Deutsche Version von Kickstarter 29.04.2015, 12:36 Uhr

Projekt-Finanzierung nun auch in Euro möglich

Ab dem 12. Mai bietet die erfolgreiche Crowdfunding-Plattform Kickstarter auch eine deutsche Version an. Dabei dürfen Ideen erstmals auch in deutscher Sprache vorgestellt werden. Zudem können potenzielle Geldgeber ihre Spenden in Euro überweisen und ein deutsches Bankkonto nutzen. 

Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter startet am 12. Mai mit einer deutscher Version.

Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter startet am 12. Mai mit einer deutscher Version.

Foto: Kickstarter

1,5 Milliarden Dollar Finanzierungshilfe für rund 85.000 Projekte: Die erst sechs Jahre alte Crowdfunding-Plattform Kickstarter aus den USA kann ohne Zweifel als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Ab dem 12. Mai wird es auch eine deutsche Version der Webseite geben.

Natürlich konnten Unternehmer, Entwickler und findige Tüftler aus Deutschland auch bisher versuchen, über Kickstarter Geld für ihre Projekte zu sammeln. Allerdings musste der Beschreibungstext in englischer Sprache formuliert werden – und gespendet wurden ausschließlich US-Dollar. Nun wird eine Finanzierung auch in Euro möglich sowie eine Beschreibung der unterschiedlichen Vorhaben auf Deutsch.

Ein Drittel aller Kickstarter-Projekte erhält angestrebte Finanzierung

Das Prinzip von Kickstarter ist simpel: Wer über die Finanzierungsplattform Geldgeber für ein Vorhaben sucht, stellt die Idee vor und gibt an, welche Mindestsumme er zur Realisierung benötigt. Zusätzlich muss der Initiator des Projekts bekanntgeben, bis zu welchem Datum das Geld eingesammelt sein soll. Bis zum Ablauf dieser Frist können Internetnutzer Beträge in beliebiger Summe spenden.

Kickstarter ordnet die Projekte verschiedenen Kategorien zu.

Kickstarter ordnet die Projekte verschiedenen Kategorien zu.

Foto: Kickstarter

In der Regel bekommen sie dafür eine Gegenleistung, die je nach Spendenhöhe unterschiedlich ausfällt. Das große Aber: Wird die zu Beginn anvisierte Zielsumme bis zum End-Datum nicht eingenommen, gilt das Projekt als gescheitert und das Geld der Spender wird gar nicht erst eingezogen. Dieses Schicksal blühte bislang etwa zwei Dritteln aller Projekte. Im Umkehrschluss konnte aber auch jedes dritte Vorhaben erfolgreich realisiert werden.

Bereits deutschsprachige Versionen von Konkurrenz-Plattformen

Zu den bekanntesten Kickstarter-Profiteuren zählt unter anderem das Unternehmen Pebble, das mit seiner Smartwacht namens „Pebble Time“ allein in der ersten Stunde über eine Million US-Dollar erntete. Bis zum Projektende wurden es schließlich über 20 Millonen Dollar. Aber auch eine Menge Skurriles findest sich bei Kickstarter: darunter ein schwebendes Skateboard (bekannt aus „Zurück in die Zukunft“) oder ein bellendes Portemonnaie. Auch der Oscar-prämierte Dokumentarfilm „Inocente“ wurde einst über das Portal finanziert.

Gündeten vor sechs Jahren die Finanzierungsplattform Kickstarter: Charles Adler, Perry Chen und Yancey Strickler (v.l.).

Gündeten vor sechs Jahren die Finanzierungsplattform Kickstarter: Charles Adler, Perry Chen und Yancey Strickler (v.l.).

Foto: Kickstarter

Konkurrenten von Kickstarter, die bereits deutsche Versionen ihrer Crowdfunding-Plattformen anbieten, sind zum Beispiel Indiegogo, VisionBakery sowie Startnetxt. Mithilfe des letzteren Dienstes wurde einst die Verfilmung der TV-Serie „Stromberg“ mitfinanziert.

Bereits jetzt können Interessierte ihre Projekte bei der deutschen Kickstarter-Version einstellen. Öffentlich sichtbar werden diese aber erst am 12. Mai. Wird eine Idee erfolgreich finanziert, bekommt Kickstarter selbst fünf Prozent der eingesammelten Summe. 

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