Unternehmenssoftware 27.05.2005, 18:38 Uhr

SAP: „Ab sofort bestimmen wir die Standards“  

Mit der neu vorgestellten Enterprise Service Architecture (ESA) und der „ESA-Allianz der Großen“ nutzt SAP seine Marktmacht, um sich endgültig von der Konkurrenz abzusetzen. Möglicherweise entsteht dabei sogar ein neues globales Softwarekartell.

Auf seiner diesjährigen Kundenveranstaltung Sapphire in Boston trumpfte SAP mit einem Selbstbewusstsein auf, wie man es bislang nur von Microsoft oder in früheren Jahren von IBM gewohnt war. Der Tenor der neuen Marschrichtung lautet: „Wir bestimmen ab sofort den neuen Standard bei den Business-Anwendungen. Nur wer bei uns mitmacht, wird langfristig Erfolg haben!“

Dieser neue Business-Software-Standard heißt Enterprise Service Architecture (ESA) und bietet die Möglichkeit, einerseits externe Softwaresysteme mit der SAP-Software zu verknüpfen und andererseits die SAP-Module schneller den sich stets ändernden Geschäftserfordernissen entsprechend umzukonfigurieren.

SAP präsentierte acht Partner-Unternehmen, die basierend auf der neuen Öffnung der SAP-Software eigene Anbindungen entwickelt haben. Zu dieser neuen ESA-Allianz gehören außer SAP noch Adobe, Cisco, Computer Associates (CA), EMC, Intel, Macromedia, Mercury, Symantec und Veritas.

Adobe bietet Systeme zum schnellen Entwerfen und Verändern von Online-Formularen an. Cisco bietet mit seinem „Intelligent Information Network“ eine integrierte Netzwerkumgebung für die SAP-Software an. CA hat Teile seiner Systemmanagement-Software zur Kontrolle und Überwachung der Applikationen umgestellt. EMC und Veritas bieten systemoptimierte Speicher- und Archivierungsfunktionen für die SAP-Software und Intel arbeitet mit den Walldorfern auf den Gebieten RFID, Virtualisierung und Systemmanagement zusammen.

„Unser Konzept ist in eine entscheidende Phase gekommen, denn viele weltweit führende Unternehmen haben den Nutzen von ESA erkannt und schließen sich uns an“, sagte SAPs Technologiechef Shai Agassi. Gleichzeitig gab er die Offenlegung von 500 Schnittstellen der SAP-Software für lizenzierte ESA-Partner bekannt.

Auch bei der Weiterentwicklung von ESA will sich SAP vorerst nicht von einem Gremium reinreden lassen. „Demokratisierung und Standardisierungskonsortien verlangsamen nur die derzeit notwendige Entwicklungsgeschwindigkeit“, sagt George Paolini, Entwicklungschef der ESA-Plattform. Paolini hat Erfahrungen damit, denn bei Sun hatte er einst den Vorsitz im Java-Normierungsausschuss – und kann sich noch gut an die Microsoft-Blockaden in diesem Gremium erinnern. „Jeder kann uns Input geben, aber keiner kann uns blockieren“, sagt er über die weitere ESA-Entwicklungsstrategie.

Ob sich aber SAPs ESA wirklich zum Standard ausbreiten kann, wird weniger von den gegenwärtigen Partnern oder einer zähneknirschenden Mitarbeit von Oracle oder anderen Konkurrenten abhängen, sondern einzig vom Verhalten der SAP-Kunden. „Das Kernproblem ist doch nicht die Verknüpfung von SAP mit anderen Standardmodulen, sondern die Integration mit den aufwändigen Individualprogrammen, die es in jedem Großunternehmen gibt“, dämpft auch Mick Bob, Analyst bei der ACR Advisory Group, etwas die hoch gesteckten Erwartungen.

Auch Agassi bestätigt, dass die gegenwärtige IT-Herausforderung in einer sinnvollen Kombination von „Best-Practice“ und „Business-Differenzierung“ besteht. „Wer sich von der Konkurrenz abheben will, muss teilweise andere IT-Systeme einsetzen oder die bestehenden Standardlösungen anders kombinieren. Genau darauf zielen auch die meisten Analystenkommentare ab. „Sollte es SAP tatsächlich gelingen, mittels ESA die vielen bestehenden Individuallösungen an sich zu binden, wäre das ein Milliardenbusiness – aber möglicherweise auch ein neues globales Kartell“, so John Marwicz, Consultant beim New-Yorker IT-Beratungshaus Software Target.

HARALD WEISS

Die ESA-Allianz vereint die Big Player

 

Von Harald Weiss

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