IT-Sicherheit 27.02.2004, 18:28 Uhr

Schlechte Stromqualität birgt Sicherheitsrisiken

VDI nachrichten, Düsseldorf, 27. 2. 04 -Wenn Unternehmen ihre informationstechnischen Systeme schützen wollen, denken sie meist nur an die Bedrohung durch Viren und Würmer. Nur wenige kennen die Schäden, die auch eine schlechte Stromqualität verursachen kann.

Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IDC zufolge haben knapp ein Drittel aller Computer- und Serverausfälle ihre Ursache in Stromstörungen. Die Stromausfälle in den USA, Italien und Skandinavien im vergangenen Sommer haben deutlich gezeigt, dass 100 %ig zuverlässiger Strom heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Doch der totale Blackout ist nicht die einzige Bedrohung für die IT-Ausstattung, sondern auch die unzureichende Stromqualität. Geringe Stromschwankungen, das Absacken des Stroms, Stromspitzen, Über- und Unterspannungen sowie Frequenzverzerrungen sind eine oft unterschätzte Gefahrenquelle. Die Nennspannung des deutschen Niederspannungsnetzes beträgt 230 V. Die meisten Geräte wie Kühlschränke oder Elektroherde können Über- oder Unterspannungen bis etwa 15 % problemlos wegstecken, nicht aber die komplexe Informationstechnik vieler Unternehmen.
„Statistisch gesehen treten totale Stromausfälle nur selten auf, um so häufiger sind Netzausfälle, die nur wenige Millisekunden dauern“, erläutert Bernhard Böhm, Country General Manager Germany/Austria beim US-Stromschutzexperten APC in München. Diese werden vom Anwender meist kaum bemerkt, manchmal richten sie aber enorme Schäden an.
Bleibt der Strom länger als 10 ms unterbrochen, stürzen Workstations und Server ab. Darüber hinaus kann die mangelnde Stromqualität zu Datenverlusten, Fehler bei der Datenübertragung und zu Störungen beim Betriebssystem führen. Empfindliche Geräte können sogar zerstört werden. Für Firmen wird das teuer, da Produktions- und Umsatzverluste drohen.
Allmählich schärft sich jedoch bei den Betrieben das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines umfassenden Stromschutzes. Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan kommt in einer aktuellen Studie zum Ergebnis, dass Firmen immer mehr Wert auf die Sicherung der Stromqualität legen. Trotzdem werde die Energiequalität nicht generell überwacht. Zum Teil herrschten falsche Vorstellungen wie etwa die Annahme, dass jede Art von USV-System (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) jedes Energieproblem lösen könne.
Diese Beobachtung hat auch Bernhard Böhm von APC gemacht: „Viele Unternehmen sind zwar bereit eine USV einzusetzen, greifen dann aber nach einer möglichst preisgünstigen Lösung, die das Unternehmen nur unzureichend gegen Stromprobleme schützt.“ Der Informationsbedarf bezüglich eines passenden Sicherungskonzeptes für eine Firma sei noch sehr hoch. Kein Wunder, denn die Produktvielfalt beim Stromschutz ist enorm.
Es gibt die verschiedensten USV-Systeme und -Technologien, die zu den verschiedensten Anwendungsbereichen und Branchen passen. Die einfachste Ausführung einer USV bietet einen Batterie-Backup im Falle eines totalen Stromausfalls. Das Gerät liefert nach einem Blackout noch für einige Minuten Strom, bis der Anwender seine Dateien ordnungsgemäß speichern kann. Andere USV-Anlagen können darüber hinaus auch noch den Strom filtern und dafür sorgen, dass nur erstklassige Stromqualität die IT- und Telekommunikationsgeräte erreicht.
„Eine Firma sollte bei ihren Sicherheitsüberlegungen die gesamte Infrastruktur in die Betrachtungen miteinbeziehen“, meint Böhm. APC habe mit InfraStruXure ein Sicherungskonzept für Datencenter entwickelt, bei dem in einem einzigen Racksystem alle wichtigen Funktionen integriert sind: Stromversorgung, Kühlung, Management und weitere Services. Strommanagement heißt nicht nur Qualitätssicherung und Reserven für den Notfall zu haben, sondern auch eine systematische Versorgung und Stromführung.
EDIGNA MENHARD

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  • Edigna Menhard

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