Unternehmenssoftware 20.10.2006, 19:24 Uhr

SAP-Kunden am Scheideweg durch neue Release-Strategie?  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 10. 06, pek – Im September hat SAP seine neue Release-Strategie für seine Unternehmenssoftware(ERP)-Plattform vorgestellt. Die stabile zentrale Plattform wird bis Ende 2010 durch Erweiterungspakete aktualisiert. Damit migriert SAP die Kunden auf seine Enterprise Service Architecture (ESA). Doch für die Kunden sind damit erhöhte Kosten und Abhängigkeit verbunden.

Die Strategie der SAP ist es, ihre ERP-Plattform mySAP ERP 2005 für die nächsten vier bis fünf Jahre stabil zu halten, also bis Ende 2010″, sagt Jürgen Helmle, Vertriebsleiter Deutschland bei SAP. Die Walldorfer übernehmen also IBMs Modell, mit dem Big Blue die Mainframes seiner Großkunden pflegt, erläutert Rüdiger Spies, Analyst der Experton Group. Microsoft und Oracle haben diesen Zyklus noch nicht, so dass sich SAP vom Wettbewerb abhebt – zum Guten oder zum Schlechten. SAP nennt es „innovation without disruption“: Neuerung ohne Bruch.

Bisher gab es alle 18 Monate ein Upgrade, nun werden die Upgrades besser an den Upgrade-Rhythmus der Kunden angepasst. „Künftig liefert SAP alle sechs Monate so genannte Enhancement Packages aus“, berichtet Helmle. Sie enthalten technische und funktionale Neuerungen, die nur auf mySAP ERP 2005 laufen, darunter Services, x-Apps und Composite Applications. Der Kunde hat die völlige Wahlfreiheit, ob und wann er sie aktivieren möchte.

Doch diese Wahlfreiheit ist mit der engeren Bindung an die Plattform mySAP ERP 2005 erkauft. Viele Kunden stehen vor der Wahl, ob sie ihre R/3-Installation weiterführen oder die Kosten eines Upgrades riskieren sollen. „Die aktuellen Releases 4.6c laufen Ende 2006 aus der Hauptwartung heraus, so dass unsere Kunden gezwungen sind, sich Gedanken darüber zu machen, wie es weitergehen soll“, weiß Wolfgang Kemna, Geschäftsführer der SAP-Tochter Steeb Anwendungssysteme, aus Kundengesprächen.

Das Ende der Hauptwartung bedeutet, dass der Kunde für seine alte Installation gestaffelt steigende Wartungsgebühren zahlen muss. Ein späterer Umstieg bedeutet also Zusatzkosten. Das SAP-Angebot ist insofern verlockend, als der neue Releasezyklus das Ende der kostspieligen Upgrades bedeutet. Jedes Upgrade kann, wie Spies erläutert, nur zu bestimmten Zeiten, meist zum Jahresende, erfolgen und kostet ein Unternehmen entsprechend lange Downtime, in der das System nicht verfügbar ist. Nach dem ERP-2005-Umstieg fällt diese doppelte Belastung für Jahre weg.

Die Amphenol-Tuchel Electronics GmbH führte ERP 2005 im Frühjahr 2006 ein, um sowohl die Lizenz als auch die neue Funktionalität zu nutzen. Die neue Lizenz kostete jedoch 3200 € statt 2500 € pro User und machte Investitionen in Speicher- und Plattenkapazität in Höhe von 40 000 €€nötig.

Amphenol-Tuchel kam in den Genuss des so genannten Ramp-Ups. Dies ist ein weltweites SAP-Programm für den Vorabsupport ausgewählter Umstiegskunden. SAP zwingt dem so „beglückten“ Kunden den Einsatz eines „Ramp-up-Coaches“ auf, der sich jede Stunde mit 90 € bezahlen lässt, auch wenn er nur telefoniert. Bei Amphenol-Tuchel belief sich seine Rechnung auf rund 10 000 €, so der stellvertretende IT-Leiter Karl Grauer. „Dabei war dieser Coach bei unserer Unternehmensgröße und bei 200 Mitarbeitern nahezu überflüssig.“

„Die SAP verfügt nun über eine einzige stabile Plattform und muss nicht mehr zig Produkte pflegen“, erläutert Helmle. „Sie können Lösungen von SAP und/oder Partnern auch nutzen, die nur auf mySAP ERP 2005 laufen. Ein Beispiel wäre die gemeinsam mit Microsoft entwickelte Duet-Software, die die Integration von Microsoft-Office-Produkten mit SAP-Anwendungen herstellt.“

Der Druck auf die Kunden, den Standard einzuhalten, den SAP vorgibt, wächst also. MICHEAL MATZER

www.sap.de

Von Micheal Matzer
Von Micheal Matzer

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