IT-Business 15.10.2010, 19:49 Uhr

Schlechte Datenqualität entwickelt sich zum Nadelöhr

Bei der Nutzung von Business-Intelligence(BI)-Software ist das Kriterium Datenqualität mittlerweile das größte Problem – noch vor dem Dauerbrenner Abfragegeschwindigkeit. Das ergab die jährliche weltweite Befragung von BI-Anwendern durch das Barc-Institut.

„In den vergangenen drei Jahren war die Abfragegeschwindigkeit das am häufigsten genannte Problem in unserer jährlichen Umfrage“, erklärt Melanie Mack, Leiterin Marktanalyse beim Business Application Research Center (Barc). „Aber während Anbieter schlechte Datenqualität routinemäßig für in der Vergangenheit gescheiterte Implementierungen verantwortlich gemacht haben, wird diesem Kernproblem nun zum ersten Mal von den Nutzern die gleiche Bedeutung beigemessen.“

Über 2500 Anwender von Business-Intelligence(BI)-Software gaben weltweit für die diesjährige Umfrage „The BI Survey 9“ detailliertes Feedback zu den von ihnen eingesetzten BI-Produkten ab. 57 % der Befragten kommen aus Europa, 26 % aus Nordamerika. Die Umfrage liefert detaillierte Analysen zu 23 BI-Produkten von Anbietern wie IBM, Microsoft, Oracle, SAP oder SAS. Der deutsche BI-Markt wuchs 2009 nach Angaben von Barc um rund 8 % auf ein Gesamtvolumen von 816 Mio. € an Lizenz- und Wartungserlösen für BI-Software.

Dieses Jahr gaben rund 18 % der Befragten an, dass schlechte Datenqualität für sie und ihr Unternehmen ein Problem sei, während rund 16 % unter schlechter Abfrageleistung sowie unter der eigenen Unternehmenspolitik litten.

„Die Abfragegeschwindigkeit bleibt ein wichtiges Anliegen, aber einige Produkte können die Wünsche der Nutzer inzwischen weitestgehend erfüllen“, berichtet Melanie Mack weiter. „Das Reportingwerkzeug QlikView von Qliktech hat beispielsweise die wenigsten Beschwerden betreffend Abfragegeschwindigkeit erhalten. Wenn man zusätzlich das Datenvolumen in Betracht zieht, geht der Veteran MicroStrategy als das Produkt mit der schnellsten Leistung aus der Befragung hervor.“

„Ein eindeutiger Trend ist der vermehrte Einsatz von Open-Source-BI-Lösungen“, erklärt Barc-Analyst Barney Finucane. „Mehr als 100 detaillierte Fragebögen von Nutzern von Open-Source-Produkten wurden ausgefüllt, das sind 300 % mehr als letztes Jahr. Die Open-Source-Anbieter konnten außerdem mehr Projekte gewinnen, bei denen sie im Auswahlverfahren berücksichtigt wurden.“

Unter diesen Anbietern verzeichneten die Anbieter Jedox (Deutschland) und Pentaho (USA) die höchsten Kundenzugewinne. „Ob die Open-Source-Anbieter aber auch nachhaltige Geschäftsmodelle anzubieten haben, ist noch fraglich“, erklärt Finucane. „Ja, sie machen zwar mehr Abschlüsse, aber von ihren Nutzern wurden auch sehr geringe durchschnittliche Lizenz- und Implementierungsgebühren berichtet.“

BI ist laut der Marktforscher von Barc noch nicht bei den Massen angekommen. Die Umfrage zeigt, dass nur etwa 11 % der Unternehmen über 50 % ihrer Mitarbeiter regelmäßig mit BI-Aufgaben betrauen. Dieser Anteil sei sicherlich noch ausbaufähig.

Anwender der Produkte von Board, Jedox und Cubeware berichteten den höchsten Business Benefit Index (BBI), der besagt, wie stark die BI-Lösung nach Anwendermeinung dem Geschäft nützt. SAP-Installationen berichteten den geringsten geschäftlichen Nutzen, womit sich der Trend fortsetzte. Nur ein Produkt lag in neun Jahren ständig über dem Durchschnitt: Microsofts Analytical Services.

Auf den BBI haben unter anderem folgende Kriterien einen hohen Einfluss: Supportqualität, Implementierungszeit, Abfrageantwortzeiten, Breite der Bereitstellung. Bei einer schnelleren Realisierung des Projekts wurde im Durchschnitt ein höherer BBI erzielt. Je länger der Roll-out dauerte, desto geringer wurde der Nutzen. Dieser Faktor trifft auch auf den Goal Achievement Index (GAI) zu. 28 % der Nutzer berichten vom Erreichen oder sogar Übertreffen ihres Ziels, 70 % der Befragten berichteten, sie hätten ihre Ziele größtenteils erreicht. Nur 6 % berichteten, sie hätten überhaupt keines ihrer Ziele erreichen können. RÜDIGER KURZ

  • Rüdiger Kurz

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