kleinen Unternehmen fehle das Innovationsmanagement, konstatiert die Studie, Entwicklungsprozesse seien wenig ingenieurmäßig und das Qualitätsempfinden und -bewusstsein sei mangelhaft. Friedrich Holl: „Die Studie hat empirisch nachgewiesen, dass die so hoch gelobte deutsche Softwareindustrie schlecht abschneidet. Das habe ich nicht so erwartet.“

Das Qualitätsmanagement spielt nur in 30 % der Unternehmen eine Rolle. Die Mehrheit begnügt sich damit, dass ihre Software funktionell so weit wie möglich richtig arbeitet und die notwendigen Berechnungen korrekt durchführt. In Unternehmen ab 20 Beschäftigten werden Qualitätsprozesse meist durch entsprechende modulare Strukturen unterstützt.

Traditionelle Unternehmen zeigen sich vergleichsweise innovativer, insofern Software-Entwicklungsfirmen Innovationen eher „geschehen“ lassen, als dass sie versuchen, sie in einem geplanten und strukturierten Prozess herauszuarbeiten oder zumindest zu befördern. Der Weg der Forschung in die Software-Entwicklungs-Unternehmen scheint trotz aller Bemühungen von Technologietransferstellen nicht in die richtige Richtung gegangen zu sein. Die Autoren der Studie stellen fest: „Eine wirkungsvolle Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse ist hier nach unserer Erhebung in keiner Weise gelungen.“

Informatiker werden in den Unternehmen eher nachrangig beschäftigt. Die Qualifikation der Mitarbeiter entstammt eher den Anwendungsbranchen. Die Software-Entwicklungskompetenz der Beschäftigten beruht daher oft nicht auf einer fundierten formalen Ausbildung. Nur große Unternehmen betreiben Weiterbildungsmaßnahmen in nennenswerter Weise. Zwar stimmen die Befragten zu 85 % einem notwendigen Einsatz von Software-Engineering zu, doch die praktische Umsetzung wird in den meisten Fällen nur sehr begrenzt damit in Verbindung gebracht. Bei der Dokumentation der Quellcodes etwa, einer der Grundlagen jedes Software-Engineering, stellte die Studie fest, dass so genannte „persönliche Standards“ zu fast 40 % Verwendung finden. Damit kann zum einen jeder im Prinzip die Dokumentation so umsetzen, wie er möchte, zum anderen kann eine Qualitätsprüfung oder ein codebasierter Test eigentlich nicht stattfinden.

Die Studie folgert daraus: „Solange Qualität in der Software-Entwicklungsbranche kein Produkt eines gezielten ingenieurmäßigen und betriebswirtschaftlichen Prozesses ist und Kunden dies als gegeben hinnehmen, bleibt der ¿Zwang¿, sich auf die Bedingungen des Software-Engineering einzulassen, relativ begrenzt.“

Die Software-Entwicklungsbranche stehe aufgrund ihrer Struktur vor einem Dilemma: So müssen auf einem hoch dynamischen Markt auch die kleinen und kleinsten Unternehmen mittelfristig innovative Erneuerungen schaffen. Sie können aber selbst für eine Anpassungsentwicklung oder ein grundsätzliches Re-Engineering vielfach nicht über die notwendigen internen Ressourcen verfügen. „Zumindest längerfristig wird diese Situation zu einer Marktbereinigung führen“, folgern die Autoren der Studie. Dies dürfte jedoch die meisten Unternehmen nicht irritieren. So ist ihre Unternehmenspolitik meist nicht auf einen dauerhaften Erhalt der Unternehmen am Markt ausgerichtet, sondern zielt mittelfristig auf den Verkauf der Firma. CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

Ein Beitrag von:

  • Christiane Schulzki-Haddouti

    Freie Journalistin und Buchautorin in Bonn. Scherpunktthemen: Bürgerrechte, Informationsfreiheit, Datenschutz und Medienethik.

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