Unternehmenssoftware 21.05.2010, 19:46 Uhr

SAP kauft Sybase: Ein Schachzug, der langfristig Wirkung zeigen kann

Schon seit Monaten erwarteten Marktbeobachter von der SAP eine Mega-Akquisition vom Kaliber Business Objects. Namen wie Teradata (Datenbankmanagement) oder SAS (Business Intelligence) tauchten in der IT-Gerüchteküche immer wieder auf. Dass die Walldorfer Softwareschmiede bei Sybase zugriff, verblüffte viele Experten. Der Blick in die Details zeigt jedoch, wo dieser Zukauf Sinn macht.

Europas größter Softwarekonzern SAP hat 4,6 Mrd. € für den kalifornischen Datenbankhersteller Sybase geboten. Einige Analysten hatten den Kaufpreis für die zweitgrößte Übernahme in der SAP-Geschichte (nach dem Business-Intelligence-Spezialisten Business Objects: 2007, 4,8 Mrd. €) als zu hoch bezeichnet.

Andere in der IT-Gerüchteküche gehandelte Übernahmekandidaten wie Datenbankmanagement-Spezialist Teradata oder Business-Intelligence-Anbieter SAS sind Softwarehersteller, die das SAP-Portfolio logisch ergänzen würden. Betrachtet man Sybase aber nicht nur als Datenbankproduzenten, sondern vielmehr als ergänzenden Ideen- und Technologielieferanten, so wird schnell deutlich, was sich SAP von dem Deal verspricht.

„SAP kommt in drei zukunftsträchtigen Bereichen weiter: Cloud Computing, In-Memory-Datenbank und Mobility. Der Sybase-Kauf ist sinnvoll“, sagt Frank Naujoks, Research-Direktor des Analystenhauses i2s. Naujoks schwächt auch das Argument ab, die Sybase-Akquisition sei lediglich als Schlag gegen SAPs mächtigen Wettbewerber und uneingeschränkten Datenbanken-Platzhirschen Oracle einzuordnen: „SAP ist bis dato auf mehreren Datenbanken verfügbar. Selbst wenn SAP-Kunden im Jahr 1 Mrd. $ für Oracle-Datenbanken ausgeben, wird das eine Rolle gespielt haben, aber sicher nicht die Hauptmotivation für den Kauf sein.“

Die wahren Hintergründe liegen also woanders. Zum einen im Cloud Computing. In diesem jungen Segment ist die kalifornische Sybase bereits seit geraumer Zeit aktiv und hat sich mit Amazons Elastic Computer Cloud verbündet. Ein Pluspunkt, denn immer mehr Unternehmen fordern von ihren Softwarelieferanten IT-Architekturen, die mehr Flexibilität bieten. Sie wollen weg von der starren Schichtenarchitektur mit monströsen, schwer zu verwaltenden Rechenzentren.

Zweitens: Mobility. Hier soll die Expertise von Sybase dazu beitragen, dass die SAP ihre Position mit Blick auf den steigenden Trend zur mobilen Datennutzung verbessert. „Was früher der PC war, ist heute das mobile Endgerät. SAP muss der Marktführer für Mobilität werden“, forderte Co-Chef Bill McDermott auf der am Mittwoch zu Ende gegangenen SAP-Hausmesse Sapphire. Sybase bietet Lösungen wie fest installierte und mobile Datenbanken sowie Software für Verschlüsselung und Endgeräteverwaltung.

In diesem Segment haben alle Anbieter betriebswirtschaftlicher Software großen Nachholbedarf. Bis dato gibt es keine Lösungen der großen ERP-Anbieter. Microsoft beispielsweise hatte 2009 via Firmenblog angekündigt, mobile Versionen seiner beiden ERP-Produkte Dynamics AX und Microsoft Dynamics NAV schon gar nicht mehr weiterentwickeln zu wollen.

Das liegt zum einen an unternehmerischen Berührungsängsten, kritische Daten außerhalb der Unternehmensgrenzen zu nutzen. Zweitens liegt es auch an der mangelnden Erfahrung im Bereich professioneller, mobiler ERP-Lösungen.

Die Sybase-Lösungen sollen hingegen den Zugriff auf Firmendaten per Smartphone deutlich einfacher als bisher ermöglichen. Dabei unterstützen sie schon jetzt alle gängigen Betriebssysteme wie Symbian, Android iPhone-OS, Windows Mobile und Blackberry-OS.

Und schließlich In-Memory-Datenbank: Hier setzt Sybase auf Technologien, bei denen die Datenbank im Arbeitsspeicher und nicht mehr auf einer Festplatte vorgehalten wird. Dadurch lassen sich Anfragen stark beschleunigen. „Mit In-Memory ist die Analyse aller unternehmensrelevanten Daten in Echtzeit möglich“, sagt SAPs Co-Chef Jim Hagemann Snabe. SVEN HANSEL

Von Sven Hansel
Von Sven Hansel

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