Mobilfunk 25.01.2008, 19:32 Uhr

Rumänisches Dorf boomt dank Nokia-Village  

das Nokia-Village.

Für rund 30 Mio. € haben der rumänische Staat und der Landkreis Cluj/Klausenburg dem finnischen Mobilfunkhersteller einen Industriepark maßgeschneidert. Sogar Bahngleise zum Nokia-Werk wurden gelegt, der Klausenburger Flughafen soll für 95 Mio. € ausgebaut werden und von der noch im Bau befindlichen Transsilvanischen Autobahn wird ein Zubringer direkt zu Nokia führen.

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Der Handyhersteller selbst will laut Aufsichtsratsvorsitzendem Veli Sundbäck 200 Mio. € investieren. 60 Mio. € davon fließen allein in die vom Bielefelder Bauunternehmen Goldbeck errichteten neuen Werkhallen. Dort liefen am Montag vergangener Woche bereits die ersten Handys „made in Romania“ vom Band, zum 11. Februar will das Unternehmen vom Testbetrieb auf Serienproduktion umstellen. Die Geräte sind für den rumänischen Markt bestimmt oder sollen nach Asien und Afrika exportiert werden.

„Die Ansiedlung ist kein Beispiel für Rumänien als verlängerte Werkbank“, sagt Marko Walde, Geschäftsführer der deutsch-rumänischen Außenhandelskammer in Bukarest. Eine Reihe von Faktoren wie die Größe des einheimischen Marktes, das Investitionsklima und das gut ausgebildete Personal in der Region böten Nokia die günstigsten Standortbedingungen in ganz Europa. Zu den Plänen der Finnen gehöre beispielsweise auch ein Forschungszentrum. Schon kurz nach der Gründung des Standorts wurden die ersten Ingenieure angestellt. Die Universität Klausenburg gilt in Rumänien als Kompetenzzentrum in der IT-Ausbildung.

Manager John Guerry, der für Nokia den Standort Jucu aufbaut, gab sich im vergangenen Jahr auskunftsfreudiger als Nokia zurzeit: „Unsere Intention war, ein Werk in Osteuropa zu eröffnen, das derzeit einen wachsenden Markt bietet“, sagte der Amerikaner, der die neue Fabrik künftig leiten soll, der rumänischen Presse.

Die Entscheidung für Jucu basiere vor allem auf zwei Gründen: Infrastruktur und Arbeitsmarkt. Der Bürgermeister von Jucu gab in einem Interview mit der NRZ bekannt, dass bereits seit zwei Jahren Geheimverhandlungen mit Nokia gelaufen sind.

Bisher wurden etwa 100 Mitarbeiter rekrutiert, teilte Daniel Don, Direktor des Arbeitsamts Klausenburg, in dieser Woche mit. Bis Jahresende soll die Belegschaft auf 1000 Arbeitnehmer anwachsen, doppelt so viele wie bisher geplant. 8500 Bewerbungen auf diese Stellen hat das Arbeitsamt, das Nokia bei der Personalsuche unterstützt, bereits erhalten. Wenn das Werk 2009 seine volle Kapazität erreicht, werden 3500 Menschen in Jucu für Nokia arbeiten. Hinzu kommen mehrere tausend Arbeitsplätze bei den Zuliefererfirmen. „Nokias große Pläne waren seit Monaten bekannt, nur die Verlagerung der Kapazitäten aus Bochum kam überraschend“, sagt Marko Walde. Die Entscheidung finde er aber nicht verwerflich. Sie sei Ausdruck von Chancengleichheit und Wettbewerb in Europa.

Dass Rumänien Nokia aus Deutschland weggelockt habe, will sich auch in Jucu niemand vorwerfen lassen. „Wenn das Werk auf höchster Kapazität gefahren wird, kassiert der rumänische Staat von Nokia etwa 100 Mio. € Steuern pro Jahr“, sagt Landrat Mario Nicoara. Ebenso habe Deutschland von den Steuern profitiert, die Nokia seit Bestehen des Bochumer Werks gezahlt habe. In Jucu sollen allein die Einkommenssteuern der Angestellten pro Jahr mehr als 100 000 Lei bringen, etwa 30 000 € – eine riesige Summe für das Dörfchen

Jucus Bürgermeister Dorel Pojar schlägt in die gleiche Kerbe: Ja, es tue ihm zwar um die deutschen Nokia-Angestellten leid, aber genauso, wie 3 Mio. Rumänen im europäischen Ausland arbeiten, könnten die Deutschen ja zum Arbeiten nach Rumänien kommen, sagte er der Tageszeitung „Eventimentul Zilei“.

Und nein, man habe Nokia nicht mit europäischen Fördergeldern ködern können, wie oft fälschlich erwähnt wird. Das Geld für den Ausbau des Industrieparks „Tetarom 3“, in dem das Nokia-Village rund 90 ha einnimmt, stamme ausschließlich aus den Kassen von Kreis und Staat. Das Gelände wird jedoch häufig mit dem Klausenburger Gewerbeareal „Tetarom 1“ verwechselt, das mit mehr als 3 Mio. € aus den Töpfen des europäischen Subventionsprogramms Phare gefördert wurde. EU-Geld war außerdem in den Bau des Autobahnzubringers geflossen – jedoch kein Cent in die Nokia-Produktionsverlagerung von Deutschland nach Rumänien.

Landrat und Bürgermeister sind derweil voll damit beschäftigt, den Boom von Jucu zu verarbeiten: Die Grundstückspreise in dem 4000 Einwohner zählenden Dorf sind explodiert. Mehr als 40 € wollen die Grundstückseigentümer pro m2 Bauland. Vor zwei Jahren lag der Preis noch bei 1 €. Aber die neuen Nokia-Mitarbeiter müssen ja schließlich irgendwo wohnen.

KATHARINA LÖTZSCH

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